Es war wieder mal überraschend viel los, doch ich konnte einige interessante Stellen ausmachen, die nicht befischt wurden. Das Wetter war königlich, die Sonne schien und ich konnte ohne T-Shirt mit meinem Boot übersetzen. Ich legte an einer strategisch günstigen Stelle an, von der aus ich eine zugewachsene Bucht voller Holz, einen kleinen Schilfgürtel und eine überhängende Baumpartie befischen konnte.

Mittlerweile ist es leider schon üblich geworden, dass meine Sessions prinzipiell damit beginnen, den Müll der anderen so genannten "Angler" einzusammeln... Ich kam gerade noch dazu, die Bojen zu setzen, bevor ein heftiger Regenguss über mich hereinbrach. Alles blieb trocken, und ich nutzte die Zeit im Zelt, um ein paar Rigs zu binden.

Als ich aus dem Zelt ging, vernahm ich ein hässliches Knacksen von unten. Ich musste gar nicht nachsehen, um zu wissen, dass ich gerade einen Blödsinn gemacht hatte. Und so war es auch: Ich hatte meine optischen Sonnenbrillen unter meiner Schuhsole begraben. Alles verbogen und ein Glas herausgesprungen, wirklich super! Hoffentlich kriegt das der Optiker wieder in Ordnung!

Wie dem auch sei, noch vor der Dämmerung lagen die Montagen an ihren Plätzen. Mit war von Vornherein klar, dass es nicht leicht werden würde. An keinem Gewässer in meiner Nähe wurde derzeit übermäßig gut gefangen. Lange Phasen ohne Bisse wurden nur von dem einen oder anderen Fisch unterbrochen. Längt vorbei sind die Fangorgien und Nächte mit bis zu vier, fünf Bissen, die es noch vor wenigen Wochen gegeben hatte. Ja, die Fische bereiten sich auf das Laichen vor, was bei den gefangenen Milchnern und prall gefüllten Rognern leicht zu erkennen war. Das schlägt auf den Appetit! Aufgrund der leichten Abkühlung rechnete ich mir aber doch Chancen aus. Ein paar Fische mussten doch fressen!
Um etwa Mitternacht - ich hatte meine Versuche, der "Radio Kärnten Astronacht" ernsthaft zu folgen schon aufgegeben - war es dann soweit. Der Hanger der linken Rute wanderte nach oben und verharrte angesichts der zugeknallten Bremse dort. Zugeknallt deshalb, weil ich es auf jeden Fall verhindern wollte, dass der Fisch es bis zu den versunkenen Ästen schafft. Schnell hatte ich den Karpfen unter Kontrolle und konnte ihn aus der Gefahrenzone pumpen. Dann fuhr ich ihm mit dem Boot entgegen und hatte den prachtvollen Schuppi schnell im Kescher.

Die restliche Nacht blieb es ruhig. Die Außentemperaturen waren aufgrund der starken Bewölkung recht hoch, doch gut schlafen konnte ich trotzdem nicht. Um etwa 7.30 Uhr erfolgte ein Weckruf von Prinzessin Andrea. Noch einen schnellen Kaffee, dann ging es wieder ans Einpacken!








