von Lupus » 23.12.2010, 07:52
@ Elmike!
Ja tschuldige. Wir Wiener haben manchmal die Marotte, das „Kleinzeug“ liebevoll mit seit Urzeiten überlieferten Dialektbezeichnungen zu benennen.
Also: „Pleanz´n“ ist nichts anderes als die Güster. Oft werden in Fischbüchern auch verschiedene Lokalbezeichnungen für die Fische angeführt, und da steht dann auch „Pleinze“. Und „Pleanzn“ ist einfach die Dialektform von „Pleinze“. In Norddeutschland sagen sie „Pliete“ dazu. Übrigens mein Lieblingsfisch, wenn ich einmal beim Hechtnfischen einen geruhsamen Tag einlegen will und ein totes Köderl anbiete. Die Pleanzn/Güster ist silbrig, breit und flach, hat ein relativ hartes Fleisch und hängt daher schön waagrecht unter dem Hechtnstoppel und schaukelt bei leichtem Wellengang oder wenn man einmal einen „Zupfer“ macht, verlockend hin und her. Wer da nicht widerstehen kann…..
Was das „zählen oder nicht zählen“ von Fischen (wegen meiner Welsbabys, wo Du gemeint hast) betrifft. Auch das ist eine Marotte von mir (und ich bin geradezu ein Sammelsurium von Marotten!) . Also: Selbst wenn ich a l l e meine Fänge zurücksetzen s o l l t e , ist für mich ein „Fang“ im eigentlichen Sinn nur ein Fisch, der das Brittelmaß hat und außerhalb der Schonzeit ist. Den ich also rein theoretisch nehmen „d ü r f t e „. H ä t t e ich also sagen wir außerhalb des Monats Juni (wo der Wels bei uns geschont ist) einen vergleichsweise mickrigen Wels über 85cm (Brittelmaß bei uns in Wien) gefangen, h ä t t e ich gesagt ich habe nach 40 Jahren meinen ersten Wels erwischt. Denn die ganzen Legionen von Welsküken zwischen 40-65cm, die ich im Laufe der Zeit unfreiwillig – sei es auf Wurm beim Friedfischangeln – sei es auf totes Köderl beim Zanderfischen – hakte, kann und will ich nicht auf meiner „Habenseite“ verbuchen.
Gruß. Lupus