von Lupus » 18.11.2009, 06:35
Hallo Gebhard, hallo Freunde!
Ich hatte vor ca. 3 Jahrzehnten in der steirischen Salzkammergutgegend bezüglich eines etwas " vagen" Nebeneinander von Bach-und Seesaibling einiges Interessantes beobachtet: Der Seesaibling war ja seit Menschengedenken dort in den Seen der Hauptfisch (dass man es geschafft hat, ihm dort den Garaus zu machen, geschah kurz danach, ich zumindest konnte diesen Fisch noch bis Anfang der 90er Jahre beangeln und bewundern). Irgendwann dann, ich glaube es muss so um 1977/78 gewesen sein, wurde in der Gegend vor allem in Gasthäusern der in der Fischzucht Kainisch gezüchtete Bachsaibling immer populärer und ein einziges Mal wurde vom damaligen Fischereiverantwortlichen so ein Bottich Bachsaiblinge in den Seeauslauf vom Toplitzsee eingesetzt. Diese bunten recht kleinen Kerle wurden dann ziemlich schnell von Uferanglern gefangen, da sie sehr leicht auf alles bissen. Die paar, die übrig geblieben sind, stellten sich dorthin, wo es ihnen mehr behagte, nämlich zu den Einläufen der beiden mächtigen Wasserfälle. Den Seesaiblingen wären sie nie in die Quere gekommen, denn wie gesagt waren die Bachsaiblinge ufer- und oberflächenorientiert, wärend die Seesaiblinge gegenteilige Gewohnheiten haben (hatten).
Signifikant für die Bachsaiberln war, dass sie in die kleinsten Rinnsale, auch grob verbaute, einwanderten.
So hat sich kurioserweise über diese ganzen Jahrzehnte eine kleine Population von Bachsaiblingen im "Dorfbach" von Gößl gehalten. Dieser winzige, durch Steinpackungen im Dorf grob regulierte und wegen des Kalkgesteins im Sommer extrem wenig wasser führende "Bach" hat an manchen etwas tieferen Stellen zirka fingerlange Bachsaiblinge drinnen. Die Fische sind an ihren schneeweißen Säumen an den Brustflossen eh sofort erkennbar.
Gruss. Lupus