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Seltene Weißfischarten

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Seltene Weißfischarten

Beitragvon Lupus » 19.05.2005, 06:06

Oft oder überwiegend gilt unser Augenmerk beim Friedfischangeln auf Karpfen oder Schleie. Dennoch finde ich es oft interessant, beim Posenfischen etwa mit der Matchrute auf diverse Friedfische einfach einmal so eine Art "Generalinspektion" des Fischbestandes zu machen. Auch beim Köderfischstippen treten meist verschiedenartigste Weissfischarten auf. Hier bei uns im Wiener Raum, aber sicher auch in allen Bundesländern sowie klarerweise in Deutschland überwiegen im stehenden oder langsamfliessenden Gewässer: Brassen (Blei), Güster (Pliete) , Rotauge (Plötze) , Rotfeder,Aitel(Döbel) , Laube (Ukelei) , wozu im Fließwasser noch kommen müsste: Nase, Nerfling (Aland). Besonders freue ich mich aber auch, da es sozusagen ein "Hobby im Hobby" für mich ist, Fische möglichst klar bestimmen zu können, hin und wieder einen Vertreter der Friedfische zu fangen, den man sonst eher in Fischbüchern findet: So hatte ich beispielsweise schon Zope und Zobel gefangen, sowie Russnase (Zährte) und Frauennerfling. Auch der Hasel dürfte inzwischen kein so häufiger Fisch mehr sein. Im Grundlsee im steirischen Salzkammergut fing ich immer wieder den großen Verwandten der Laube, nämlich die Mairenke, ein schöner Fisch, der vom Körperbau der Laube ähnlich sieht, dessen Schuppen aber nicht so leicht abfallen wie bei der Laube, und der auch 30 cm lang werden kann. Wie sieht es bei Euch aus mit solchen eher "weniger bekannten " Fischarten?
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Beitragvon Wolfgang » 19.05.2005, 09:29

Wenn was norddeutsches erlaubt ist......... :D

Brassen, Güster, Plötze(Rotauge) massig vorhanden, auch in großen Exemplaren.
Aland und Döbel sehr häufig in den Fließgewässern, der Aland ist hier sehr häufig als Wanderfisch anzutreffen der sich gern in salzarmen Bereichen der Ostseeküste(Haffe, Bodden, Buchten) aufhält und in die Flüsse zum Laichen aufsteigt.
Nase kommt nicht vor, Zährte soll zumindest in einigen Gewässern vorkommen und soll dort ebenfalls wie beim Aland beschrieben wandern, ich habe aber noch nie eine gesehen.
Hasel kommt vor, aber selten, nimmt aber scheinbar wieder zu, könnte mit verbesserten Wasserwerten zusammenhängen.
Die Barbe soll bis 1956 in einem Gewässer vorgekommen sein, seitdem verschollen, vor 2 Jahren Neubesatz des Gewässers mit Barben, steht bei uns unter völligem Schutz.
Der dem Ukelei(Laube) sehr ähnliche Schneider( Alburnoides bipunctatus)kam vor ist aber wohl ausgestorben oder zumindest verschollen.
Ukelei, zumindest in einigen Gewässern(großen Seen) rückläufig, an anderen Gewässern sehr häufig.
Der Rapfen kommt vor und scheint seine Bestände zu vergrößern.
Elritzen kommen in nur wenigen Gewässern vor, dann aber oft recht häufig.
Gründlinge sind recht häufig in den Fließgewässern, die großen Bestände in einigen Seen sind aber stark geschrumpft, nahezu fast verschwunden.
Die Ziege(Sichling) ist zumindest nachgewiesen, aber wohl verschwindend selten.
Die anderen von Euch erwähnten Arten, sind sicher untypisch für den Norden und kommen nicht vor.
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Beitragvon Lupus » 19.05.2005, 09:43

wolfgang hat geschrieben:Die anderen von Euch erwähnten Arten, sind sicher untypisch für den Norden und kommen nicht vor.

Zumindest in der unteren Elbe kommt meines Wissens die Zope gar nicht so selten vor. Kann aber durchaus sein, dass sie oberhalb der Staustufe Geesthacht nicht zu finden ist....
Der Schneider kommt oder kam auch bei uns speziell in der Äschenregion vor, zu Zeiten des Lebendköders wurde er sogar fallweise bei Gerätehändlern als Köfi angeboten.
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Beitragvon Wolfgang » 19.05.2005, 09:55

Siehste, die Zope, man kann ja mal was vergessen, stimmt die gibts in der Unterelbe, oberhalb Geesthacht kaum, in der Recknitz und im Peenebereich kommt sie auch vor aber selten.
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Beitragvon Lupus » 19.05.2005, 16:39

ja siehste. Das ist ´ne Zope. Gleich vorweg: Heute würde ich sowas freilassen, aber die habe ich 1984 gefangen. 35 cm war sie lang.
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Beitragvon El Carpo » 20.05.2005, 20:44

sowas habe ich noch nicht gesehen... also in der drau/kärnten gibts sowas wohl nicht. bernhard was meinst du ?
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Beitragvon Ingobert » 20.05.2005, 22:32

zoppen... in der donau ähnliche unart wie braXen

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Beitragvon Lupus » 22.05.2005, 18:25

Deshalb hatte ich mich ja gewundert, diesen Fisch in einem Lobauer-Altarm, der ja mit der Donau nicht verbunden ist, gefangen zu haben. Interessant ist bei der Zope ja (man kann es auf meinem-zugegebenermassen unprofessionellem Foto leicht erkennen) das für sonst zur Brachsenfamilie gehörende Fische untypisch leicht oberständige Maul. Dagegen hat der Zobel, ebenfalls in der Donau vorkommend, ein kleines endständiges Maul und ebenso wie der Zobel eine ungewöhnlich lange Afterflosse.
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Re: Seltene Weißfischarten

Beitragvon hesi » 15.04.2011, 13:18

Ok, nachdem im Abwinden-Thread bisher keiner eine vollständige Antwort hatte stelle ich - auch auf die Gefahr eines Doppelpostings hin - nochmal das Foto des unbekannten Donaufisches rein. Vielleicht gibt es ja Mitglieder die den Fangthread Abwinden nicht ansehen und nur hier hereinschauen, und es weiß einer um welches Exemplar es sich handelt. :wink:
Übrigens: die Färbung auf dem Foto ist nicht etwa durch seltsame Lichtverhältnisse entstanden, der Rücken des Fisches ist tatsächlich sehr intensiv blau gefärbt, eher sogar noch stärker als auf dem Foto. Der Fisch ist geschätzte 13 cm groß und kommt in Schwärmen neben anderen Weißfischen wie Nerfling, Rotauge und Aitel vor.
donaufisch.jpg
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Re: Seltene Weißfischarten

Beitragvon Lupus » 15.04.2011, 13:57

Hallo Hesi!

Das metallisch glänzende Blau und die Art der Schuppenanordnung deutet auf jeden Fall zu einer Nähe zum Rotauge hin.
Von der Körperform würden in eine Nähe (ev. Verwechslung) kommen:
Güster (die ist allerdings eher hochrückiger, hat kleiner Schuppen und größere Augen.
Zobel/Zope: Von der nicht so ausgeprägten Hochrückigkeit ja, aber auch die haben kleiner
Schuppen. Und eine viel längere Afterflosse.
Hasel: Von der Farbtönung könnte auch Hasel passen, aber ein Hasel ist nicht so hochrückig.
Ich habe zwar „fettbäuchige“ Haseln meist Ende Mai (Laichzeit) gefangen, aber der
Rücken war geradelinig.
Nerfling: Hat kleinere Schuppen.
Frauennerfling: Hätte Schuppen etwa in der Größe wie dieser Fisch, ist aber auch schlanker.

Ich habe schon Rotaugen gefangen, bei denen irgendwie die rote Farbpigmentierung in Auge und bei den Flossen fast oder gänzlich fehlte. Einen Fisch einmal, der ganz ähnlich diesem aussah, aber beim einen Augen eine Spur roten Fleck drinnen hatte.

Wie gesagt, ich glaube, es handelt sich um irgendeine Kreuzung. Ob sich jetzt die Gattung Rutilus mit der Gattung Abramis kreuzt, kann ich nicht sagen. Hybriden sind aber mancherorts sehr verbreitet. In Irland zum Beispiel gibt es einen Rotfedern-Brassen-Hybriden sehr häufig.

Ich hoffe, damit etwas geholfen zu haben oder zumindest vielleicht Denkanstöße gegeben zu haben. Wie gesagt. Ichthyologe bin ich keiner, sondern ein simpler Fischer…..

Gruß: Lupus
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Re: Seltene Weißfischarten

Beitragvon hesi » 15.04.2011, 14:53

Hallo Lupus,
danke für deine Ausführungen, sehr interessant.
Mir ist es auch schon öfters passiert ein Rotauge ohne das markante rote Auge zu fangen. Und ja: grundsätzlich hat der Fisch mit dem blauen Rücken große Ähnlichkeit mit einem Rotauge, jedoch ist die Farbgebung vollkommen anders...
Hier ein Foto (keine Angst Mods, es darf öffentlich verbreitet werden, siehe Wikipedia, Piet Spaans) von einem Rotauge ohne rotes Auge :wink:
800px-RutilusRutilusBigAdultWaal.jpg
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Re: Seltene Weißfischarten

Beitragvon Ragman » 15.04.2011, 14:59

Ich habe zuerst in Richtung Schneider und Hasel gedacht ... passt aber auch nicht so richtig.
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Re: Seltene Weißfischarten

Beitragvon burtonman09 » 15.04.2011, 16:28

Hallo habe heuer bei Nymphenfischen im Mondsee schon 4 Nasen gefangen natürlich alle schonend zurückgesetzt.
Aber ich weiß nicht, immer wieder fang ich welche?
Letztes Jahr hab ich auch 5 Mairenken/Seelauben gefangen.
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Re: Seltene Weißfischarten

Beitragvon Lupus » 15.04.2011, 18:22

burtonman09 hat geschrieben:Hallo habe heuer bei Nymphenfischen im Mondsee schon 4 Nasen gefangen natürlich alle schonend zurückgesetzt.
Aber ich weiß nicht, immer wieder fang ich welche?
Letztes Jahr hab ich auch 5 Mairenken/Seelauben gefangen.

Hallo!
Du hattest doch in dem Aitelthread geschrieben, dass Du sehr tief mit der Nymphe fischst. Ich hatte nämlich erst gedacht, vielleicht ist es bei einem Seeaus- oder Einlauf und da stehen dann strömungsliebende Fische.
Aber so macht es mich etwas stutzig, weil ich bisher keinen Beleg für Nase im Mondsee hatte, geschweige denn von Nasen sonst in stehenden Gewässern.
Ein Foto zu sehen wäre natürlich gut.
K ö n n t e es rein theoretisch sein, dass diese Nasen in Wahrheit Rußnasen waren. Es soll Fischkundler geben, die bei der Rußnase eine Unterart definieren, die oft als "Seerüssling" bezeichnet wird und meines Wissens in Salzkammergutseen vorkommt. Dieser Fisch hätte aber dann zwar ein unterständiges, aber vorstülpbares Maul, nicht die harten Kieferränder und das eher quergeschlitze Maul der Nase.
Ebenso denkt man bei Weißfischarten mit unterständigem Maul (leicht unterständig) auch an einen Perlfisch.
Gruß. Lupus
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Re: Seltene Weißfischarten

Beitragvon Oldman » 15.04.2011, 18:58

Hallo!

Es ist einfach nicht so leicht zu bestimmen was für eine Friedfischart man da gefangen hat -den viele
Friefischarten wie hier schon gesagt haben sich gekreuzt.
Ich hätte als erstes auf Plötze getippt.
Gruß Oldman
wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefangen ist,
wirst du festellen, dass man Geld nicht essen kann
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