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Waidgerechtigkeit im Wandel der Zeiten

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Waidgerechtigkeit im Wandel der Zeiten

Beitragvon Lupus » 19.08.2005, 12:57

Habt Ihr Euch auch einmal überlegt, dass Angelmethoden, die noch vor gar nicht langer Zeit (alles ist relativ, ich bin eben Jahrgang 1959 und fische seit 1971 und manches kommt mir noch nicht so fern vor) in Lehrbüchern empfohlen wurden, inzwischen völlig überholt sind oder abgelehnt werden? Beispiele gibt es einige: Wurde früher noch öfters von Kartoffel am Drilling für das Karpfenangeln gesprochen, so ist dies meistens sowieso verboten und selbst wenn...keiner würde so etwas mehr für angebracht oder waidgerecht halten. War früher in erster Linie davon die Rede, dass es verpönt ist, mit dem Wurm auf Forellen zu fischen, so fand man hingegen nichts dabei, Blinkern auf Salmoniden mit Drilling als sportlich zu bezeichnen. Heute ist in reinen Salmonidengewässern fast nurmehr Fliege erlaubt. Interessant fand ich dann noch ein Beispiel aus einem DDR-Fachbuch von 1971 (Wolfgang Zeiske: Hecht/Barsch/Zander): Obwohl sicher damals noch sehr sehr viel mit lebendem Köfi geangelt wurde, schrieb der Autor gleich zu Beginn, in diesem Buch eindeutig den Kunstködern den Vorzug zu geben. Naturköder wurden nur ganz am Rande erwähnt. Dem von mir sehr geschätzten Autor "zuliebe" machte ich das dann auch nach und während die meisten anderen ihre Köfis schwimmen liessen, war ich mit der Spinnrute unterwegs. Später kam ich davon ab, es überwog die "Raffgier" denn man konnte doch so schön eine Rute auf Karpfen auslegen und eine auf Raubfisch schwimmen lassen, sozusagen jede Möglichkeit "ausschlürfen". Dabei war es egal, ob der Köfi in die Karpfenangel hineinzog, nur ja nicht darauf verzichten, "zwei Eisen im Feuer zu haben". Heute bin ich davon wieder im grossen und ganzen abgekommen, obwohl der tote Köderfisch da viel weniger störend für die zweite (Friedfischangel) ist. Gibt es noch andere Beispiele, was früher selbstverständlich war und heute als unsportlich oder unwaidgerecht empfunden wird?
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Beitragvon Moetti » 19.08.2005, 13:09

generell wurde früher (fische jetzt auch schon fast 20 jahre) mit den fischen ganz anders umgegangen. da früher viel mit drillingen und sehr starken ruten und schnüren gefischt wurde, wurden fische bis 2 kg meist einfach so (ohne kescher) aus dem wasser gehoben und irgendwo zu hakenlösen abgelegt, schonhaken war noch ein fremdwort!
der gelöste fisch wurde dann über die böschung ins wasser zurück geworfen

nur beispiele, aber so habe auch ich angeln gelernt und (fast) niemand hat es damals anders gemacht!
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Beitragvon Gast » 19.08.2005, 13:26

Hallo!

Na glücklicherweise haben sich die Zeiten geändert! Nicht nur beim Fischen - bin ja auch froh, dass keine "Hexe" mehr am Scheiterhaufen brennt! :lol:

Gruß
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Beitragvon Jirgel » 19.08.2005, 13:27

wie ich das fischen angefangen habe war gerade der Gaff ganz groß im kommen und das noplusultra um einen fisch sicher zu landen ! aber ich fand die metohde nur brutal dar ein gegaffter fisch nicht zurück gesetzt werden kann !
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Beitragvon HerbertHecht » 19.08.2005, 19:36

Mein Bruder der ja 12 Jahre älter ist als ich, hat sich damals auch aus diesem Grund ein Gaff gekauft. Unlängst saßen wir wieder einmal beisammen und plauderten über die Gerätschaften. Lange Rede Kurzer Sinn - mir ist es noch im Ohr - die Aussage meines Bruders - das Gaff war ja auch so eine wichtige Anschaffung - ich darauf: wie oft hast es gebraucht - darauf er: noch nie !!!

War damals ein "Must have " aber in Wirklichkeit für die Würst !!!
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Beitragvon Flex » 19.08.2005, 19:49

Ich bin im Großen und Ganzen schon in der "heutigen" Welt aufgewachsen und bin froh drüber!! :D :D
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Beitragvon Fritz France » 19.08.2005, 20:45

Bonjour !

Ich bin sehr froh darueber das sich das angeln vor allem bei den juengeren Richtung Catch and Release entwickelt hat aber man sieht leider noch immer bei manchen engstirniegen Leuten die Fische wie Karpfen mit 500 g entnehmen oder gross Karpfen mit 10 oder mehr kg abschlachten ist auch teilweise die Gesetzgebung darann Schuld siehe Deutschlad wo das zuruecksetzen verboten ist . Hier sollte endlich einmal die juengeren die diversen Vereinvorstaende zu einem Umdenken auffordern .
Denn ich finde ein jeder der dieses Hobby ausuebt und sich deer Natur verbunden Fuehl sollte sie auch fuer die folgendenGenerationen erhalten.

Gruesse Fritz France :
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Beitragvon Flex » 19.08.2005, 21:01

Aber wenn mir wer versucht das Zurücksetzten zu verbieten der kann mich!! :evil: Dann hab ich den Fisch offiziell nie gefangen und aus!!!
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Beitragvon HerbertHecht » 19.08.2005, 21:15

oje - der ist mir entglitten - schade :D :D :wink:
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Beitragvon Flex » 19.08.2005, 21:43

@ Herbert : Du hasts erfasst!! Am Haterteich musst du jeden Wels über 80cm nehmen, aber was würd ich mit soviel Fisch machen?? Da schmeiß ich densofort nach dem Foto wieder zruck und hab ihn nie gfangen und aus!! 8)
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Beitragvon Pikehunter001 » 20.08.2005, 09:23

Meine Devise lautet und davon werde ich auch nie abkommen, sinnvolles verwerten - wo sinnvolles verwerten möglich ist!
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Beitragvon Gast » 20.08.2005, 10:09

Im Wort Gerechtigkeit steckt auch der Ausdruck richten im Sinne von ein Urteil fällen.

Lässt man das in den Begriff Waidgerechtigkeit einfließen, dann muss man zwangsläufig zum Schluß kommen, dass die beste Lösung nicht in den Extremen zu finden ist. Kein gewissenhafter Richter bringt alle Beklagten ausschließlich auf den Richtblock, oder spricht sie ausnahmslos frei!

Also handelt auch der kompromisslose Abschläger ebenso unge-recht(!), wie der ultimative C&Rler, wenn es im Sinne einer waidgerechten Handlungsweise zu geschehen hat. Selbst die gewissenhafteste Hege beinhaltet auch die zum Wohle des Bestandes selektierende Entnahme.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass es hier nicht nur um die zu diesem Thema gerne zitierten Karpfen geht, sondern um alle Arten von Fischen!

Das allerdings verlangt dem Angler ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Umsicht ab, da bekanntermaßen kein Gewässer dem anderen gleicht.

Eine allumfassende und schlußendlich funktionierende gesetzliche Regelung dazu kann es also nicht geben. Sich hierüber die Köpfe heißzureden ist müßig. Es wäre wesentlich sinnvoller, diese Energien in eine Aufklärung der Anglerschaft münden zu lassen. Wobei man allerdings bedenken sollte, dass parolenhaftes Schwadronieren sicher kein geeignetes Mittel zum Zweck ist.

Grundsätzlich kann man aber feststellen, um wieder auf den Eingangspost Bezug zu nehmen, dass sich die Situation in den vergangenen Jahrzehnten durchaus signifikant verbessert hat.
Gast
 


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