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Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon Sixpack » 29.12.2016, 20:08

Sehr viele Kollegen schwören ja grundsätzlich auf Boilies als DEN Köder schlechthin.
Meine bisherigen Erfahrungen zeigten eigentlich, dass viele andere Köder den Kugeln weitaus überlegen waren....
Welchen Grund hat es dann, dass man Kugeln verwendet, wenn man nicht unbedingt auf Bootsdistanz auslegen muss?
(was natürlich ein ziemlicher Aufwand ist und es Sinn macht, dass der Köder auch 12 Std übersteht)
Die Selektivität? - ist mir persönlich auf Wurfdistanz egal und kann man z.T. auch über die Köder- und/oder Hakengröße erreichen.
(ich schätze auch andere Fische als Fang)
Mir ist es auch klar, dass es Gewässer gibt, an denen die Fische auf die Kugeln konditioniert wurden, aber selbst an solchen war der direkte Vergleich gegen eine simple Semmelrinde 0 zu 2!
An meinem Hauswasser wundere ich mich immer wieder über Kollegen, welche mit mehr oder weniger gutem Karpfentackle und Kugeln antreten, und dann nichts fangen....am Wasser liegt`s jedenfalls nicht!
"Ist mir egal wer dein Vater ist - so lange ich hier fische, geht niemand übers Wasser!"
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Beitragvon *Chorche* » 29.12.2016, 21:16

Ganz meiner Meinung. Ich persönlich halte Boilies für einen eigentlich mittelmäßigen Köder, der nur durch seine Selektivität so in Mode ist.

Ich denke, dass Boilies hauptsächlich deshaöb verwendet werden, weils in Mode ist. Kaum einer macht sich wirklich Gedanken, man verwendet halt Boilies...
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon doubleH » 30.12.2016, 08:20

Hallo,

Für mich ist es auch eine Philosophiefrage; möchte ich "modern" mit Festbleimontagen angeln, oder
bevorzuge ich aktives Angeln. Diese Frage hänge ich aber nicht unbedingt am Köder auf, denn das Angeln
mit Festbleimontagen hindert mich nicht daran, Partikel, Maden, usw.. zu verwenden.
--> Vergleich mit den Raubfischspezis: Angeln mit Naturköder oder Kunstköder

Was aber mMn eindeutig nicht von der Hand zu weisen ist, ist die Selektivität, vor allem in Gewässer mit hohem
Weissfischaufkommen. Wenn mein Zielfisch nun mal ein größerer Karpfen ist, kann ich den unerwünschten
Beifang mit Boilies/Tigernüssen mit einer größeren Wahrscheinlichkeit ausschließen als z.B. mit Mais oder Maden.

Ich wundere mich genauso über Kollegen, die - wenns ums Karpfenangeln geht - sofort an Boilies denken;
teilweise hängt es sicher damit zusammen, daß diese (meist jüngeren) Kollegen das Angeln aus den
Medien gelernt haben und somit die "Basics" gar nicht kennen bzw. kennen wollen (weil nicht modern/state
of the art). Ausbleibende Fangerfolge werden dann gerne völlig irrationalen Umständen angerechnet :mrgreen: ,
anstatt sich ernsthaft Gedanken über flexibles, der Situation angepasstes Angeln, zu machen.

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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon SKV1989 » 30.12.2016, 08:55

Also ich für meinen Teil habe Boilies zur Gänze aus meiner Ködersammlung verbannt.

Als neugieriger Allrounder, habe alle Sorten von glaub ich jeglichen Marken ausprobiert und hatte nie Erfrolg.
Lediglich 1x als ich zum Spaß am Teich angeln war, landete ein schöner Stör in meinen Maschen (Knoblauchboilie).

Vl. liegts auch daran, dass ich Donauangler bin und die Fische diesen Köder nicht wirklich kennen.
Weder Karpfen, Barben noch Brassen probierten den Köder.

Auch mit Pellets hatte ich ebenso keinen Erolg.


LG,
Chris
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon regus » 30.12.2016, 09:37

SKV1989 hat geschrieben:Vl. liegts auch daran, dass ich Donauangler bin und die Fische diesen Köder nicht wirklich kennen.
Weder Karpfen, Barben noch Brassen probierten den Köder.
Auch mit Pellets hatte ich ebenso keinen Erolg.
LG,
Chris



Das ist komisch, denn es gibt sehr viele Donauangler die auf Boilies und Pellets sehr gut fangen.
Als ich selbst noch Karpfenangler war, waren diese Köder auf Anhieb erfolgreich.
Und da hat sicher in der Donau wo ich gefischt habe, noch nie jemand mit Kugeln gefischt.
Pellets werden sowieso überall sofort genommen.
Da liegt es wohl mehr an der Montage...
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon caWALLERo » 30.12.2016, 11:00

Ob man bei einem Köder, der sich seit gut 30 Jahren im Einsatz befindet, von modeerscheinung sprechen kann, wage ich mal zu bezweifeln. Natürlich lassen sich die Kugeln besser vermarkten als eine Semmel oder dosenmais, und unerfahrene angler werden eher dazu neigen, durch glorifizierende Medienberichte Boilies als das alleinige Mittel zu identifizieren, welches über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Warum ich Boilies verwende:

- Es macht mir Spaß
-Dosenmais, Maden und Semmeln widerstehen grundeln 10sec
-Lassen sich mit sehr wenig Aufwand weit füttern (Rohr, pva,Schleuder)
-gefütterte Plätze bieten größeren weissfischen und Karpfen länger attraktive Köder (gewisses Maß der sekektivität beim füttern über Ködergrösse)
-Lassen sich gut lagern und ohne viel Vorbereitung einsetzen, kleben nicht, sind nicht feucht, etc.

Würde ich nicht krank im Bett liegen, fielen mir sicher noch ein paar Gründe mehr ein.
Ich fände es schade, wenn man alle angler,die Boilies verwenden, über einen Kamm mit den 'superhuntern' schert, nach meinen Erfahrungen eine meist top ausgerüstete, proletoide und nervige subspezies an vielen Gewässern und Internetseiten. Aber ich muss mir ja auch nicht mehr jeden dreck ansehen und bieten lassen, ich angle weiter mit meinen murmeln, störe hoffentlich niemanden und lasse mich nicht stören....

Gruß,
CaWallero
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon Gismo660 » 30.12.2016, 11:17

Hy!

Habe auch mal von nem Karpfenanler gehört wenn er an einem Gewässer ist wo die Karpfen sehr vorsichtig auf Boilies beissen, oder diese überfüttert sind. nimmt er den Boilie und ein paar andere und schnitzt diese zu einen Würfel. Funktioniert manchmal.

mfg
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon doubleH » 30.12.2016, 11:19

caWALLERo hat geschrieben:Ob man bei einem Köder, der sich seit gut 30 Jahren im Einsatz befindet, von modeerscheinung sprechen kann, wage ich mal zu bezweifeln. Natürlich lassen sich die Kugeln besser vermarkten als eine Semmel oder dosenmais, und unerfahrene angler werden eher dazu neigen, durch glorifizierende Medienberichte Boilies als das alleinige Mittel zu identifizieren, welches über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Warum ich Boilies verwende:

- Es macht mir Spaß
-Dosenmais, Maden und Semmeln widerstehen grundeln 10sec
-Lassen sich mit sehr wenig Aufwand weit füttern (Rohr, pva,Schleuder)
-gefütterte Plätze bieten größeren weissfischen und Karpfen länger attraktive Köder (gewisses Maß der sekektivität beim füttern über Ködergrösse)
-Lassen sich gut lagern und ohne viel Vorbereitung einsetzen, kleben nicht, sind nicht feucht, etc.

Würde ich nicht krank im Bett liegen, fielen mir sicher noch ein paar Gründe mehr ein.
Ich fände es schade, wenn man alle angler,die Boilies verwenden, über einen Kamm mit den 'superhuntern' schert, nach meinen Erfahrungen eine meist top ausgerüstete, proletoide und nervige subspezies an vielen Gewässern und Internetseiten. Aber ich muss mir ja auch nicht mehr jeden dreck ansehen und bieten lassen, ich angle weiter mit meinen murmeln, störe hoffentlich niemanden und lasse mich nicht stören....

Gruß,
CaWallero


:good post: :good post: :good post:



Gute Besserung!
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon SKV1989 » 30.12.2016, 11:47

regus hat geschrieben:
SKV1989 hat geschrieben:Vl. liegts auch daran, dass ich Donauangler bin und die Fische diesen Köder nicht wirklich kennen.
Weder Karpfen, Barben noch Brassen probierten den Köder.
Auch mit Pellets hatte ich ebenso keinen Erolg.
LG,
Chris



Das ist komisch, denn es gibt sehr viele Donauangler die auf Boilies und Pellets sehr gut fangen.
Als ich selbst noch Karpfenangler war, waren diese Köder auf Anhieb erfolgreich.
Und da hat sicher in der Donau wo ich gefischt habe, noch nie jemand mit Kugeln gefischt.
Pellets werden sowieso überall sofort genommen.
Da liegt es wohl mehr an der Montage...



Welche Montage hast du verwendet?
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon Polsi » 02.01.2017, 15:08

Der Boilie ist einfach DER Karpfenköder, der die gesamte Karpfenangelei revolutioniert hat. Er vereint alles, was ein Karpfenköder braucht: Er wird von den Fischen gerne und immer wieder gefressen. Ein guter Boilie bringt ihnen auch ernährungstechnisch was, im Gegensatz zu einer Semmel o.ä. Zudem ist er sehr selektiv. Bei Semmel, Brot, Teigen, Wurm etc., kann man ja nicht wirklich von Karpfenködern sprechen, sondern von Friedfischködern, die auch ein Schwarm handlanger Rotaugen im Nullkommanix zerlegt hat.

An Gewässern wie kleinen Vereinsseen mögen vielleicht Köder wie ein Semmelteig oder Dosenmais gut funktionieren, doch sobald man an ein Gewässer kommt, wo man sich gegen Strömung, Weißfische, Krebse usw. behaupten muss, ist man damit am Holzweg.

Und selbst an typischen Vereinsgewässern bin ich mir zu 100% sicher, dass dort ein hochwertiger (!) Boilie nach kurzer Kennenlernphase jeden anderen Köder in die Tasche steckt (ich spreche hier nicht von 5-Euro-Fertigkugeln).

Klar, wenn es einem Angler egal ist, ob er pro Nacht 12 Brachsen und 6 Aitel fängt und mit etwas Glück vielleicht mal ein Karpfen schneller ist als die ganzen anderen Fische, dann spricht nichts gegen andere Köder. Von gezieltem Karpfenangeln kann da allerdings nicht die Rede sein.
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon berger0109 » 02.01.2017, 16:28

Prinzipiell finde ich auch Boilies am selektivsten, was aber nicht heisst, das ich nicht auch mit einer Maiskette, Tigernüsse oder Maden am Clip jedes Jahr gute Karpfen fange. Ich denke wenn, man gezielt auf Karfpfen fischt, kommt es sehr auf das Gewässer an. Bei meinem Hausgewässer sind große Populationen an Weissfischen und Krebsen praktisch nicht vorhanden, deshalb kann man hier jederzeit variieren und kommt (fast) immer ans Ziel!




Gruß
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon Sixpack » 02.01.2017, 16:44

Polsi hat geschrieben:Der Boilie ist einfach DER Karpfenköder, der die gesamte Karpfenangelei revolutioniert hat. Er vereint alles, was ein Karpfenköder braucht: Er wird von den Fischen gerne und immer wieder gefressen. Ein guter Boilie bringt ihnen auch ernährungstechnisch was, im Gegensatz zu einer Semmel o.ä. Zudem ist er sehr selektiv. Bei Semmel, Brot, Teigen, Wurm etc., kann man ja nicht wirklich von Karpfenködern sprechen, sondern von Friedfischködern, die auch ein Schwarm handlanger Rotaugen im Nullkommanix zerlegt hat.

An Gewässern wie kleinen Vereinsseen mögen vielleicht Köder wie ein Semmelteig oder Dosenmais gut funktionieren, doch sobald man an ein Gewässer kommt, wo man sich gegen Strömung, Weißfische, Krebse usw. behaupten muss, ist man damit am Holzweg.

Und selbst an typischen Vereinsgewässern bin ich mir zu 100% sicher, dass dort ein hochwertiger (!) Boilie nach kurzer Kennenlernphase jeden anderen Köder in die Tasche steckt (ich spreche hier nicht von 5-Euro-Fertigkugeln).

Klar, wenn es einem Angler egal ist, ob er pro Nacht 12 Brachsen und 6 Aitel fängt und mit etwas Glück vielleicht mal ein Karpfen schneller ist als die ganzen anderen Fische, dann spricht nichts gegen andere Köder. Von gezieltem Karpfenangeln kann da allerdings nicht die Rede sein.


Ich stelle sicher nicht in Abrede, dass die Kugeln an vielen Gewässern oder in bestimmten Situationen ihre Berechtigung haben.
Sie jedoch an jedem Wasser und zu jeder Jahreszeit zu verwenden, halte ich einfach nur für Scheuklappendenken.
Mir persönlich ging es niemals um rein selektives Fischen auf Karpfen -wie bereits gesagt, stören mich andere Fischarten keineswegs, zumal die Karpfen wirklich sehr oft die schnelleren sind.
Für mich ist jedoch die Bissfrequenz der Karpfen ausschlaggebend - und die lag bei Boilies/Festblei bisher immer weit hinter den Alternativmethoden.
(ich kann es auch unmittelbar vergleichen, da mein Bruder sehr viel mit selektiven Ködern/Methoden am gleichen Gewässer fischt)
Bei meinen Wahrnehmungen geht es auch nicht um einen kleinen Vereinsteich, sondern um Staubereiche der Thaya, welche sich über viele Kilometer hinziehen. (aber auch in den schneller fließenden Bereichen der Donau war die Kugel noch nie der Bringer)
Eigentlich kann ich mir das Phänomen nur dadurch erklären, dass das natürliche Nahrungsspektrum der Fische von Gewässer zu Gewässer variiert,
und sie eben eher jene Köder bevorzugen, welche ihrer natürlichen Nahrung zur jeweiligen Jahreszeit nahe kommt.
Das Semmelbeispiel war übrigens ein Erlebnis an den Villacher Ziegeleiteichen, also durchaus ein Boiliewasser -ist aber schon mehr als 10 Jahre her.
(du kannst aber gerne mal ins Waldviertel kommen und uns vom Gegenteil überzeugen! :D )
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon *Chorche* » 02.01.2017, 16:59

Sixpack spricht was Wichtiges an: das Nahrungsspektrum. Wenn man in einem der klassischen überfütterten Carphunter-Teiche fischt, ists logisch, dass Boilies und Pellets der Bringer sind, wenn man selbst in Mengen anfüttert auch. An einem einigermaßen natürlichen Gewässer sind dafür logischerweise Naturköder bei der Bissfrequenz deutlich überlegen. Auch wird ein Zucht-Satzler, der Pellets gewohnt ist, eher Boilies und Pellets nehmen als ein Naturfisch der echtes Futter kennt.

Wie gesagt, meiner Meinung nach sind Boilies eigentlich ein mittelmäßiger Köder, der nur durch seine Selektivität populär ist.

Wenn man die eigentümliche und etwas befremdliche Einstellung hat, dass alle Fische außer Karpfen unerwünscht und minderwertig sind, sind allerdings Boilies wohl das Sinnvollste. Und viel konzentration oder Aufwand erfordert das Fischen mit den Kugeln ja auch nicht - Stelle finden, ablegen, schlafen gehen.

Meine Meinung ;-)
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon Polsi » 02.01.2017, 17:53

*Chorche* hat geschrieben:
Wenn man die eigentümliche und etwas befremdliche Einstellung hat, dass alle Fische außer Karpfen unerwünscht und minderwertig sind, sind allerdings Boilies wohl das Sinnvollste.


Äh....what? Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass alle Fische außer Karpfen mindnerwertig wären. Ich bin selbst begeisterter Feederangler etc. Aber wenn ich Karpfenangeln gehe, dann will ich Karpfen fangen, und zwar möglichst ausschließlich. Ich will beim Karpfenangeln keine Brachsen, keine Rotaugen, keine Schleien etc. fangen. Deshalb heißt es Karpfenangeln und nicht Allroundfischen. Ich weiß auch nicht, was daran befremdlich sein soll, wenn ein spezialisierter Angler versucht, Beifänge möglichst einzudämmen.

Wenn man wie Sixpack angelt und sich z.B. am Artenreichtum der Thaya erfreuen will, ja, dann sind Boilies sicher nicht die beste Wahl.

Und viel konzentration oder Aufwand erfordert das Fischen mit den Kugeln ja auch nicht - Stelle finden, ablegen, schlafen gehen.

Meine Meinung ;-)


Stimmt. Das ist ungefähr so wie beim Spinnfischen. Auswerfen, einkurbeln, auswerfen, einkurbeln, heimgehen. Oder beim Fliegenfischen. Künstliches Insekt anbinden, abtreiben lassen, einholen. Wenn man möchte, kann man jede Angelmethode als minderwertig einstufen, um sich als der "bessere Angler" zu fühlen, weil man halt selbst angelt wie vor 35 Jahren.

Wer modernes Karpfenangeln nur auf ablegen und schlafen reduziert, provoziert entweder bewusst oder verfügt nur über einen sehr schmalen Horizont.
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Re: Grundsatzfrage zum Karpfenfischen

Beitragvon Sixpack » 02.01.2017, 18:45

@ Polsi: Bitte keine falschen Schlüsse zu ziehen -selbst wenn ich es explizit auf Karpfen an der Thaya abgesehen habe,
wäre die Kugel an dem Gewässer mittlerweile meine letzte Wahl!
Ich habe in der Vergangenheit bereits zu lange damit experimentiert, lange gefüttert, diverseste hochwertige Hersteller, Geschmäcker, und Methoden probiert. Fazit: Der zeitliche Aufwand steht vergleichsweise in keinerlei messbarem Verhältnis zu den Fängen!
Andere Köder sind dort auch selektiv und funktionieren weitaus besser - z.B. Hartmais, Tigernüsse, z.T. auch Pellets....(so gut wie kein Beifang)
Bei trübem und/oder hohem Wasser funktioniert dort z.B. fast nur der Wurm als Köder.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich aus Zeitgründen eher kürzere Ansitze von 6-9 Std mache..... - wie lange dauert es, bis eine Kugel wirklich
im Wasser "arbeitet" und Geschmacksstoffe abgibt?

Ein weiterer Faktor, welcher oft unberücksichtigt bleibt, ist die Wahl des Spots -diesen aus meiner Sicht wesentlichsten Faktor unterschätzen die meisten.
Was nützt mir der beste High-Tech-Köder, wenn der Futterplatz nicht wirklich frequentiert wird?

Die Conclusio aus dieser Geschichte ist für mich auf jeden Fall, dass man rein gar nichts pauschalisieren darf, und flexibel bleiben sollte!
(eine Eigenschaft, welche offensichtlich leider vielen verloren ging -meine damit allerdings nicht dich persönlich)
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