Servus,
ich hab halt die Erfahrung gemacht, dass es meistens am Angler liegt, wenn überhaupt nix beisst. Ich schließ mich da auch nicht aus. Wie läuft denn so ein Tag ab: man geht voller Schwung, Elan und Vorfreude ans Wasser, hat seinen Lieblingsköder (bei mir halt die Lieblingsfliege) - mit dem immer was geht montiert, und schon folgt Wurf auf Wurf. Dann geht's mit Wurf, Wurf, Wurf weiter, und so weiter und so fort.
Ok, heute ist halt der große Ausnahmetag, an dem halt der Lieblingsköder nicht so recht passen mag. Köder gewechselt, und schon geht's wieder mit Wurf, Wurf, Wurf..... weiter. Aha, auch dieser Köder passt heute nicht. Hmmm das versteht man dann aber überhaupt nicht. Wo es doch die schönsten Teile waren, die man den Fischen vorgesetzt hat. Also wieder Wechsel....... und nochmal......
Wenn man sich dann so richtig bemüht hat, alle Köder zu wässern, wenn man dann schon so richtig müde von der vielen Werferei ist, dann ist es meistens zu spät. Zu spät um noch alle Köder aus der zweiten und dritten Box zu wässern, und auch zu spät für die Fische, um noch an ihre gewohnten Standplätze zurück zu kehren. Von denen hat man sie nämlich mit der vielen Werferei vertrieben.
Konklusio: die Fische würden schon beissen, wenn man sie bloß ließe
Ich hab mir durch's Fliegenfischen folgende Vorgehensweise angewöhnt:
1. bevor ich mit dem Fischen beginne, beobachte ich einmal das Wasser: sieht man irgendwo Fische steigen, steht vielleicht irgendwo so ein alter Schlawiner zwischen den Steinen?
2. welche Insekten steigen bzw. fliegen umher? Welche Insekten gibt's an diesem Wasser (falls man es nicht kennt)? Schwimmt sonstwas herum, auf das die Fische "scharf" sind?
3. dann richte ich meine Fliegenrute den Beobachtungen entsprechend her
4. so, jetzt gehe ich es gaaaaaaanz enspannt an.
Sollte nicht gleich was gehen, pausiere ich, und beobachte die Natur, setz mich vielleicht mit der Jause ans Wasser, oder schau einfach nur blöd in die Luft

Meistens verraten sich in dieser Pause die Fische durch irgendwas.
Dann geht die Angelei weiter. Sollte trotz dieser Bemühungen überhaupt nix gehen, dann hat man mindestens eines erreicht:
Man hat sein Leben für diesen einen Tag "entschleunigt". Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist nahezu nichts wichtiger als hin und wieder zu "entschleunigen". Somit war's trotz Beißflaute ein wichtiger, und richtig schöner Tag. Keinesfalls "umsonst"

Ganz ehrlich: hab ich da vielleicht den einen oder anderen von Euch mit meinen Zeilen beschrieben? Kommt euch das vielleicht bekannt vor?
