Das Gewässer war relativ voll, als ich ankam. Noch während ich aufbaute, fingen zwei Jungangler einen schönen Schuppenkarpfen um die 10 Kilo und kurz darauf eine absolut geile Schleie.

Tja, und wie es der Teufel so wollte, blieben dies die einzigen beiden Fische, die an diesem Tag hier gelandet wurden. Eine Zweierpartie am Nebensteg versuchte ebenso vergeblich, einen Karpfen zu Biss zu verführen, wie wir. All unsere Versuche schlugen ins Leere, Stunde um Stunde verging ohne Biss. Selbst als sich die Himmelspforten öffneten und es zu regnen begann, schwiegen unsere Bissanzeiger. Und das obwohl am Tag zuvor hier noch wirklich gut gefangen wurde.

Sollten die Fische von einem Tag auf den anderen nun auch hier mit dem Laichen begonnen haben? Wir wussten es nicht.

Was blieb war aber ein schöner Tag in wunderbarer Umgebung mit reichlich interessanten Gesprächsthemen rund ums Angeln und weit darüber hinaus. Genau das Richtige, um die Probleme des Alltags zumindest für kurze Zeit vergessen zu können.

Um etwa 21 Uhr ließen wir es gut sein, und ich machte mich wieder auf den Heimweg, aber nicht, ohne Joe schon einmal meine Rückkehr anzukündigen.
Angesichts unseres gigantischen Misserfolgs, probierte es Joe gleich am nächsten Tag am selben Platz nochmal. Wieder schien es fast so, als ob ein Blank vorprogrammiert wäre. Immerhin fand eine Schleie den Weg in den Kescher. Doch als Joe schon beim Zusammenpacken war - die Funkbox war schon ausgeschaltet und die erste Rute eingekurbel - meldete sich nochmal ein richtiger Kracher an! 17 Kilogramm Spieglerpower!

Gratulation an Joe zu diesem Traumfisch, der ihm im Drill einiges abverlangt hat. Mit ein wenig Hartnäckigkeit lässt sich also auch in schlechten Zeiten noch der eine oder andere Biss erhaschen.






