Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

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Erich
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Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Erich » 14.04.2019, 23:20

Hallo,

ich möchte hier über die Vor- und Nachteile verschiedener Alternativen zu Blei bei Jigköpfen diskutieren.

Alternativ-Materialien, die bereits verwendet werden, sind: Wolfram (Tungsten), Bismut, Messing, Stahl, Zinn, Zink und Zamak. Gibt es weitere?
Stein und Beton scheiden meines Erachtens für Jigköpfe aus, weil Jigköpfe aus diesen Materialien viel zu groß wären und eine zu geringe Sinkgeschwindigkeit aufweisen würden. Sie sind aber geeignet fürs Grundangeln.

Warum überhaupt dieses Thema?
Ich bin der Meinung, man sollte sich nach Alternativen zum Blei umschauen. Aus der einfachen Erkenntnis heraus, dass man nur dann zu 100% sicher sein kann, dass ein giftiger Stoff (was Blei definitiv ist) nichts anstellt, wenn man ihn gar nicht verwendet. Es gibt die Meinung, dass Blei in Gewässern keine Giftwirkung hat. Ich bin diesbezüglich zur Erkenntnis gelangt, dass ich das als Laie überhaupt nicht beurteilen kann, denn ich weiß einfach nicht, was genau mit dem giftigen Schwermetall Blei in einem Fluss wie der Donau durch ständige Strömung, Schotterbewegung etc. passiert und welche Wirkung es dort hat. Daher bin ich der Meinung: Im Zweifel besser kein Blei.

Kurz zum Thema Bleiverbot: Ich halte davon wenig, weil das erzeugt nur eine Ablehnungshaltung von Seiten der Angler nach dem Motto: Jetzt will die EU schon wieder was verbieten, was jahrzehntelang ok war. Für mich sollte die Erkenntnis reichen, dass eine Alternative aus oben genannten Gründen besser ist.

Wenn ich eine Alternative verwende, möchte ich aber eine gute Alternative verwenden, damit ich nicht vom Regen in die Traufe komme. Daher möchte ich Informationen über die Alternative.

Als wichtige ökologische Aspekte erscheinen mir:
- Ressourcenverbrauch (Energie, Wasser, andere Materialien) von der Gewinnung des Rohstoffs bis zur Fertigung des Jigkopfes
- Umweltschädlichkeit von der Gewinnung des Rohstoffes bis zur Fertigung des Jigkopfes
- Umweltschädlichkeit des abgerissenen Jigkopfes im Gewässer: Also was passiert mit abgerissenen Jigköpfen in einem Fluss wie der Donau? Verschwindet er von selbst durch Korrosion? Wie lange dauert das? Passiert das, ohne dass Giftstoffe frei werden?
- Gesundheitsgefahr für Menschen von der Gewinnung des Rohstoffes, über die Herstellung (z.B. giftige Dämpfe) bis zur Anwendung durch den Angler (z.B. Hautkontakt)

Wichtige Aspekte aus Anglersicht sind natürlich:
- Leidet die Fängigkeit gegenüber Bleijigs, weil z.B. die Jigs aus dem Alternativmaterial größer und damit für den Fisch sichtbarer sind?
- Verschlechtert sich das Ködergefühl gegenüber Bleijigs, weil z.B. durch die geringere Dichte, die Sinkgeschwindigkeit kleiner ist?
- Der Preis für das Material bzw. für die fertig zu kaufenden Jigs

Ich favorisiere derzeit Stahl. Stahl ist ungiftig, relativ schwer, billig und sehr leicht verfügbar. Der Stahlverbrauch abseits vom Angeln ist in unserem Alltag so hoch, dass ich mir über den zusätzlichen Stahlverbrauch von vielleicht einem Kilo pro Jahr (das sind 100Stk. 10g-Jigs) fürs Angeln keine großen Gedanken wegen zusätzlichem Resourcenverbrauch zu machen brauche. Als kleinen Vorteil sehe ich auch, dass man Stahljigs mit einfachen Heimwerkermitteln herstellen kann (ohne sich Giftstoffen aussetzen zu müssen). Weiters verschwinden abgerissene Jigköpfe von selbst ungiftig aus dem Gewässer, weil sie einfach verrosten.

Ich bin von Stahl derzeit aber auch deswegen begeistert, weil ich es geschafft habe, mit einfachen Heimwerkermitteln (und ohne mich dabei Giftstoffen wie beim Bleigießen aussetzen zu müssen) voll funktionsfähige Stahljigs zu bauen und damit dann auch ausführlich fischen und testen konnte. Zu kaufen gibt es Rundkopf-Stahljigs ja meines Wissens leider derzeit nicht.

Das mache ich jetzt bereits 2 Jahre und ich konnte dabei bzgl. Fängigkeit im Vergleich zu Bleijigs keine Nachteile feststellen. Und das Ködergefühl ist auch ok (Stahl ist ja relativ schwer).
Bei Interesse: Mehr dazu siehe mein Stahljigs-Thema hier im Forum: https://angelforum.at/basteln-und-selbe ... 22470.html
und meine kleine Website, die ich für das Thema Stahljigs selbst angefertigt habe. Siehe https://stahljigs.at.

Was ich an Stahl auch toll finde, ist, dass ich auch als Laie abschätzen kann, dass er ungiftig ist und abgerissene Jigköpfe von selbst aus dem Gewässer verschwinden. Bei den anderen Materialien kann ich das mangels Wissen und Alltagserfahrung viel weniger. Da brauche ich Experteninfos und muss mich auf die verlassen (können).

Bei Anbietern habe ich bis jetzt leider auch kaum fundierte Infos gefunden. Deswegen habe ich z.B. bzgl. Zamak einen Anbieter gefragt, ob sich Zamak im Wasser auch so wie Stahl ungiftig in absehbarer Zeit auflöst. Seine ernüchternde Antwort: Er weiß nicht, ob und wann sich Zamak-Jigs im Wasser auflösen. Da könnte es also sein, dass ich mit Zamak nur vom Regen in die Traufe komme und den Fluss statt mit Blei mit Zamak zupflastere, weil es sich - - so wie Blei - nicht auflöst. Bei Stahl weiß ich woran ich bin.

Hier noch ein Vergleich der Dichte der Materialien. Diese Eigenschaft hat keine ökologische Bedeutung, aber große Bedeutung für die Eignung als Angelgewicht (Werte großteils lt. Wikipedia):

Blei (als Vergleichswert): 11,34
Wolfram (Tungsten): 19,25
Bismut: 9,78
Messing: 8,41 bis 8,86
Stahl: 7,85
Zinn: 7,27
Zink: 7,14
Zamak: 6,7
Stein/Beton: ca. 1,8 bis 2,4

Zum Abschluss möchte ich Infos, die "stahldurst" im Thread Jigs selber gießen zum Thema zur Verfügung gestellt hat, hier als Zitat einbringen.(Dank an stahldurst für die Infos!)
stahldurst hat geschrieben:...
Das kann man nicht in ein paar Sätzen vollständig klären.
Für meine Teil gibts wenn überhaupt nur eine Alternative zu Blei, und das ist Stahl.
Zu den genannten möglichen Alternativen:
Fangen wir mal woanders an.
Zuerst sollte man sich mal Gedanken über die Häufigkeit der Elemente in der Erdkruste machen.
Umso seltener das Element umso teurer wird die Gewinnung bzw. Verarbeitung.
Da schneidet Eisen unschlagbar vor allen anderen für diesen Verwendungszweck tauglichen Elementen ab.
Bismut z.B. ist da eher hinten zu reihen.
Wolfram/Tungsten ansich, wäre vom praktischen Nutzen zum Angeln optimal.
Ich verwende auch gerne jigs oder bullet weights aus Tungsten, allerdings nur dort wo nicht mit Abrissen zu rechnen ist.
Leider ist Wolfram aber, wenn man die Herstellung betrachtet, wahrscheinlich einer der ökoligisch schlechtesten Kompromisse.

Messing ist wegen dem Kupfer wieder ein zweischneidiges Schwert, enthält es zum Großteil ebendieses.
Wird ja z.T. beim Fliegenbinden verwendet.
Viele Messinglegierungen enthalten auch wieder Blei.

Zamak ist für mich aufgrund der noch geringeren Dichte völlig uninteressant.
Stahl ist für mich bezogen auf die Dichte schon der Kompromiss der stark an der Kippe steht.
Hatte mal Zinkfieber ausgefasst, seither meide ich Zink.
...
Hoffe auf eine angeregte Diskussion und Erkenntnisgewinn.

Grüße
Erich
Zuletzt geändert von Erich am 16.05.2019, 09:27, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Patrickpr » 22.04.2019, 11:23

Erich hat geschrieben: - Umweltschädlichkeit des abgerissenen Jigkopfes im Gewässer: Also was passiert mit abgerissenen Jigköpfen in einem Fluss wie der Donau? Verschwindet er von selbst durch Korrosion? Wie lange dauert das? Passiert das, ohne dass Giftstoffe frei werden?

Also ich finde dies ein bisschen übertrieben!
Wieviel Müll wird im Wasser entsorgt? Chemikalien die ins Wasser gelangen, ...

Da soll dass "bisschen" Blei von uns Anglern noch Schaden anrichten??

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von D4vE » 22.04.2019, 12:35

Hier ein sehr lesenswerter Artikel zu dem Thema: https://www.anglerboard.de/threads/time ... ei.344605/

Eine Legitimation ala "seht was die Industrie/Schifffahrt oder sonstige Belzebuben machen, da kann ich mich ruhig aussen vornehmen" halte ich übrigens für äußerst fragwürdig.

Fakt ist dass es für gewisse Bereiche durchaus brauchbare Alternativen gibt, sofern man etwas Zeitaufwand oder finanziellen Aufwand bereit ist zu leisten.

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von konfuzius6699 » 23.04.2019, 14:52

Die ganzen Diskussionen wegen der Verwendung von Blei beim Fischen und mögliche "ungiftige" Alternativen sind doch nur ein Argument der extremen Umweltfanatiker, dass immer wieder vorgebracht und durchgekaut wird. ... Wenn jemand im Glauben ist ,dass Blei so schädlich ist ,soll was anderes in der Freizeit am Wasser tun , zb Vögel ansehen...
Ich bin Sportschütze schieße auch auf Tontauben und da habe ich beiweiten mehr Bleischrot am Schießplatz in der Gegend verteilt und ich bin nicht der einzige der das dort über die Jahre hinweg verteilt hat. Ach ja die übliche Schrotladung pro Schuss beträgt 24-28g und das in kleinen Kugeln in mm Größe, da kann man sich ausdenken wieviel Blei da rumliegen. Dort wird auch die Belastung des Grundwassers geprüft und die Belastung hält sich im erlaubte Rahmen... EgaL, Ich verwende weiterhin Blei solange es legal ist, vermeide es aber dennoch bei Abwurfmontagen Blei im Gewässer liegen zu lassen, aber aus Kostengründen verzichte ich auf Blei und verwende da gerne Steine, denoch male auch nicht den Teufel an die Wand, bzw verteufle das Blei was man als Angler verliert.... Eine wirklich gleich schwere und zudem günstige Alternative die man leicht verarbeiten kann, gibt es nicht... und auch andere Alternativen an Materialien wie Zink etc. belasten das Gewässer.... Also die umweltschonendste Alternative ist dann nur wenn man Vögel beobachtet und das Angeln anderen überlässt die nicht so viel Blei verlieren...
Zuletzt geändert von konfuzius6699 am 23.04.2019, 15:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Sixpack » 23.04.2019, 15:34

Quecksilber, Gold, Uran und Plutonium wären z.B. schwerer als Blei! :mrgreen:
"Ist mir egal wer dein Vater ist - so lange ich hier fische, geht niemand übers Wasser!"

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von konfuzius6699 » 23.04.2019, 15:51

Na ja so schwere Kaliber wie Uran verwendet die Nato gegen Panzer... mit Plutonium hätte man aber in der Nacht auch ein Leuchteffekt beim Köder...
Und alles ist zudem teurer als Blei wie Gold, das ist nur was für die die ohnehin zu viel von allem haben ..

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Patrickpr » 23.04.2019, 16:19

Sixpack hat geschrieben:Quecksilber, Gold, Uran und Plutonium wären z.B. schwerer als Blei! :mrgreen:

Ich bestell 10 Goldbleie á140gr. :up2:

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von fuschlsee0 » 24.04.2019, 07:59

konfuzius6699 hat geschrieben:Die ganzen Diskussionen wegen der Verwendung von Blei beim Fischen und mögliche "ungiftige" Alternativen sind doch nur ein Argument der extremen Umweltfanatiker, dass immer wieder vorgebracht und durchgekaut wird. ... Wenn jemand im Glauben ist ,dass Blei so schädlich ist ,soll was anderes in der Freizeit am Wasser tun , zb Vögel ansehen...
Ich bin Sportschütze schieße auch auf Tontauben und da habe ich beiweiten mehr Bleischrot am Schießplatz in der Gegend verteilt und ich bin nicht der einzige der das dort über die Jahre hinweg verteilt hat. Ach ja die übliche Schrotladung pro Schuss beträgt 24-28g und das in kleinen Kugeln in mm Größe, da kann man sich ausdenken wieviel Blei da rumliegen. Dort wird auch die Belastung des Grundwassers geprüft und die Belastung hält sich im erlaubte Rahmen... EgaL, Ich verwende weiterhin Blei solange es legal ist, vermeide es aber dennoch bei Abwurfmontagen Blei im Gewässer liegen zu lassen, aber aus Kostengründen verzichte ich auf Blei und verwende da gerne Steine, denoch male auch nicht den Teufel an die Wand, bzw verteufle das Blei was man als Angler verliert.... Eine wirklich gleich schwere und zudem günstige Alternative die man leicht verarbeiten kann, gibt es nicht... und auch andere Alternativen an Materialien wie Zink etc. belasten das Gewässer.... Also die umweltschonendste Alternative ist dann nur wenn man Vögel beobachtet und das Angeln anderen überlässt die nicht so viel Blei verlieren...

Super Einstellung!
Deshalb fahre ich auch die 100 meter bis zum Geschäft mit dem Auto ….weil´s eh wurscht ist angesichts dieses Verkehrs.
Deshalb fress ich Fleisch aus Intensivlandwirtschaft ….weils alle tun und was soll das schon ändern, wenn nur ich was habe gegen Zufütterung von Antibiotika, Hormone, schlechte Fleischqualität, Bodenzerstörung und Tierqual tue.
Deshalb ist schiessegal, wie meine Kleidung produziert wurde.....weil es nichts an Kinderarbeit, ungerechtem Lohn oder sonstwas ändertm, wenn ich mein T-shirt aus nachhaltiger und fair produzierter Baumwolle anziehe.

Ja, Du hast völlig Recht! Umweltorientiertes Denken und Handeln einzelner Personen bringt gar nichts. Und warum? Weil der Großteil der Menschen so ignorant ist wie Du!

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von konfuzius6699 » 24.04.2019, 09:52

Fuschlsee... Ja sicher ich habe andere Einstellung als andere na und.
Und die Einstellung die du beschreibst trifft eigentlich nicht auf mich zu. Und es gibt Leute die so oder so sind.
Ich kauf mir sicher nicht das billigste Fleisch vom Hofer und geh für ein Steak lieber zu meinem Fleischer oder hol mir das vom Bauern oder vom eigenen Gemüsegarten..
Sorry aber gegen solche Fanatiker die meinen andere ihre Ansichten aufzuschwatzen, es so viel besser gesünder ist, so wie sie es machen und nur sie die Natur damit schützen... gehen mir am Allerwertesten vorbei, vorallem wenn sie die Mehrheit in eine Schublade stecken und sie sich für besser halten...und dass man auf Blei beim Angeln verzichtet, damit man so einen Betrag leistet die Natur zu schützen, ist eine Ideologie. Sorry das hat für mich nicht wirklich was mit Naturschutz zu tun. Für mich ist Naturschutz auf Plastik verzichten, Müll sauber trennen, auf regionale Produkte zurückgreifen und im eigenen Garten was anbauen wie Gurken Tomaten Kartoffeln , wobei aber der Garten unter dem grünen Daumen meiner Frau geführt wird ... Ein Elektroauto ist für mich derzeit noch fraglich, da für die Produktion der Batterien ein großer Energieaufwand nötig ist und dabei Unmengen CO2 ausgestoßen wird, was das E-Auto gar nicht so sauber macht und der Strom ja auch nicht so CO2 neutral und wirklich sauber ist, auch ist das Stromnetz nicht dafür ausgebaut und wir künftig für Strom sicher tief in die Tasche greifen werden müssen... Erst wenn das ganze wirklich unterm Strich was bringt gübstig ist steig ich auf EMOBILITÄT um und Bau meine Photovoltaik bis dahin lieber noch weiter mit dem Geld damit aus... E-Biker hab ich ja schon mal..
Zuletzt geändert von konfuzius6699 am 25.04.2019, 21:19, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Erich » 24.04.2019, 12:57

Hallo,

es freut mich ja, dass hier eifrig diskutiert wird, aber ich möchte doch gerne mal daran erinnern, wozu ich dieses Forumthema angelegt habe: :wink:
Erich hat geschrieben:...ich möchte hier über die Vor- und Nachteile verschiedener Alternativen zu Blei bei Jigköpfen diskutieren...
Ich verstehe, dass man auch diskutieren kann, ob man überhaupt Alternativen zu Blei braucht und welche Einstellung man dazu hat. Sind auch interessante Themen, aber bitte dazu ein eigenes Forum-Thema eröffnen oder in einem anderen Thema diskutieren.

Ich habe mein Thema ja auch 'Alternativen zu Blei bei Jigköpfen' benannt und nicht 'Braucht man Alternativen zu Blei?'.

Ich halte es für sinnvoll, sich nach Alternativen umzusehen. Die Gründe dafür habe ich im Startposting angeführt.

Hier möchte ich daher einfach gerne Wissen über Blei-Alternativen gewinnen und sammeln und deren Vor- und Nachteile diskutieren und nicht wieder eine Blei-Grundsatzdebatte führen.

Grüße
Erich
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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von konfuzius6699 » 24.04.2019, 22:49

Für mich ist Blei aufgrund der hohen Dichte und dass man es leicht gießen , formen ,biegen kann in einigen Anwendungen kaum zu schlagen oder zu ersetzen.Eine wirkliche gleichwertige billige Alternative gibt es nicht....und meine Meinung dazu ist darum auch so eingesessen , da es kaum was bringt darauf komplett zu verzichten und Gewässer durch andere Stoffe hierzulande meist mehr belastet sind und diese zb Zink allergische Reaktionen verursachen... Alternativen haben eben Für und Wider und nur dass der Eintrag von Blei von Fischern durch ein hier und da verlorenes Alternativ-Blei die Belastungen reduziert wird ausgenommen bei Abwurfmontagen , was eben nur ein kleines dafür ist, mit einem meist nur überwiegend ideologischen Wert , eben was gutes für die Natur zu tun.
Wenn alle so ideologisch denken die Ansichten vertreten springen eben immer mehr Leute auf bis die Politik das auch aufschnappt, weil manche es ständig anprangern und andere eh darauf verzichten wollen/können und man ja "Alternativen" hat... und dann kommt eben ein weiteres Verbot was kaum was bringt, darum verschreie ich das nicht und meine auch das man nicht wirklich komplett darauf verzichten kann, oder wie klemmt oder quetscht man eine hartes stahlschrot an eine Monofile Schnur...Jedenfalls wird wenn alle Angler kein Blei verwenden die Bleibelastung dadurch in den Gewässern kaum wesentlich verändert... Dafür würde ich sogar meine Hand ins Feuer legen oder mein Hobby an den Nagel hängen.

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Erich » 25.04.2019, 23:28

Hallo,

ich möchte hier nach und nach einige Daten zu den verschiedenen Alternativen auflisten. Ersuche um Korrektur, wenn etwas falsch ist. Mithilfe erwünscht.

Ich fange mit ZAMAK an, weil es da schon einige Jigköpfe auf dem Markt gibt.

Eigenschaften von ZAMAK:
- Ist eine Legierung, die zu ca 94% aus Zink besteht, der Rest ist Aluminium (ca. 4%), Kupfer (ca. 2%) und Magnesium (ca. 0,05%)
- Ist leichter als Blei und auch leichter als Stahl (Dichte von Zamak: 6,7). Siehe Größenvergleich
- Stückpreis eines 10g-Kopfes: zB 0,60 Euro oder 1,10 Euro
- Rohstoffpreis (Z410) am 25.04.2019: 3,25 Euro pro Kilo (zum Vergleich Blei: 1,71 Euro)
- Giftigkeit: der Hauptbestandteil Zink dürfte relativ unbedenklich sein; Kupfer und Aluminium sind nicht unproblematisch; über Magnesium weiß ich derzeit nichts.
- Köpfe können gegossen werden. Zamak schmilzt bei ca. 390 Grad (zum Vergleich Blei bei 327 Grad)
- bei der Verarbeitung (Gießen, Schneiden) muss man sich vor giftigen Dämpfen bzw. Staub schützen; -> zB Gefahr von Zinkfieber
- Verfügbarkeit für Privatpersonen: Keine Info; vermutlich nicht so einfach wie bei Stahl
- Auflösung im Gewässer: Unbekannt. Habe Jörg Strehlow (der Zamak-Jigs verkauft) diesbezüglich gefragt. Seine Antwort: Er weiß nicht, ob und wann sich Zamak-Jigs auflösen.
- Fängigkeit im Vergleich zu Bleijigs: Wer hat Erfahrungswerte?

Wer weiß mehr über Zamak?
Was haltet ihr von Zamak-Jigköpfen?

Grüße
Erich
Zuletzt geändert von Erich am 05.05.2019, 01:34, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Erich » 05.05.2019, 01:32

Hallo,

heute möchte ich ein wenig auf Wolfram (englisch: Tungsten) eingehen.

Eigenschaften von Wolfram:
- ist wesentlich schwerer als Blei, die Köpfe sind daher deutlich kleiner und unauffälliger
- für Gewinnung und Herstellung ist ein eher hoher Ressourcen- und Energieaufwand nötig (siehe Wikipedia). Dies dürfte auch den hohen Preis erklären.
- Wolfram hat einen extrem hohen Schmelzpunkt (3422 °C). Ein direktes Herstellen von Jigköpfen durch Gießen ist daher nicht möglich, weil der Jighaken aus Stahl dabei längst schmelzen würde. Dürfte auch zum hohen Preis beitragen. Hat jemand Infos, wie so ein Wolfram-Jigkopf in der Praxis hergestellt wird?
- Stückpreis eines 10g-Kopfes: zB 3,85 Euro
- Giftigkeit: ungiftig
- Auflösung im Gewässer: wohl kaum, da sehr korrosionsbeständig
- Eignung fürs Angeln: Ich denke, Wofram-Jigs sind bei Angel-Situationen, bei denen kaum mit Hängern zu rechnen ist, eine interessante Alternative. Bei Einsatzgebieten, bei denen häufig Abrisse vorkommen (z.B: Jiggen in der Donau), ist Wolfram aber uninteressant. Einerseits, weil viel zu teuer. Aber auch aus ökologischer Sicht, weil Wolfram ist zwar ungiftig, aber der hohe Ressourcen- und Energieeinsatz für Gewinnung und Herstellung belastet die Umwelt.

Weiß jemand wie ein Wofram-Jigkopf hergestellt wird (Beim Gießen würde der Jighaken aus Stahl schmelzen)?
Was haltet ihr von Wolfram-Jigköpfen?

Grüße
Erich
Zuletzt geändert von Erich am 05.05.2019, 13:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von Patrickpr » 05.05.2019, 12:13

Ich kann mir vorstellen dass die Jigs gepresst werden.
Da ja wie du schon sagtest der Schmelzpunkt sehr hoch ist.

Aber für diesen Preis für mich (und wsl. die meisten hier) uninteressant.

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Re: Alternativen zu Blei bei Jigköpfen

Beitrag von konfuzius6699 » 06.05.2019, 16:58

Also mit Alternativen wäre ich vorsichtig.
Ich habe Beitrag gelesen wo die Alternativen zu Bleischrot bei der Jagd teilweise für Gewässer weitaus schädlicher sind ... Bei einigen Alternativen bilden sich im Gewässer Ionen die auf die Kleinorganismen einen starken negativen Einfluss haben ...wie Zink Kupfer Ionen ...
Unedlere Metalle tauschen mit edleren Metalken Ionen aus oder gehen Verbindungen ein bzw waschen sich in alkalischen Lösungen aus ...
Zamak Kupfer Chrom usw haben also im Wasser auch einen negativen Einfluss der zu beachten ist..

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