michigeyer hat geschrieben:Guten Morgen!
Habe vor Jahren im Fernsehen einen Versuch mit Karpfen gesehen:
Da waren mehre markierte Futterstationen (Kreis, Kreuz .....Aufkleber), aber nur eine war mit Futter.
Haben eigentlich rasch immer wieder den Richtigen am Zeichen erkannt - die Plätze der Stationen sind dann aber auch noch vertauscht worden und trotzdem richtig.
Nach ca. 1 Jahr dieselben Fische, dieselben Markierungen - sofort zu dem mit dem Futter !!!!!!
Das bedeutet für mich, daß sie ein "Gedächtnis" haben müssen, also auch lernfähig sind.
Oder die Tintenfische, die einen Deckel einer Glasdose aufschrauben !!! um zum Futter zu kommen, das kann nicht nur der Instinkt sein.
Kopffüßer sind sowieso ein Kapitel für sich.
Der Versuch mit den Markierungen ist allerdings interessant:
Unter "Lernen" verstehe ich, aus Erfahrung erworbenes Wissen zu speichern, und daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen!
Obiges Markierungs-Szenario wäre also ein echter Lernvorgang, da die Fische auch nach einem längeren ereignislosen Zeitraum auf ihr Wissen zurückgreifen und entsprechend handeln.
Und genau diese Erfahrung habe ich nicht gemacht: Sowohl Fried-, als auch Raubfische (denen ich persönlich intelligente Handlungen her zutraue) reagieren kurzfristig auf Befischungsdruck und die damit einhergehenden Beunruhigungen, zB durch Kunstköder. Sie werden insgesamt vorsichtiger, und sind mit den gängigen, weil häufigsten, Ködern nicht zu überlisten, und reagieren, wenn überhaupt, auf völlig neue Bewegungsmuster.
Aber: Nach einer Weile sind sie mit genau denselben Ködern wieder fangbar, haben also nix dazugelernt!
Bei Kunstködern ist das besonders offensichtlich, weil Holz, Metall und Plastik nun einmal keine Nahrung darstellen. Aber ich glaube, dass es sich mit Naturködern, sofern sie nicht Nahrungsbestandteile des Gewässers sind, genauso verhält: Es kann vorkommen, dass zB Schwimmbrot eine kurzfristige Scheuchwirkung hervorruft, wenn viel damit geangelt und gefangen wird. Die hält aber nicht an, die Fische vergessen das "Gelernte" schnell, sind nicht wirklich lernfähig.
Worauf ich damit angelpraktisch gesehen hinaus will:
Die Fische bleiben mit Ködern, die schon Erfolg gebracht haben, ohne Veränderung fangbar. Kann sein, dass angesagte Köder an einem Gewässer bei den Fischen schon einen Gewöhnungseffekt hervorrufen, der ebbt aber bald wieder ab, und zwar nicht erst nach Jahren. Befischungsdruck wirkt sich generell schlecht aus, bei allen Fischen. Und Details an den Kunstködern, ob der Spinner jetzt rot mit weißen Streifen, oder knallgelb ist, spielen meiner Meinung nach so gut wie keine Rolle. Der übergeordnete Ködertyp, seine Bewegung und Lauftiefe, und wahrscheinlich seine Geräuschkulisse sind entscheidend!
Man kommt also mit einer Box mit einer Handvoll Kunstködern völlig aus.
A float tip is pleasant in its appearance, and even more pleasant in its disappearance!