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weidgerechtes fliegenfischen

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weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon red tag » 07.02.2008, 10:05

hallo leute!
will euch einmal fragen was weidgerechtes fliegenfischen für euch bedeutet. ich bin der meinung, dass unsere salmonidenbestände durch verschiedene probleme leiden müssen. daher haben wir noch mehr verantwortung bei der ausübung unserer fischerei. um so länger ich fischen gehe um so wichtiger werden mir auch solche themen. bin gespannt auf eure meinungen.
mir fallen jezt einmal spontan ein:
das absichtliche anfischen von fischen in der schonzeit.
die verwendung zu feiner schnüre/rute unsw.
den richtigen umgang mit den gefangenen fisch.
kochtopffischen/reines catch and release kann es ja auch nicht sein.
widerhaken andrücken.
was fällt euch noch so ein.
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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon Ferdl » 07.02.2008, 10:19

red tag hat geschrieben:mir fallen jezt einmal spontan ein:
das absichtliche anfischen von fischen in der schonzeit.
die verwendung zu feiner schnüre/rute unsw.
den richtigen umgang mit den gefangenen fisch.
kochtopffischen/reines catch and release kann es ja auch nicht sein.
fg red tag


bis auf den widerhaken gilt das in meinen augen für alle anderen arten zu fischen auch!

mir fällt noch ein "allgemein gutes verhalten" am wasser ein!ist zwar nicht direkt mit dem wohl des fisches verbunden, doch gehört es in meinen augen zur weidgerechtigkeit dazu, sich nicht zu lautstark aufzuführen und dreck zu hinterlassen! außerdem hasse ich mitfischer, die alles um ihren platz herum verteilt haben (vielleicht noch in zehn knallgelben plastiksackerln....). meist kann man eine weidgerechte einstellung dem fisch gegenüber schon am auftreten eines fischers erkennen (obwohl ich auch schon best eingekleidete snobs in orvisklamotten als reine fleischfischer enttarnt habe..... :cry: ).

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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon Wolfgang » 07.02.2008, 11:51

Für mich zählt folgendes zum unwaidgerechtenFischen noch dazu, gilt zwar auch für andere Angelarten, kommt aber beim Fliegenfischen öfter vor und zwar das gezielte Anfischen großer Fische mit absichtlich zu leicht dimensioniertem Gerät, was dann zu unangemessen langen Drillzeiten führt, von Abrissen ganz zu schweigen.
Auch das wiederholte Anfischen erkennbar untermassiger Fische, wie zum Beispiel bei einem Äschentrupp oft gegeben, gehört für mich dazu.


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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon Lupus » 08.02.2008, 05:30

Für mich gehört auch ein wenig persönlich Einschränkung bei den Schonzeiten dazu, unabhängig vom Gesetz. So werde ich nach einem sehr strengen Winter (wie es 2005 war!) nicht gleich am 16.3. wenn die Bachforelle frei ist sagen "halali Jagd Frei", zumal die von Laichzeit und Nahrungsmangel ausgezehrten Tiere wirklich noch eine Auszeit verdienen.
Genauso lasse ich ganz gerne an Gewässern mit Bach- und Regenbogenforellenbestand, wo nach 1.9. noch das fischen erlaubt ist (weil die Regenbogenforelle frei ist) mit fortschreitendem Herbst Ruhe einkehren oder versuche zumindest dort zu fischen, wo ich eher keine Bachforellen vermute.
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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon Royal Coachman » 08.02.2008, 12:33

Hallo Freunde !

Einen kleinen Einwand darf ich mir erlauben.

Das Problem mit den sehr dünnen Vorfächern stellt sich nicht so einfach dar. Auf der einen Seite sind größere, erfahrene Fische sehr vorfachscheu und mit einem 18er oder 22iger nicht zum Zugreifen zu veranlassen, andererseits sollte man natürlch bei Fischen über 1 kg schon eine entsprechende Schnurstärke verwenden.

Ein Lösungsansatz wäre die Drilltechnik, damit kann man überlange Drillzeiten vermeiden und weidgerecht einen Fisch erlegen oder zurücksetzen ohne daß er an Übersäuerung zu Grund geht.

Leider habe ich über Jahre hin bemerkt, daß dieses Thema kaum jemand interessiert.

freundlichst
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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon Wolfgang » 08.02.2008, 13:45

Hallo Gebhard,
was ich mit unterdimensioniertem Gerät meine ist folgendes, wie etwa Dinge, wie das absichtliche Anfischen eines Meterhuchens mit 3er Rute und 0,16er Vorfach oder wie ich es hier bei mir oftmals beobachten konnte, daß einige "Spezialisten" extra auf feineres Gerät umrüsteten, weil der Drill einer 60er Bafo/Mefo mit einer 2er-Rute doch viel "geiler" sei. Bei einer frisch aufgestiegenen Mefo mag der Drill noch einigermaßen "gewinnbar" sein, da die Fische nahezu nie in Hindernisse gehen, sondern fast immer die Flucht ins freie Wasser bevorzugen, jedoch wird es dann ein Drill bis zum "Ende", der ein Releasen fraglich macht, was manchmal sogar rein rechtlich nötig sein kann, da die beiden Lebensformen unterschiedliche Schonzeiten haben.
Gleichgroße Bafos, also 60cm+ sind in unseren Gewässern bei zu schwachem Gerät oft verloren, da man sie kaum davon abhalten kann innerhalb weniger Sekunden im nächsten Pflanzenpolster, Totholzhaufen oder unter dem wurzeldurchwucherten unterspülten Ufer zu verschwinden.

mfg
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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon Royal Coachman » 08.02.2008, 14:04

Hallo Wolfgang !

Ich hab den Beitrag nicht zur Berichtigung Deines Posting geschrieben, sondern wollte ganz allgemein, den Leitsatz "so dünn wie möglich, so stark wie nötig" kritisch hinterfragen. Daß dieses Anfischen von großen Fischen mit unbrauchbar schwachem Gerät eine "Schweinerei" dar stellt, sehe ich nätürlich ganz in Deinem Sinne.

freundlichst
Gebhard
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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon red tag » 10.02.2008, 09:36

hallo rc!
wenn ich auf große bafos fische verwende ich seh starke vorfächer.(020-25). als köder verwende ich große nymphen und streamer. ruten 6 bis 7er. bei der fischerei habe ich keinerlei scheu bei starken vorfächer feststellen können. kann aber auch am revier liegen . ist nicht ganz klar und hat kaum befischungsdruck. ich fische auch eher am abend oder bei angestaubten wasser so. das wichtigste ist bei den bafos sie vor der flucht ins totholz abzuhalten. nach den ersten fluchten schaut es dann ganz gut aus.
bei großen regenbogenforellen ist es meiner meinung nach schon schwiereiger da die bei uns oft große fliegen ablehnen und daher feiner gefischt werden muß. bei einen 16 er vorfach und einer rf über einen kg kann man halt nur bedingt druck ausüben. wenn möglich versuche ich so viel schnur aus den wasser zu bekommen und den fisch zu folgen.
wie schaut deine drilltechnik aus bei großen fischen und feinen vorfächern.
insgesamt neige ich aber eher zu ordentlichen gerät und fische auf forellen eigentlich nie unter 016. auf äschen trocken gehts feiner auch.
fg red tag
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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon Royal Coachman » 10.02.2008, 10:24

Hallo Red Tag !

Meine Gewässer, die ich die Ehre habe zu Befischen, sind fast immer gin-klar, deswegen sind dünne Vorfächer ein Muß. Ich gehe aber je nach Gegebenheiten nicht unter 14, da hin und wieder große Fische (Äschen mit über 50 cm und Bafos) einsteigen.

Als sehr erfolgreich hat sich die Methode des "Umwerfens" bei großen Fischen bewährt. Man senkt die Rute paralell zur Wasseroberfläche und übt horizontal Druck aus, sodaß der Fisch umgeworfen wird. Wenn das zweimal gelingt, gibt er meistens auf, ist aber noch nicht so erschöpft und übersäuerd, sodaß er ohne weiteres überleben kann.

Ein weiterer Trick, der schon bei Charles Ritz erwähnt wird, ist das Hakensetzen, es gelingt aber leider nicht immer.
Der Anhieb soll nur den Haken eintreiben, den Fisch aber nicht aus der Balance bringen. Die Forelle kämpft dann nicht gegen den Zug durch die Schnur, sondern nur gegen den Haken und gibt meist "verwirrt" nach kurzer Zeit auf.

Daß man immer versucht stromauf zu drillen, also unter den Fisch zu kommen und zu bleiben, ist wohl selbstveständlich.

freundlichst
Royal Coachman
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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon die Fliege » 10.02.2008, 10:50

Hi Royal

Kanstt mir mal vielleicht das mit dem " nur Haken setze " näher erklären?

Mfg
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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon red tag » 10.02.2008, 10:58

hallo rc!
das unter den fisch zu kommen geht bei mir nicht immer. da ich oft den fisch von oben anfischen muß und mich wegen bewuchs und anderen gegebenheiten kaum von der stelle bewegen kann. da helfen mir halt die starken schnüre und ruten sehr. das mit den umwerfen praktiziere ich auch.
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Re: weidgerechtes fliegenfischen

Beitragvon Royal Coachman » 10.02.2008, 16:36

Hallo Fliege !

Durch eine kleine Bewegung (natürlich bei gespannter Schnur) des Handgelenks wird der Haken eingetrieben, der Fisch spürt keinen Zug gegen den er sich wehren muß. Das ist schon in "Erlebtes Fliegenfischen" von Charles Ritz beschrieben worden. Leider gelingt es nicht immer, vielleicht sollte man es mit vorsichtiger Kontaktaufnahme umschreiben. Eine Bachforelle flüchtet erst in den Unterstand, wenn sie sich gefährdet fühlt, den Haken sieht sie nur als Belästigung an nicht als Bedrohung, wenn sie dann Druck über die Schnur bekommt, geht meist der Tanz los.

Wenn es gelingt ist es faszinierend!

@ Red Tag: klar, wenn es die Verhältnisse nicht zulassen, daß man unter den Fisch kommt, geht es halt nicht anders, hiebei ist zu bemerken, daß in diesem Falle ja die Fliege vor dem Vorfach ins Blickfeld des Fisches gerät und dadurch ja auch höhere Vorfachstärken keine so große Rolle spielen wie stromauf.

freundlichst
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