Zum Thema Bachforelle:
Vor ungefähr 30 Jahren haben findige Züchter damit begonnen, antlantikstämmige
Bachforellen in unsere Donaustämmige einzuzüchten.
Für den Züchter eine klare Sache: Schnelleres Wachstum, höherer Ertrag.
Diese domestizierten Bachforellen sind eigentlich ausschließlich für ein geschlossenes Biotop geeignet,
leider wurden diese Fische, oftmals bereits in Fanggröße, in die Fließgewässer eingebracht.
Obwohl diese Forellen für unsere Gegebenheiten nicht geeignet sind, haben sie doch die
donaustämmige Bachforelle weitestgehend verdrängt.
Gemeinsam mit der Biologie der UNI Graz, sowie der BOKU Wien haben wir die Gewässer der Korlam beprobt.
Es zeigte sich das gleiche Bild, wie in beinahe allen Voralpenflüssen:
Es wurden kaum autochthone Fische gefangen. Die genetische Vermischung beträgt ca. 60:40 zu Gunsten
der Atlantikstämmigen. Einen detaillierten Bericht findet Ihr unter:
http://www.bachforelle-austria.atWir als Verein versuchen, die donaustämmige Bachforelle im Koralmgebiet wieder heimisch zu machen.
Wir besetzen ausschließlich mit genetisch reinen Bachforelleneiern im Augenpunktstadium.
Die Larven schlüpfen also in dem Gewässer, in dem sie später leben werden.
Diese Fische sind bestens an ihr Heimatgewässer angepasst, es gibt keinen Überbesatz und es wird der
Effekt des Homings ausgenutzt ( Fische kehren zum Laichen an den Ort des Schlupfes zurück ).
Auch konnten wir feststellen, dass der Fluchtinstinkt wesentlich stärker ausgeprägt ist, als bei den Besatzfischen.
Der Besatz in Brutboxen garantiert eine sehr hohe Schlupfrate und kaum Ausfälle.
Obwohl der Fang einer derartig gezogenen Forellen wesentlich schwieriger ist, und wir einige Jahre mit einem Rückgang
der Fangquote und -größe rechnen müssen, glauben wir, dass es sich auszahlt ein derartigen Projekt zu unterstützen.
LG, Bernd