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Seerosenkampf auf Biegen und Brechen

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Seerosenkampf auf Biegen und Brechen

Beitragvon Polsi » 28.07.2011, 16:35

Durch das enorme Krautvorkommen hat sich mein äußerst produktives Frühjahrsgewässer mittlerweile in eine echte Herausforderung verwandelt. Aber ich wäre nicht der Pols-Meister, wenn ich mich ihr trotz aller Entbehrungen und Rückschläge immer wieder stellen würde. So wie gestern abend: Mitten unter der Woche, einen langen Arbeitstag hinter und vor mit, und trotzdem saß ich am staubigen Ufer, trotzdem legte ich die Rigs mit dem 1,60 Meter langen Ferrari ab.

Diesmal an meiner Seite: Christian, der heuer leider noch kein Glück an diesem See hatte. Doch die Chancen standen gut. Da wir beide um 5, bzw. 6 Uhr morgens wieder zur Arbeit aufbrechen mussten, blieb uns keine andere Wahl als einen Platz zu wählen, der in der Nähe unserer Autos lag, wenn wir nicht das ganze Tackle per Boot an eine ander Uferseite bringen wollten. Wir entschieden uns für den Swim "Arc de Triomphe". Hier konnten wir eine ganze Menge Hotspots anfischen, jedoch aus zugegebenermaßen ungünstigen Winkeln. Darum griff ich auf Safetyclips zurück und stellte sicher, dass das Blei bei einem Biss sofort abgeschüttelt werden würde. Mit unseren vier Ruten deckten wir strategisch günstige Punkte ab. Ein paar Kugeln dazu, fertig.

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Als erstes ließ mich ein brutaler Schnurschwimmer voreilig ins Boot hüpfen, in der Absicht, dem gehakten Fisch ja keine Chance zur Zuflucht in ein Hindernis zu lassen. Doch der Fisch war nicht gehakt, und da auch das Blei noch an der Montage war, schloss ich auf einen Fehlalarm. Also wieder ausgelegt.

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Wir scherzten noch, wann der erste richtige Biss wohl kommen würde und tippten auf Mitternacht, doch dass exakt zwei Minuten nach zwölf die Bremse der Seerosenrute aufkreischen würde, konnten wir nicht ahnen. Ich kniete mich in den Ferrari und pumpte mich dem Fisch entgegen. Eigentlich hatte ich eine Flucht ins Freiwasser erwaret, doch den Gefallen tat mir der Schuppenträger nicht. Stattdessen sah ich schon bei meiner Ankunft am Spot, wie sich das gesamte Seerosenfeld bewegte. Der Fisch hatte sich richtig unter dem Teppich aus Blättern eingegraben und dabei die Schnur natürlich zwischen zahllosen Stengeln durchgezogen, so dass allein mit dem Druck der Rute nix zu machen war.

Mir blieb nichts anderes übrig, als die Rute abzulegen und mich an der 30 Meter langen 0,65er Mono-Schlagschnur Richtung Fisch zu hangeln. Ich musste an an eine alte Internethunter-Binsenweisheit denken und lachen: "Bei Kraut und Seerosen sollte man geflochtene Schlagschnüre verwenden, die schneiden die Pflanzen nämlich durch!" Jaja, das hätte ich gern gesehen... Die dicke Mono ließ sich langsam aus dem Unterwasserdschungel lösen und bot noch immer genügend Dehnung, um den Fisch nicht ausschlitzen zu lassen. Dieser hatte sich nämlich um ein ganzes Bündel von Stengeln gewickelt. Und wer glaubt, dass diese Seerosenstengel einfach auszureißen wären, der irrt. Die Dinger sind stabil! Ich musste warten, bis der Fisch sich selbst befreit hatte!

Nach endlosen bangen Minuten hatte sich der Fisch eine wenige Quadratmeter große Stelle zwischen den Seerosen freigeschlagen, in dem die Pflanzen ringsherum durch den Wirbel des Drills kurzzeitig zur Seite gedrückt wurden. Das war mein Glück, denn so konnte ihn ein wenig ermüden, bevor er wieder abtauchte und den nächsten Stock erwischte.

Immer wieder musste ich die Rute ablegen und die Schnur per Hand aus dem Urwald befreien. Ich rechnete nicht mehr mit einer glücklichen Landung, doch irgendwann kam der Kopf des Karpfens unter ein paar Blüttern zum Vorschein. Er lag ermüdet auf der Seite.

Wie jetzt aber keschern? Bei jedem verzweifelten Versuch, den Kescher unter das Gewirr aus Blättern und Stengel zu drücken, stieß ich mein Boot weiter vom Fisch weg, während dieser einfach auf der Stelle liegen blieb. Ich schwitzte Blut und Wasser und irgendwie - fragt mich nicht wie- schaffte ich es dann doch, das Netz unter den Schuppi zu schieben. Unglaublich! Ich hatte ihn!

Es war ein wunderschöner Schuppenkarpfen, etwa 8 bis 9 Kilo schwer, schlank, muskulös und kampfstark! Obwohl er gewichtsmäßig gerade einmal über dem Gewässerdurchschnitt liegt, werde ich mich sicher noch sehr lange an dieses unglaublich schweißtreibende Battle erinnern.

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Re: Seerosenkampf auf Biegen und Brechen

Beitragvon Muskelman » 28.07.2011, 20:52

Petri Heil1

Toller Beitrag und super geiler Fisch!!!

PS: Nachtfischen und nächsten Tag arbeiten dass ist hart sehr hart! :shock:
Fisch on? Heftn!
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Re: Seerosenkampf auf Biegen und Brechen

Beitragvon Floppy_Wolfsberg » 28.07.2011, 21:04

Sehr guter Bericht wie immer :)

Das letzte Bild ist dir besonders gut gelungen
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Re: Seerosenkampf auf Biegen und Brechen

Beitragvon Lupus » 29.07.2011, 05:16

Ja, Sommerkarpfen und Kraut das gehört dazu.
Mir ging es unlängst so, dass sich ein schlanker Wildkarpfen unbedingt einbildete, sich wenige Sekunden nach dem Anschlag um 3 Binsenhalme zu wickeln, die in der Nähe aus dem Wasser ragten. Er hätte genug Platz gehabt, Richtung Seerosen zu stürmen, wo ich ihn vorher schon leicht abgestoppt hätte, aber nein, unbedingt in diese drei Binsen.
Nun was sollte es: Ich musste genauso wie Du warten, bis er sich selber befreit. Eines "lernte" ich: Gegen drei Stück Binsen, die scheinbar elastisch wie Gummi sind aber wie "einbetoniert" im Grund sitzen, ist ein Seerosenfeld praktisch ein freier Parkplatz.
Nach minutenlangem Warten durchschnitt es scheinbar eine Binse, die wie eine Pose beim Brassenbiss hochschnellte und sich flachlegte, die anderen hielten und hielten.
Irgendwann drillte ich den Fisch doch in´s Freie (mit noch einer Zwischenlandung in einem Seerosenfeld), eine Binse war immer noch um das Vorfach gewickelt, als ich ihn kescherte.
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Re: Seerosenkampf auf Biegen und Brechen

Beitragvon Romario » 29.07.2011, 08:18

Ähm ich glaub wir fahren nächste woche lieber ans gloryhole :)
mann mann mann was für eine action - aber man erkennt die freude nach so einer anstrengung an deinem gesicht - coole story und schöner fisch
greets
Flow river flow, flow to the sea - where ever that river goes - thats were i want to be - flow river flow
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