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Wochenende im Ausseerland

Teich und See

Wochenende im Ausseerland

Beitragvon Hupsi » 27.09.2006, 07:54

Hi,

wir würden gerne dieses wochenende ins ausseerland fahren und natürlich auch angeln. Hab gesehen dass die seen nur bis spätestens 15.9 befischbar sind.

Gibt´s irgendein gewässer wo es noch möglich ist?
Spinnfischen und schleppfischen wäre fein!

Bitte um Rückmeldungen.

Danke hupsi
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Beitragvon Lupus » 27.09.2006, 08:13

Also am Grundlsee darf man noch. Weil sie dort in erster Linie die Hechten und die Bersch loswerden wollen (was ihnen eh nie gelingen wird). Lies den Bericht von BrownTroutFan "Aitel- und Barschtag", der ist doch auch eindeutig nach dem 15.9., also darf man dort jetzt noch fischen.
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Beitragvon BrownTroutFan » 27.09.2006, 09:26

Wie Lupus schon anmerkte - am Grundlsee geht's. Mehr Infos: http://service.bundesforste.at:8080/oeb ... censeID=32
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Beitragvon Hupsi » 27.09.2006, 15:03

@ Browntroutfan u. Lupus:

Besten Dank für die raschen Antworten. Immer wieder eine Freude, wenn einem hier geholfen wird.

Wenn es am Wochenende passt, folgt natürlich nächste Woche ein Bericht!

lg Hupsi
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Beitragvon Lupus » 27.09.2006, 17:51

Werde mich sicher über einen Bericht über den Grundlsee freuen. Petri Heil!
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Bericht: Grundlsee am 30.09.2006

Beitragvon Hupsi » 04.10.2006, 20:00

Wir, mein Angelpartner und ich, samt Anhang und Kinder machten uns am 29.9 auf ins Ausseerland. Nach etwas hastiger Anreise konnten wir gerade noch kurz vor 18.00 beim Tourismusverband Grundlsee unsere Hecht-Tages-Karten ergattern. Die sehr nette Dame vorort gab uns außerdem hilfreiche tipps zum Boot-Ausleihen und versorgte unsere Damen mit ausführlichem Kartenmaterial fürs Radeln und Wandern.

Danach checkten wir in unserem Quartier im Ortsteil Schachen ein. Ein absolut netter Biobauernhof mit sehr sauberen und günstigen Zimmern war schon mal ein guter Start und gab uns Hoffnung für den nächsten Tag.

Ein Boot sollte es schon sein, dachten wir. Beim Bootsverleih beim "rostigen Anker" war leider niemand. Zurück nach Grundlsee zum Bootsverleih Hillbrandt. Dort wurden wir erneut enttäuscht, denn die Ruderboote waren schon eingewintert (bei dem schönen Wochenende!!), Elektroboote werden aufgrund schlechter Erfahrungen nicht an Fischer ausgegeben (Motorverwicklungen!) und der Preis für ein Tretboot, was ohnehin zum schleppen ein sch...s wäre, war 6€ die Stunde. Was für einen Tag eine Frechheit gewesen wäre.

Somit verblieben wir mal ohne Boot und hofften auf den nächsten Tag. Pünktlich zu Sonnenaufgang standen wir dann am Ufer in Gössl und warfen unsere Spinnköder (Spinner, Blinker, Wobbler,....) aus um sie variantenreich wieder einzuholen. Leider kein Biss. Danach Frühstück - Neuer Mut - Leider noch immer kein Boot.

Um uns etwas zu motivieren, versuchten wir beim "rostigen Anker" den hunderten Barschen nachzustellen. Mit kleinen 2cm wobblern konnten wir 2 Barsche direkt am Ufer fangen. Einer ca. 20cm der ander etwas kleiner. Diese sollten uns als "toter Köderfisch" an der Pose dienen.

Weiter zum viel erwähnten und angeratenen Schilf im Ortteil "Wienern". Barsch an den Hacken, Pose auf 2m und raus damit. Doch leider nach 3 Stunden noch immer kein Hecht in Sicht. Und leider auch noch immer kein Boot. Trotz strahlendem Sonnenschein schien der Bootsverleih beim rostigen Anker heuer bereits genug Umsatz gemacht zu haben. Sch...!
Wir versuchten es sogar bei den umliegenden Bauern doch es schien verhext. Kein Boot.

Dann die Erlösung: Um 16.00 konnten wir durch Zufall ein Ruderboot ergattern. Also alles aufs Boot. Schleppen mit Wobbler, Gummifisch im Forellendesign (25cm) und blinker. Doch..... auch hier ging leider nichts.
Um 19.00 gaben wir dann etwas entäuscht auf. Hechtschneider.
Der Preis fürs Boot (5€) war für 3.Std. voll Ok.

Nun zu einem etwas heiklen Thema. Will hier niemanden anschwärzen oder Probleme bereiten aber:

Als wir am vormittag in Grundlsee für kurze Zeit den Aiteln nachstellten kam ein Vertreter der Natur- und Bergwacht vorbei. Ein wirklich netter Herr der uns auch gute tipps gab. Jedoch meinte er, dass am grundlsee viele mit "lebendem Köderfisch" auf Hecht fischen!!! Und der tote Köderfisch für die Wurscht sei.
Als ich erwiderte, dass das nach meiner Kenntnis illegal sei, kam nur der Kommentar "naja, pfff, is ja wurscht u. dgl.
Wir konnten auch 2-3 Fischer mit lebenden Köderfischen beobachten!
Scheinbar wir hier mit allen Mitteln dem Hecht nachgestellt der ja laut Naturwacht der Zwischenwirt für den Saibling darstellt.

Wie gesagt, ich will hier keinem Problem bereiten aber seltsam ist dass ganze schon. Vielleicht weiß ja einer von euch mehr dazu. Wenn nicht - stillschweigen?

Auf jedenfall war mein Wiedersehen mit dem Ausseerland nach 16 Jahren wunderbar. Die Landschaft und Natur einmalig schön und wir werden sicher wieder kommen.

Petri Heil lg Hupsi :D
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Beitragvon Hupsi » 04.10.2006, 20:06

sorry, meinte natürlich zwischenwirt für den Bandwurm der über den Kot des Hechtes vom Saibling am Seegrund aufgenommen wird.
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Beitragvon Franz » 04.10.2006, 20:23

@Hupsi

Sehr schöner Bericht. Schade das die Hechte nicht so wollten, wie Ihr Euch das vorgestellt habt.

sorry, meinte natürlich zwischenwirt für den Bandwurm der über den Kot des Hechtes vom Saibling am Seegrund aufgenommen wird.


Aus diesem Satz werde ich allerdings nicht ganz schlau :shock: Der Saibling frißt den Hechtkot, oder "Nur" den Bandwurm :shock: :wink:
Gruß
Franz
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Beitragvon Hupsi » 04.10.2006, 20:37

@Franz

Der Vetreter der Naturwacht hat mir erklärt dass, der Bandwurm im Kot des Hechtes zu Boden sinkt. Dort wird er dann von den Saiblingen, die ja in manchen Phasen des Jahres Plankton vom Grund fressen, aufgenommen. Der Hecht ist scheinbar nur Zwischenwirt und hat keine großen Problem mit dem Bandwurm. Jedoch rafft es vorallem mittelmassige Saiblinge dahin, die der eigentliche Wirt des Bandwurmes sind.

Ich glaub der verwendete Name "Hechtbandwurm" scheint nicht ganz korrekt. So wurde es mir halt erklärt, werde mich aber noch schlau machen oder jemand im Forum weiß vielleicht mehr dazu.

Aber der Hecht wird natürlich die Saiblinge auch so gern verspeisen und deshalb ist der Hecht dort nicht sehr willkommen. Es soll wohl ein reines salmonidengewässer werden. Was meiner Meinung nie gelingen kann ausser man lässt den Grundlsee auslaufen oder zieht den Stöpsel :lol:

lg Hupsi
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Beitragvon Lupus » 05.10.2006, 05:38

@ Hupsi

Ich kenne den Grundlsee wie meine Westentasche und bin dort vor 37 Jahren das erste Mal mit der "Angel" gestanden, war als Schüler, später Student und dann noch als Familienvater bis Anfang der 90er Jahre jeden Sommer am See, wobei die Sache damals insoferne einfacher war, als die Karte für den Grundl- und Toplitzsee galt.
Bis Ende der 70er Jahre war der See , abgesehen von den Aiteln , Seelauben, Elritzen und Aalrutten ein reines Salmonidengewässer. Es kamen also Bachforellen, Seeforellen und Saiblinge vor und ich konnte traumhafte Fänge, vor allem vom Boot aus erzielen. Dann wurden plötzlich Hechte eingeschleppt. Erst sah man hin und wieder einen Hecht in Ufernähe stehen, dann vermehrten sie sich sozusagen explosionsartig und fast überall sah man kleine Hechtln. Schon damals hiess es "die gehörn raus". Interessant ist ja, dass schon seit eh und je (also auch zu einer Zeit, als sonst überall zum Hechtfischen Lebendköderfisch erlaubt war), im Grundlsee der lebende Köderfisch verboten war. Zu den guten Zeiten des Sees, also als er ein reines Salmonidengewässer war, konnte auch schnell die Lizenz wegsein, wenn einer mit einer lebenden Elritze auf Forellen und Saiblinge fischte (was eh total unsportlich gewesen wäre). Das Lebendköderverbot wurde auch, als die Hechte eingeschleppt wurden, nicht aufgehoben, obwohl auch das noch zu einer Zeit war, wo sonst überall in Österreich mit Lebendköder auf Hecht gefischt wurde. Es war also von der Lizenz her verboten, aber bald hatte sich herumgesprochen, dass wenn Du mit Hechtnzeug und großem Stoppel eben auf Hechtn fischst, kein Hahn danach kräht. Also standen schon rund um 1980 viele völlig unbesorgt am Ufer und warfen ihre Lebendködermontagen aus. Der Salmonidenbestand wurde sukzessive schlechter und mein einziges Refugium war der Toplitzsee, in den zwar auch schon einige Hechtn vorgedrungen waren, vor allem im vorderen Teil des Sees, aber weiter hinten und im freien Wasser war es nach wie vor einmalig auf Saiblinge und große Bachforellen.
Den absoluten Todesstoß verpasste sich der See allerdings, als Ende der 80er Jahre auch die Barsche eingeschleppt wurden. Seitdem gibt es kaum Stellen an den Seen, wo nicht massenhaft Barsche wären. Die Elritzenbestände, früher war das Ufer oft schwarz von hundertausenden Elritzen sind fast erloschen.
Für mich war selbst zu Zeiten, als der Grundlsee noch auf Hecht gut gewesen wäre (inzwischen haben die Bestände stark nachgelassen), die Fischerei dort nach 1991 uninteressant geworden, denn wegen Hechten brauche ich nirgendswohin fahren, die habe ich in Wien genügend.
Ich hoffe, damit einige Fragen beantwortet zu haben, auch hinsichtlich dieses heiklen Themas der dort herrschenden "Narrenfreiheit" für Lebendköder.
Meiner Meinung nach sind diese beiden wunderschönen Salzkammergutseen unrettbar verloren für das was sie einmal waren, nämlich Gewässer, wo ich Jahr für Jahr herrliche Salmoniden fangen konnte.

Gruss aus Wien. Lupus
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Beitragvon BrownTroutFan » 05.10.2006, 06:44

Lupus kennt den See sehr gut und hat auch schon viel darüber geschrieben. Der Vollständigkeit halber möchte ich noch gerne einen Link ergänzen, unter dem zum Thema Hechtbandwurm einiges zu lesen ist: http://www.angelforum.at/forum/viewtopi ... zkammergut

Meine persönliche Meinung zum Grundlsee (nach zahlreichen Besuchen im heurigen Angeljahr) ist die, dass
a) er ein landschaftlich wunderschön gelegener See ist,
b) er zum Angeln auf Barsch und Aitel absolut nicht unattraktiv ist (das muss man halt prinzipiell mögen),
c) der Hechtbestand sicher deutlich zurückgegangen ist, sodass durchaus ein gewisser Reiz besteht, auf Hecht zu angeln, weil es nicht mehr ganz einfach ist, einen zu erwischen,
d) die Salmonidenbestände langsam wieder zunehmen.

Es wird wohl sehr schwierig, den See wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Schätzungsweise ein Unterfangen, dass - wenn überhaupt - erst nach vielen, vielen Jahren halbwegs gelingt. Doch habe ich den Eindruck, dass sich die Menschen dort sehr bemühen.

Lupus wird's freuen, was ich zum Abschluss noch schreibe: Bei meinem letzten Ausflug zum See vor etwa 1,5 Wochen, der bis zum Einbruch der Dunkelheit dauerte, konnte ich etwas Schönes beobachten: Zig Ringe von nach Fliegen/Mücken schnappenden Forellen an der spiegelglatten Seeoberfläche. Das war das erste Mal, dass ich dieses Schauspiel am Grundlsee in dieser Intensität erlebt habe. Ich werte es mal als gutes Zeichen ;-)
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