von Lupus » 25.05.2011, 07:44
Interessantes Thema!
Ich bin auch kein reiner C&R-Fischer, vor allem nicht an Gewässern in städtischer Nähe, wo der Bestand – sagen wir mal so – auch durch jährlichen Besatz „gestützt“ wird.
Fische ich (als Gast, Freund, glücklicher Tageskartenbesitzer) weiter weg in sehr naturbelassenen Gewässern mit ausschließlich natürlichem Vorkommen, so überlasse ich die selektive Entnahme dem Bewirtschafter.
Also sind Forellen, die ich entnehme, sowieso meistens „g´setzte“ Rebos aus eher im städtischen Dunstkreis liegender Flüßchen.
Da gefällt mir aber die „gute alte Gewohnheit“, dieses Fischerl in´s Körberl zu legen. Bis heim habe ich es nicht weit, brauche also auch nicht fürchten, dass der Fisch dann bis daheim nicht mehr wie eine Forelle, sondern wie eine „Laubsägearbeit“ aussieht.
Meine Frau ist keine Forellen, höchstens meine Mutter, Also liegt manchmal bei meinen kurzen „Alltagsfliegenfischerspaziergängen“ dann stilecht und nach alter Waidmannsart eine oder zwei Forellis im schmucken Weidenkörberl, und ich finde das schön, weil es mich an meine Kindheit erinnert, als ich für „Onkel Franz“ stolz das Körberl tragen durfte. Im Volksmund wurde sowas wie das, was ich damals war „Laglbua“ genannt. Zu meiner Verblüffung kennen manche dieses Ausdruck nicht mehr: Lagel ist oder war der hölzene Fischkasten, in dem man Fische lebend transportieren konnte, er hatte einen Lederriemen und hing recht schwer an der Schulter. Das bedauernswerte Geschöpf, welches dem „Herrn Fischer“ das hinten nachtragen mußte, war der „Lagelbua“. Und der Begriff „Lagelbua“ blieb auch später für den „Körberlträger“.
Kleine Marotte von mir: Auch wenn ich in der Absicht fischen geh, nur e i n e Forelle mit heimzunehmen, weil meine Frau sowas eh nicht isst und meine Mutter nicht zu Gast ist, ist es für mich PFLICHT und SITTE (lach), dieses Fischerl schön stilecht in´s Körberl zu legen. Erst dann fühle ich mich als der richtige Fischer vom alten Schlag.