"JIPPIE! Die Spinnsaison beginnt, das Wetter ist schön, genug gelernt für heute."
Das waren die Gedanken die mich heute ereilt haben, also nix wie hin ans Wasser. Mittelgroßer Kescher, Mittelstarke Rute (Berkley Skeletor Series 1) Mittelgroße Köder.
Nach nur wenigen Minuten spinnen der erste Hecht Nachläufer. er ging 2 mal hinterher, wollte aber nicht zupacken. Markant: Eine Rot-Weiss-Rote Verletzung die ganz deutlich zu erkennen war an der linke Flanke. "Ein patriotischer Fisch" schmunzelte ich und ging weiter nachdem er nicht zupacken wollte.
Am Gegenüberliegenden Ufer angekommen warf ich erneut aus, und wieder ein Nachläufer.... Seltsam. Die Fische wollen einfach nicht zupacken.
Erneuter Wurf in die vermutete Schwimmrichtung: ZACK - Fischkontakt, ein mittlerer Hecht konnte gekeschert werden. Das Abendessen ist gesichert. Jetzt gerade sehe ich beim ausnehmen: Die selbe Verletzung! Das war der Fisch vom gegenüberliegenden Ufer. Witzig
Noch ein paar Würfe zum Zeitvertreib, ein wunderschöner Barsch mit 30-35 läuft meinen Wobbler nach, packt aber auch nicht zu. Schade
Also geh ich so die Wiese entlang und werfe links rechts, mitte. Wo ichs halt grad so glaub, da sehe ich dass sich die Schnur auf meiner rolle verdrallt hat. Gut richt ichs halt.
Erneuter auswurf, ein flüchtiger Blick ob sich die Schnur eh nicht erneut verdrallt hat, da gibt es einen Ruck in der Rute - Anschlag sitzt. Der Fisch lässt sich heranpumpen, aber ich merke schon da ist Gewicht dahinter. Ich denke an einen großen Hecht der sich quer stellt.
Plötzlich beginnt der Fisch sich zu wehren und ich bin nur mehr Passagier. Als würde ein Güterzug fahrt aufnehmen kann ich mit beinahe geschlossener Bremse nur mehr zusehen wie der Fisch auf die Seerosen zusteuert und sich darin verfängt. Das Adrenalin schiesst mir durchs Blut. "NEIN NEIN den Fisch darf ich nicht verlieren denke ich mir" Also wende ich einen Trick an wie ich ihn mir selber beim Karpfenangeln beigebracht habe: Der Fisch sitzt in den Seerosen und ich beobachte ganz genau was er macht, nehme voll Spannung auf dass sich die Rute richtig durchbiegt und halte sie seitlich, in dem Moment als er nochmal Energie aufnimmt lege ich den Freilauf meiner Rolle um - die aufgenomme Energie und die geflochtene Schnur wirken wie ein Laubsägeblatt: Alle Seerosen sind gekappt. Aber das war noch lange nicht alles. Der Fisch bildet sich ein nach rechts ins Schilf flüchten zu wollen, ich halte alles dagegen was ich habe, riskiere auch einen Schnurbruch. Ich schwitze mittlerweile wie ein Schwein. Ist er im Schilf ist es aus. Das wächst bei uns so massiv und so verwinkelt, ist er einmal in so einer kleinen Schilfbucht drinnen kann ich ihn mir aufzeichnen.In meiner Panik rufe ich "thomasfischt" an und brüll ihm rein "Ein Monster, ich hab ein Monster drauf - hör dir das an: Und halte ihm die keuchende Bremse hin" Ich muss auflegen denn plötzlich schiesst er mir mit Rekordtempo 20 Meter entgegen, macht kehrt und wieder Richtung Schilf. Jetzt ist es mir zu dumm, ich ziehe die Schuhe aus, werfe die Schlüssel und Geldbörse in den Angelkoffer und bin gerade dabei ins Wasser zu hupfen da gibt er auf und lässt sich ranpumpen. Zum ersten mal sehe ich den Fisch, ein stattlicher Wels!
Nur: Wie krieg ich den jetzt raus? In den Kescher passt der niemals, na gut, Schuhe hab ich eh keine mehr an also irgendwie den Wallergriff anwenden. Weil ich ein feiges Huhn bin und noch nie einen Wels alleine landen musste wenn ich keinen Landehandschuh dabei hatte nehm ich einen alten Fahrradschlauch den ich zufällig dabei hatte und schütze damit meine Finger. Raus damit, endlich ist es geschafft. Kein Monster aber ein guter Fisch.
Ich bin fix und fertig, und da der Wels seit heute Schonzeit hat (auf den Tag genau! Dieser Hundling) denk ich nicht mal dran ihn mitzunehmen. EIn Photo will ich aber trotzdem, Kamera hab ich natürlich keine mit. Also bitte ich Pasanten die ein I Phone haben ein Photo zu machen und die lieben Leute machen das auch. Auf dem Photo sieht man den Fisch nicht ganz, aber man sieht wie fertig und verschwitzt ich bin. Auf den weiteren Photos die ich morgen hoffentlich online stellen werde sieht man dass hinten eine Wiesenkante ist und der Fisch deutlich länger ist als es das 1te Bild vermuten lässt.
Der Fisch war 1.32m lang (gemessen) und etwa 18 Kilo (geschätzt) schwer und lieferte mir auf meiner mittleren Spinnrute einen heissen Tanz. Nach dem Phototermin durfte er wieder weiterschwimmen, was er nach 10 Sekunden ausruhen auch tat. Ich war fix und alle aber überglücklich. Weitere Photos folgen hoffentlich wenn die Passanten mir die restlichen Photos schicken.
lg
Thomas






