Ich möchte eine in Österreich nicht allzu bekannte Angelmethode vorstellen, nämlich die sehr interessante Möglichkeit des Zonkerfischens mit der Fliegenrute.
Das Fischen auf Raubfische hat sich in Österreich durch das Verbot der Befischung mit lebenden Köderfischen grundsächlich geändert. Gummifische, Dropshot, Wobbler und anderer Kunstköder erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Beim Thema Köder, in unserem Fall der Hechtzonker ,ein mit Fellstreifen gebundener Streamer , wird es die Leser und vielleicht angehende Hechtzonkerfischer interessieren, welche Zonker sich besonders gut für Raubfische wie Hecht und Zander eignen.
Ich habe meine Erfahrungen und meine „Lieblingsmuster“!
Kollegen haben andere Streamer gebunden und auch gute Fangerfolge erzielt. Man könnte daraus folgern, dass der Hecht oder Zander alles an Streamern nimmt, welche ihm nur verlockend genug vor der Nase vorbeigezogen werden. Das stimmt meiner Meinung nicht ganz, aber ich akzeptiere auch die guten Erfolge meiner Kollegen. Ich denke, dass die Farben rot und gelb z.B. eine ganz besondere Reizwirkung auf Raubfische ausüben.
Die Ansicht, dass das Angeln mit der Fliegenrute im allgemeinen nur den Salmonidenfischern vorbehalten ist, wird z.B. in den USA deutlich widerlegt. Dort ist Fliegenfischen oder besser gesagt Flugangeln, nicht nur weit bekannter, sondern es werden auch alle Fischarten und im speziellen Raubfische aller Art mit der Fliegenrute befischt. Natürlich unterscheiden sich diese Geräte doch etwas von für Forellen oder Äschen bestimmten Fliegenruten. Schon wegen der notwendigen Wurfweite, aber auch wegen der zu erwartenden schweren Fische verwendet man längere und kräftigere Ruten. Diese verwendet man auch für das Hechtfischen mit Streamer oder wie in unserem Fall, mit dem Hechtzonker, ein von mir entwickeltes spezielles Zonkermuster.
Das passende Gerät
Richtig abgestimmtes Gerät, gekonnte Wurftechnik und die richtige Einstripptechnik ist entscheidend für erfolgreiches Fischen auf Hecht oder Zander.
In den letzten Jahren hat sich das Wort „ Streamerrute“ eingebürgert. Was versteht man darunter? Eine Streamerrute muß kräftig in der Aktion sein, darf aber keine sogenannte Spitzenaktion haben. Sie sollte mindestens 2,75m oder noch besser 2,90m lang sein. Warum sind diese zwei Eigenschaften Voraussetzung für eine brauchbare Streamerrute? Weil man nur mit durchgehender Aktion die beim Streamerfischen so notwendige Rollwürfe gut ausführen kann. Weil eine lange, kräftige Rute das Ausheben des relativ schweren Zonkers aber auch der sinkenden Schnur wesentlich erleichtert und auch bessere Weitwürfe ermöglicht.
Kurz einige Worte zur Rolle. Ich persönlich gebe automatischen Fliegenrollen nicht den Vorzug. Da ich beim Drillen auf große Distanzen lieber mit Fingerspitzengefühl die Schnur führe. Allerdings haben übersetzte Rollen den Vorteil, dass lose Schnur relativ rasch während des Drills per Hand aufgerollt werden kann. Der Nachteil einer übersetzten Rolle ist, dass der Fisch beim Drill sehr vorsichtig geführt werden muss, weil durch die größere Übersetzung das Vorfach leichter reißt.
Die Größe der Rolle bestimmt die Stärke der Haup- und Länge der Backingschnur. Bei Schnurgewichtsklassen von AFTMA 8 bis 10 und 100 Meter Backing sollten doch etwas größere Rollen verwendet werden.
Die Frage, welche Schnur-schwimmend oder sinkend-zu verwenden ist, ergibt sich aus den verschiedenen Angelmöglichkeiten am Wasser. Grundsätzlich empfehle ich für stehende
Gewässer schwimmende, bei fließenden Gewässer leicht sinkende oder sinkende Schnüre. Aber wie überall gilt auch hier, die Ausnahme bestätigt die Regel.
Doch nun zu den selbst gebundenen Zonkermustern für Hechte:
Beim normalen Streamerfischen ist man zur Ansicht gekommen, das ein beschwertes Muster das leichte Spiel des Streamers unter Wasser behindert. Natürlich erleichtert ein schwerer Streamer oder Zonker das Werfen mit der Fliegenrute nicht. Allerdings stehen Hechte oft tief am Grund, und um dorthin zu kommen, braucht man Gewicht. Daher wollte ich einen anderen Weg versuchen.
Mit zwei Freunden hatte ich die Absicht in Baden bei Wien einen gut mit Raubfischen besetzten Teich zu befischen. Dort sollten meine auf Jigbleihaken gebundenen Hechtzonker im Vergleich zu den Gummifischen meiner Freunde, die ebenfalls auf den gleichen Jighaken aufgezogen waren, getestet werden. Meine Hechtzonker habe ich folgendermaßen gebunden:
Der große Bleikopf wurde soweit abgeschliffen, dass er gerade noch mit meiner 9er Fliegenrute zu werfen war. Für die Optik klebte ich große Augen auf den Bleikopf. Das Schwänzchen des Zonkers fertigte ich statt mit nur einem, mit drei Fellstreifen an. Sie sollten beim Einstrippen gutes Spiel unter Wasser garantieren. Der Körper, der auch aus Fell angefertigt wurde, verlieh dem Streamer bei Auf und Abwärtsbewegungen pulsierendes Leben.
Eine schöne, gelbe Halskrause aus gefärbtem Hirschhaar, in Muddlerart gebunden, gab ihm den letzten Pfiff. Der Ausflug nach Baden überzeugte mich von meinen Hechtzonkern voll. Ich muß zwar zugeben, dass das Werfen mit diesen schweren Mustern nicht einfach war. Doch tief am Grund geführt und über den Schottergrund gezogen, brachte es mir einige Hechte! Der Größte maß 1,22m und auch zwei Tiere über einen Meter bissen an. Meine beiden Freunde fingen mit ihren Spinnruten und Gummifischen an diesem Tag nur einen Hecht, allerdings maß auch der 1,20 Meter.
Ich denke also, dass sich mein Eigenbaumuster, an der Fliegenrute gefischt, bestens bewährt hat und zumindest an diesem Tag dem Gummifisch an der Spinnrute klar überlegen war.
Ganz wichtig erscheint mir noch zu erwähnen: Ein mehrfacher kräftiger Anschlag nach dem Biss ist unbedingt notwendig! Da Hechte einen Klammerbiss haben und ihre Beute nicht gleich loslassen, begeht man manchmal den Fehler, nicht genug anzuschlagen im Glauben, der Fisch sei schon sicher gehakt. Daher kommt es immer wieder vor, dass Fische noch kurz vor der Landung verloren gehen.
Was das Vorfach beim Streamerfischen anbelangt, sollte dieses der zu erwarteten Beute angepasst werden. Hechte sind nicht sehr vorfachscheu, und außerdem fischt man oft an hindernisreichen Stellen, wo ein sanfter Drill eines gehakten Fisches unmöglich ist. Es empfiehlt sich sogar die Verwendung eines Stahlvorfaches. Anders ist es beim Zanderfischen. Hier verwende ich Hardmono von 0,30 bis 0,40 Millimeter. Ein normales Monofilvorfach tut es wegen des besseren Spieles des Streamers aber auch..
Da sich die meisten großen Raubfische anschleichen und den Streamer oder Zonker mit einem schnellen seitlichen Vorstoß schnappen, werden sie oft seitlich vorne im Maul gehakt; So bleibt das Vorfach außerhalb der Gefahrenzone Gebiß.
Das Streamerfischen vom Boot aus ist sicherlich am angenehmsten, weil man da keine wurftechnischen Probleme hat. Fischt man jedoch mit einer Begleitperson im Boot z.B. einem
Ruderer, darf dieser ohne vorherige Absprache niemals aufstehen. Streamerhaken sind keine kleinen Äschenhaken und nicht so ohne weiteres mit einer Zange zu entfernen.
Natürlich ist das Angeln auf Raubfische mit Fliegenrute und Zonker keine Wundermethode. Es macht aber Spaß,diese Fische mit Eigenbaumustern zu fangen. Sollten sie aber nach den ersten Versuchen mit Zonkermustern nicht erfolgreich sein, so lassen sie sich nicht gleich entmutigen.
Petri Heil ihr Rudolf Thurner
Bindeanleitung von Hechtzonker
Bei einem Jighaken, den man für Gummifisch verwendet, wird der Bleikopf mittels Raspel und Feile beidseitig ganz flach zugeschliffen. Erstens wird damit eine Gewichtsreduktion erreicht, und der Zonker ist leichter mit der Fliegenrute zu werfen. Zweitens bekommt man eine flache Auflage um, Fischaugen aufzukleben oder aufzumalen. Im letzten Drittel des Hakens wird ein Zonkerstreifen (gefärbter Hasenfellstreifen) mittig eingebunden, so dass der schmale Fellstreifen fünf bis sieben Zentimeter über das Hakenende hinaussteht. Ein gleich langer Streifen wird als zweites Schwänzchen dazu gebunden. Eventuell kann man beidseitig noch eine dazu passende Feder, ähnlich wie ein Tarponstreamer, einbinden. Dies bewirkt ein besseres Spiel unter Wasser. Mit dem Richtung Öhr überstehenden Rest der eingebundenen Fellstreifen wickelt man dann den Körper des Zonkermusters, wobei das Fell beim Wickeln immer gründlich zurückgestreift werden muß. Zum Schluss formt man mit Faden und Schere noch einen attrakiven Muddlerkragen aus Hirsch- oder Rehhaar. Der Kragen vor dem Bleikopf kann aber auch mit einem andersfarbigen Fellstreifen angefertigt werden.






Wenn du jetzt auch noch sagst dass du das ganze auch per belly boat betreibst, dann wirst du sofort zu meinem idol! 

