Hallo Freunde!
Mir ist da wieder so ein Thema durch den Kopf gegangen:
Als ich mit der Fliegenfischerei anfing, war es meistens so, dass einem jedes Mittel recht ist, um möglichst leicht einen Fisch zu fangen und einfach mit ein bisschen "schummeln" zum Erfolg zu kommen. Hauptsache, der Fisch war mit der Fliegenrute gefangen.
Liebend gerne nahm ich das auf, was seitens der Geräteindustrie da so angeboten wird: Bissanzeiger für´s Nymphenfischen, und schnell sinkende Polycoat-Vorfächer, damit man schneller in die Tiefe der Gumpen kommt. Große Goldkopfnymphen herumplumpsen, und Streamer (auch wenn man sie nicht g´scheit werfen konnte), wurscht: Feine Sache. Dass Forellen gerne Koppen und Elritzen fressen, wussten wir ja noch von früher vom Elritzerl am Tirolerhaken. Und dabei muss man ja nicht viel denken. Wozu lange Insektenkunde "studieren", wenn sich eine gierige Forelle schnell auf einen kleinen Streamer stürzte.
Trockenfliegen verwendete ich damals überhaupt eher nur an Sommerabenden "wenn ´halt Ringe da waren" und da wurde ohne lang zu überlegen eine braune Rehhaarsedge genommen, die sinkt nicht dauernd und das was herumfliegt sieht eh so ähnlich aus....
Dann kamen die ersten Tageskarten an Gewässer, wo eben vieles von dem oben Geschilderten verboten ist. Hakengröße nach oben limitiert, keine Schummelbissanzeiger, keine verbleiten Vorfächer und so weiter.
Als ich solche Gewässer befischen durfte, fing ich erst an, zu "denken" und nachdem sich sehr bald die Erfolge einstellten, ging ich dran, auch an den "liberaleren preiswerten stadtnahen Hausgewässern" nach und nach Plumpsnymphen und beschwerte Vorfächer, Controller etc. aus meinem Gerätevorrat zu verbannen.
Sicher: Es gibt vor allem zu Beginn der Saison Tage, wo man mit strictly classical eher das nachsehen hat, und wo ich ganz gerne eine schwerere Nymphe nehme (inzwischen ohne Controller), oder wo ein kleiner Streamer in tiefer Rinne Wunder wirkt.
Aber das Ziel meiner Sehnsüchte ist auch dort, den Fisch der vielleicht nicht steigt, zum steigen zu bringen, oder möglichst fein mit diskreteren Nymphen oder Nassfliegen zu arbeiten, wo nicht gleich der Verdacht aufkommt, dass es sich um ein verkapptes Spinn- oder Grundfischen handelt.
Insoferne haben die oft sehr strengen Bestimmungen an Classic Revieren vielleicht sogar bewirkt, dass ich ein besserer Fischer geworden bin oder besser gesagt werden kann, wer weiß es?
Wie ergeht es / erging es Euch zu diesem Thema?
Gruss. Lupus


