Hallo Kollegen, beobachte schon seit Jahren die Donau und befasse mich mit Ihren Zusammenhängen, aus meiner Sicht ist die wichtigste Tat die Renaturierung mit dem Anschluß alter verlandeter Gewässer bzw. die Umstrukturierung der Buhnen und Leitwerke. Es müssen einfach unterschiedliche Strukturen geschaffen werden, dann kommt der Nachwuchs ganz von selbst, da kann man noch so viel besetzen, das Geld ist besser in solche Umstrukturierungen investiert. Die Donau darf einfach nicht zu eintönig geradlinig verlaufen, es müssen kleine Schotterinseln für die Kieslaicher bzw. Querbuhnen/Leitwerke die Wellenschutz vor den Schiffen bieten gebaut werden, hinter diesen Buhnen bilden sich dann Ruhezohnen wo sich auch Totholz ablagert und die Brut aufkommen kann. Auch für uns Fischer sind das interessante Plätze zum sitzten mitten im Strom, ist ja ein Traum oder? Wenn ein Altarm fast wieder ganzjährig vom Hauptstrom durchströmt wird, passiert da aktiver Fischaustausch besonders mit der Brut und Kleinfischen. Erst wenn diese wichtigen Voraussetzungen geschaffen sind kann man wieder mit dem Besatz beginnen. Ich würde vorschlagen die Fischereiverbände müssen zwingend Nasen, Strömer, Huchen, Bitterlinge und sonstige selten Donaufischarten besetzen und für einige Jahre mit dem Besatz des Karpfens halt aufhören. Das schöne ist ja auch durch diese unterschiedlichen Gewässertypen, schnell fließender Strom aber auch Stauraum mit langsam fließendem Gewässer sich die unterschiedlichen Fischarten wohlfühlen und was ist schöner als wenn man nicht weiß was da an der Angel drauf ist? Ist es ein Barben, nein wieder mal ein Karpfen oder sogar Zingel und Wolgazander. Das Grundelproblem löst sich aus meiner Sicht von selber, wo immer in der Natur ein Überangebot an der Spezies ist, gibt es auch wieder einen Zusammenbruch nur halt beim Homo Sapiens nicht

. Außerdem mit dem verschwinden der Steinpackungen gehen auch die Grundeln zurück, auf reinem Schotter hab ich noch nie eine gefangen, ganz verschwinden solltens aber auch nicht, wie die marmorierte Grundel die noch vor Jahren ein Massenfisch war und nun von der Schwarzmundgrundel abgelöst wurde. Vor kurzem hab ich einen Wels gefangen mit mehreren Grundeln und einem Frosch im Magen, überhaupt ist der robuste Wels stark im kommen, konnte viele kleine bis 50 cm fangen. Ganz wichtig sind auch die Fischaufstiegshilfen, in der Freudenau z. B. gibt es eine aber es fließt viel zu wenig Wasser durch, die Kraftwerksbetreiber werden da wohl Ihre Finger im Spiel haben oder auch der Donaukanal müßte bei der Nussdorfer Schleuse mit dem Strom verbunden werden. Diese Verbindungen würden auch zum aktiven Fischaustausch führen, vor kurzem hat mir eine Fischer erzählt vor vielen, vielen Jahren hat er bei der Nussdorfer Schleuse noch Elritzen, Gründlinge, Perlfische usw. neben den Lauben, Rotauge usw. gefangen, so sollte es sein. Ich appeliere hiermit an alle Obmänner

, die die in den Donauvereinen etwas zu sagen haben, tut etwas an den Strukturen und besetzt nicht massenhaft tschechische Karpfen, wenn sowieso nur Wildkarpfen. Schon kleine Dinge wie versenkte Bäume und der Anbau von Schilf in den Donaustauräumen bringt den Fisch, man muß sich halt aktiv was überlegen. In diesem Sinn wollen wir der vergewaltigten Donau doch Ihre Würde zurückgeben, lg Naturfischer