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Taktik auf Waller

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Taktik auf Waller

Beitragvon Polsi » 18.05.2005, 23:32

Hallo!

Also, ich hätte eine Frage: im St. Andräer Biotop gibt es ein paar Waller, von denen der größte so um die 1,40 cm hat. Ich möcht es beim nächsten Mal einmal mit einer Rute so "nebenbei" gezielt auf Waller probieren, weiß aber nicht genau, wie ich das angehen sollte.

Ich weiß recht genau über die Tiefenverhältnisse des eher kleinen Gewässers bescheid. Es gibt überhängende Bäume, kahle Stellen, Schilf, Flachwasser,... Ein Angler hat letztens gemeint, die Waller errichten sich quasi selbst eine Art Unterstand unter den überhängenden Bäumen, aber ich bin mir nicht sicher ob das stimmt, denn er ist bekannt dafür, dass er viel Blödsinn redet.

Auch beim Köder bin ich mir nicht sicher, aber ich will nicht unbedingt mit Köderfisch und Würmern angeln, sondern eher mit anderen Ködern, zB Hühnerleber oder so.... was sagt ihr dazu?

Auch bei der Jahreszeit bin ich mir nicht sicher. Wann lohnt es sich, gezielt auf Waller zu gehen und wann fressen sie eher weniger?

Danke für die Antworten im Voraus.
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Beitragvon Lupus » 19.05.2005, 05:20

Als gute Stelle würde ich die von Dir beschriebenen überhängenden Bäume ansehen, wenn darunter gleich tieferes Wasser mit eher weichem Grund ist. Der Wels liebt bekanntlich dunkle Verstecke und liebt es eher schlammig. Der von Dir beschriebene Köder Hühnerleber ist sicher nicht schlecht, wenn Du keine Würmer verwenden möchtest (ein Bündel aus vielen Tauwürmern auf einem großen Wallerhaken wäre natürlich sehr gut). Das Hauptproblem beim Welsfischen ist genau das von Dir beschriebene (ich schließe mich da selber nicht aus!). "Wir" befassen uns einfach nicht genügend mit diesem Fisch, weil wir in der uns zur Verfügung stehenden kurzen Freizeit lieber andere Fischarten, auf die wir größere Erfolgschancen und kurzweiliges Vergnügen haben, beangeln. "Nebenbei mal einfach so auf Waller auslegen" ist nicht der Schlüssel zum Erfolg und leider trifft es auf die meisten Gebiete Österreichs zu, dass es zwar gar nicht so wenige Gewässer gibt, in denen "einige Welse vorkommen", aber gerade dieses "es gibt bei uns auch ein paar Welse" nicht gerade verlockend ist, dass wir uns da besonders "hineinknien". Aber zurück zum Thema: Der Mai ist eigentlich ein guter Welsmonat. Ich hätte gestern abend auch mit Tauwurmbündel rauswollen, aber es ist so ein Kälteeinbruch und Wind und Regen, das ist kein Wallerwetter. Am besten wäre so ein richtig gewittrig-schwüler Abend, Einbruch der Dunkelheit.
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Beitragvon Köfi » 19.05.2005, 06:38

die meisten gewässer in unserem verein werden schon über 40 jahre bewirtschaftet und da sind angeblich recht tolle prachtexemplare drin. wie lupus schon beschrieben hat, gehen während des jahres einige eher als "beifang" an den haken, da fast niemand den wels als zielfisch bearbeitet. ein vereinsmitglied konzentriert sich aber auf den wels und holt jedes jahr 2-3 stück ab 20kg raus. ich möchte es heuer mal beim nachtangeln probieren. da der wels ja fast auf alles gehen kann (den broken aus dem steinsee haben sie ja angeblich auf der maiskette gehakt), kann man natürlich aber auch die leber anbieten. ich bevorzuge allerdings köder, die auch in dem gewässer natürlich vorkommen.
LG Fritz
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Beitragvon Lupus » 19.05.2005, 07:44

Nur ist es eben so, dass der lebende Köfi meines Wissens praktisch nur mehr in Osteuropa gestattet ist. Allerdings werden auch dort viele Welse auf Blutegel oder Maulwurfsgrille gefangen.
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Beitragvon Ingobert » 19.05.2005, 07:49

im burgenland auch...

aber lebendes fischi ist in einem anderen thread eh auch schon todgelutscht worden.

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Beitragvon Lupus » 19.05.2005, 08:05

@Ingobert! Stimmt, hast Recht :wink: .
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Beitragvon Wolfgang » 19.05.2005, 09:03

@Polsi,
noch was zum Errichten eigener Unterstände.
So ganz unglaubwürdig muß der Mann, zumindest in dieser Beziehung nicht sein!
Vor etlichen Jahren lief im Fernsehen mal eine 2-teilige Fernsehsendung, die zwar nichts mit dem Angeln zu tun hatte, es ging darin um das Tauchen, der erste Teil beschäftigte sich mit dem Tauchen in südamerikanischen Urwaldflüssen und der zweite Teil mit dem Tauchen in euröpäischen Flüssen.
In diesem 2. Teil wurde ein Gewässer gezeigt, daß einen starken Welsbestand hatte, dabei war eindeutig zu sehen, daß sich die Welse die unterspülten Ufer zu richtigen Höhlen erweitert hatten, teilweise richtige Röhren mit Ein-und Ausgang, also schon eine Art von "Wohnungsbau" betrieben. Zumindest bei Teilen der Aufnahmen soll es sich um den Fluß Regen gehandelt haben.

In meiner Gegend hier gibt es nur einen Fluß mit natürlichem Welsaufkommen, wenn ich mal von der Elbe mit ihrem inzwischen aufkommenden Bestand absehe, es handelt sich hierbei um den Unterlauf der Warnow, der Bestand in der Warnow ist sicher nicht sehr dicht, aber der Fluß machte in der Vergangenheit immer mal wieder von sich Reden, da richtig große Fische gefangen wurden, die über der 70kg-Marke lagen.
Wenn ich mir diese alten Fangmeldungen ansehe, so rangiert auch hier der lebende Köderfisch, welcher damals noch erlaubt war(bis 1989) deutlich an erster Stelle, um nicht zu sagen fast zu 100%, ein Fang mit der Spinnrute ist dazwischen, der Fisch soll zufällig beim Hechtangeln gebissen haben, seit vielen Jahren gibt es keine Fangmeldungen aus diesem Gewässer mehr, was nicht daran liegt, daß es keine Welse mehr gibt, sondern eher daran, daß die wenigen Spezialisten in der Region schweigen wie die Gräber.
Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Wels beziehen sich auf ein einziges gefangenes Exemplar, daß ich sinnigerweise mit der Fliegenrute fing, der Fisch wog genau 15kg und hatte nicht etwa gebissen, sondern wurde an der Brustflossenbasis gehakt und konnte nach längerem Uferspaziergang(weit über ner Stunde), mit reichlich zusammengelaufenem Publikum am 20er Vorfach gelandet werden.
Ein Kumpel von mir hatte im März ein ähnliches Erlebnis und durfte sich mit einem ebenfalls an der Fliegenrute gehakten 33kg-Wels über 3 1/2 Stunden abmühen, er war danach mindestens genau so fertig wie der Wels.

Ansonsten gibt es hier nur Gewässer mit Besatzwelsen, ähnlich wie Forellenteiche, da werden Welse selbst mit den abstrusesten Ködern gefangen und sind sicher nicht repräsentativ für Ködertips.
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Beitragvon Polsi » 19.05.2005, 10:11

Interessant! Danke für die Tips.
Die Welse in meinem Gewässer haben auch keinen natürlich Bestand, sondern werden ab und zu in kleinen Stückzahlen von der Gemeinde besetzt. Es geht mir gar nicht darum, einen möglichst großen zu erwischen, sondern eher darum, überhaupt einmal einen Wels zu fangen.
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Beitragvon Pikehunter001 » 19.05.2005, 10:37

Also ich würde dir empfehlen an versunkenen Bäumen oder an den überhängenden Bäumen abends anzusitzen. Probiers mal mit großen Tauwurmbündeln mit Drilling
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Beitragvon Elmike » 19.05.2005, 10:51

Ich würde mich an der Struktur des Gewässerbodens orientieren, die du ja wie du sagst gut kennst. Rinnen oder Löcher sollten einen Versuch wert sein.

Ich bin zwar alles andere als ein erfahrener Welsangler, da sich dies aber heuer ändern soll bin ich schon seit Monaten damit beschäftigt Infos einzuholen bzw. Material aufzurüsten.

Mein bisher einziger ging mir auf Mais an der Matchrute, war ca. 20cm kurz, hat mir aber trotzdem den Kopf verdreht.

Alles Gute!
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Beitragvon HerbertHecht » 19.05.2005, 10:53

elmike hat geschrieben:Ich würde mich an der Struktur des Gewässerbodens orientieren, die du ja wie du sagst gut kennst. Rinnen oder Löcher sollten einen Versuch wert sein.


Dem kann ich mich nur anschließen . :wink:
Mitgehangen, Mitgefangen - sagte der Wurm zum Fisch..ein kräftiges Petri heil- HerbertHecht
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Beitragvon Lupus » 19.05.2005, 11:00

Ich wollte ja heute abend mit großem Tauwurmbündel auf Wels probieren, aber grad schau ich raus, saukalter Wind, und......Herbert hat ja gesagt, der Luftdruck soll ein paar Tage gleich sein, heute wäre dann wohl der Nullerfolg vorprogrammiert.....oder?
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Beitragvon Wolfgang » 19.05.2005, 11:10

Mit abstrusen Ködern meine ich, daß da Fänge mit Boilies, sogar Teig(aus Forelli und Tostbrot), auf Maden, einzelne kleine Rotwürmer u.s.w. vorkommen. So ein Gewässer ist oft sehr klein (1-1,5ha) und es werden da oft 500 Welse reingekippt, meist so zwischen 5 und 15kg schwer, teilweise Zuchtwelse, die oft noch kleiner sind.
Also totaler Überbestand und kaum noch richtiges Angeln zu nennen.
@Polsi
Ein anderes Besatzgewässer haben wir auch noch, daß eventuell dem nahe kommt wie das was du erwähnt hast.
Die meisten Fänge erfolgen auch hier mit illegal verwendeten lebenden Köderfischen, was nicht so auffällt da es auf Privatgrund liegt und man es dort scheinbar toleriert.
Der andere erfolgreiche Köder ist das Tauwurmbündel, das meist an der Posenmontage oder von Grund auftreibend verwendet wird, wobei es nie am Grund angeboten wird, meist im Mittelwasser oder im oberen Drittel der Wassersäule, das Gewässer ist nur max.2,5m tief, meist um die 2m.
An dem Gewässer kann man mit etwas Zeiteinsatz recht gut beobachten wo ein Wels raubt und auch die Zeiten des Raubens feststellen, das kann nachts sein, aber nicht zwangsläufig manchmal kann man es nach genügender Beobachtung nahezu auf Ansage erleben, manchmal fängt einer gegen 9:00 Uhr an zu rauben, recht häufig im Frühjahr ist es um die Mittagszeit zu beobachten.
Ich beobachte dort recht oft raubende Welse, beangle sie aber normalerweise nicht, da ich dort eher auf einen der wenigen , aber großen Karpfen aus bin, die scheinbar dort niemand anders interessieren. Die meisten angeln da auf besetzte Störe.
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Beitragvon Pikehunter001 » 19.05.2005, 11:40

Da es gerade zum Thema passt, was hält Ihr von reinen Grundködern beim Wallerangeln zum Beispiel Köfi am Grund und Tauwurm am Grund ohne jeglichen Auftriebskörper, gelesen habe ich das Waller die Köder lieber höher haben. Selbst habe ich aber schon auf Grund gefangen! Was sind eure Erfahrungen ??
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Beitragvon Polsi » 19.05.2005, 16:40

Wolfgang: ja, so in etwa ist das dort. Das Gewässer ist eher flach, es gibt aber nicht viele Welse und die meisten Angler angeln auf alles andere (schöne Alliteration, hehe), nur nicht auf Wels!
Seltsam ist auch, dass kein einziger Wels bisher auf Köderfisch beim Hecht- und Zanderangeln gefangen wurde, sondern alle auf Wurm und einer sogar auf Mais.


Wie sollte ich Würmer denn anbieten, damit sie zwar nicht am Grund aufliegen, mir der Schwimmer aber auch nicht durch Wind und Wellen herumtreibt? Ein Tauwurmbündel würde - an der Grundmontage angeboten - ja einen entsprechend großen Auftriebskörper verlangen, der den Waller beim Nehmen des Köders sicher stören würde, oder?
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