Waschmaschinentrommel als Setzkescher

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Waschmaschinentrommel als Setzkescher

Beitrag von Kaindlau » 16.07.2020, 22:08

Servus

Eines ist schon des öfteren angesprochen worden, früher war man beim Umgang mit Fischen nicht so zimperlich wie heute.
Da war z.B.: der lebende Köderfisch noch erlaubt und wurde dementsprechend oft eingesetzt.
Um jederzeit einen frischen Köfi bei der Hand zu haben, war es Gang und Gebe die Köfis in ausrangierten Trommeln einer Waschmaschine zu hältern.
Und so hingen an vielen Zillen die Trommeln an Ketten oder Seilen ins Wasser.
Schnell die Klappe aufgemacht, einen Köfi geschnappt, um ihm dann einen Drilling in den Rücken zu rammen.
Mit der zweiten Rute wurden wieder Köfis gefangen, sodas die Trommel immer gut gefüllt war.
Selbstverständlich wurde die Trommel nach Beendigung des Fischgangs an der Zille gelassen, oder an einem Baum angehängt.
Oft wurden die Trommeln auch mit einem Vorhangsschloß gesichert, weil sich faule Kollegen einfach aus den Trommeln bedienten.
Ich selber habe oft genug stinkende Trommeln aus dem Wasser gezogen, weil der Besitzer sich Tagelang nicht darum gekümmert haben, oder der Wasserstand so stark gesunken war, sodas die Trommel im freien lag.
Gottseidank gibt es solche Methoden seit der Einführung des Verbotes des lebenden Köfis nicht mehr.

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Re: Waschmaschinentrommel als Setzkescher

Beitrag von Lupus » 17.07.2020, 06:40

Endlich wieder mal eine Geschichte !

Ja, ich kann mich auch gut an die Waschmaschinentrommeln erinnern. Vor allem an wenig befischten, abgeschiedenen Gewässern, wo auch Zillen erlaubt waren.
Ich selbst hatte für die Köderfische so einen blechernen Köderfischkessel.

Ja, der lebende Köderfisch war ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Raubfischangelei, und im Nachhinein tut es mir leid, dass ich damals ohne bisschen nachzudenken, auch auf diesen "Zug" aufgesprungen bin. Abgesehen von der Tierquälerei war es eine der unpraktischsten Methoden überhaupt. Der Köderfisch zog meistens ins Kraut, oder man bemühte sich, nicht zu oft zu werfen, damit der Köderfisch nicht "matt" wird. Dadurch lag man dann oft an schlechteren Spots.

Überhaupt glaubte ich damals, immer mit 2 Ruten fischen zu müssen und vor allem gleichzeitig auf Karpfen und Hecht fischen zu müssen. Das ist grottenschlecht, denn dann suchte ich mir den Angelplatz danach aus, ob ich mit 2 Ruten und dann auch noch mit 2 verschiedenen Methoden angeln kann. Angelplatzwahl nach solchen Kriterien statt nach Beobachtung und Instinkt, das verursachte mir sicher viele Schneidertage, aber ein besonderes Merkmal der damaligen Zeit war auch die "Sturheit". Weil die anderen es so machten, machte man es auch so. Es ist schon absurd: Damals hatte ich viel mehr Zeit zum Fischen bzw. nahm mir viel mehr Zeit dafür, und fing weniger als heute, wo ich vielleicht 1 Mal in der Woche oder oft sogar viel seltener fischen gehe. Aber heute lege ich von vorne hinein fest, gehe ich Ansitz auf Friedfisch oder gehe ich pirschen auf Raubfisch, und danach dann auch die Angelstellen gewählt. Denn alles andere wäre falsch: Ein guter Hechteinstand muss nicht ein guter Fressplatz für Karpfen sein, und umgekehrt muss ein Fressplatz für Karpfen nicht unbedingt ein Hechtversteck sein...….
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Re: Waschmaschinentrommel als Setzkescher

Beitrag von TheKing1959 » 17.07.2020, 11:53

:welcome:

Ja , ja die gute alte Waschmaschinentrommel

Ein Freund hatte an der Donau eine daubel , fischte aber auch mit der Angelrute; da war die Trommel obligat , mit einer Kette irgendwie befestigt und bei Gebrauch heraus gezogen. Der war eine richtige Type der brauchte in einer Nacht ca 10 Köderl,aber nicht weil er soviele bisse hatte ,sondern die köderfische zeigten kein Lebenszeichen mehr ; soviel zum leidigen Thema lebendköder.
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Re: Waschmaschinentrommel als Setzkescher

Beitrag von Lupus » 17.07.2020, 12:47

Was mir noch so aus der Erinnerung einfällt:
Anfang der 70er Jahre wurde diese Waschmaschinentrommel sogar von einem, der in Fisch und Fang in der Rubrik "Aus Österreich" schrieb, besonders angepriesen.
Er schrieb, dass damit die Schlepperei der schweren Köderwanne durch den Auwald Geschichte sei.
Schon damals dachte ich mir mit Bedenken, wie das gehen soll, wenn man mehrere Tage nicht den Inhalt kontrolliert, denn oft verenden Köderfische in Gefangenschaft und das kann eine Kettenreaktion auslösen.
Vieles, was heute äußerst fragwürdig ist, wurde damals als selbstverständlich angesehen und nicht hinterfragt: Köderfische wurden im Angelgeschäft gekauft. Heute darf man soweit ich weiß nirgends mehr Köderfische einbringen oder verwenden, die aus fremden Gewässern stammen.
Und ja, wie "theking1959" schreibt, bei manchen Anglern war der Köderfischverschleiß groß, weil sie meinten, nur ein quicklebendiges Fischchen kann anlocken.
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Re: Waschmaschinentrommel als Setzkescher

Beitrag von konfuzius6699 » 18.07.2020, 22:50

Ist eigentlich etwas zu unhantlich...
Und Massen an Köderfische unnötig auf Vorrat hältern ist auch .... wenn fange ich möglichst nur so viele Köderfische in der Größe die ich brauch und geb sie in meinen Faltkübel mit verschließbaren Köderfischeinsatz den ich auch so ins Wasser hängen kann.
Und wenn ich sie nicht brauch lass ich sie meistens frei und die schon verendet oder am eingehen sind nehm ich mit und friere sie ein . Vorallem für die Zeit, wo dann die Köderfische schwer zu fangen sind ..

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