Pedro hat geschrieben:Warum nicht spinnfischen? ist es verboten? Das wäre die Gefahr des verangelns auch nicht so groß.
Hallo Lepidorfer!
Ich freue mich, dass ich Dir gleich einen Guster gemacht habe mit dem Tippfischen.
Übrigens, gerade ich als Fliegenfischer sage Dir eines: Wenn Du es überhaupt lernen willst, dann bitte probiere es nicht als erstes am Kalten Gang aus, denn dort beissen sich wurftechnisch auch Erfahrene leicht die Zähnd aus, und als Anfänger bist Du dann gleich so frustriert, dass Du nicht einmal mehr das Wort Fliegenfischen hören willst!
Daher: Gerne gebe ich Tipps für das „Tippfischen“ (schönes Wortspiel):
Also eine Spinnrute würde ich da nicht nehmen, denn die Rute sollte schon mindestens 3m wenn nicht länger und sehr sehr fein sein. Denn Du musst oder sollst dem natürlichen oder künstlichem Insekt, was auf der Wasseroberfläche niedergelassen wird, durch leichte Zitterbewegungen Leben einhauchen. Es soll wirklich so aussehen wie ein Krabbler, der von einem Busch in´s Wasser fällt und dann „Schwapp“.
Gar nicht wenige verwenden dazu eine etwas gröbere Teleskop-Stipprute ohne Rolle. Das hat den Vorteil, dass Du mit der zusammengeschobenen Rute und nur dem nötigsten Kleinkram durch´s Gestrüpp zur Stelle der Verheißung gehst, dort die Rute ausfährst, „eintippst“ und das ist eigentlich alles.
Schnur würde ich natürlich nicht so fein nehmen wie beim Lauberlstippen zum Beispiel. Und die Schnur sollte nicht zu lang sein. Es soll ja direkt von der Rutenspitze senkrecht runtergehen.
Bedenke aber bitte, dass diese Methode nur funktioniert, wenn wirklich der richtige Tag dafür ist. Es gibt gerade in der Schwechater Gegend doch oft so schwüle bewölkte und windstille Tage, kurz bevor ein Gewitter kommt. Wo irgendwie alles „auf Spannung geladen“ ist, irrsinnig viele Insekten und natürlich gierige Fische, die diese Fressen.
So etwas solltest Du dann dabei erleben.
P.S.: Spinnfischen könnte natürlich auch gehen, aber der Kalte Gang ist eine Hängerfalle, und schwere Atillerie geht an so einem schmalen Bach sowieso nicht. Ich kannte einmal einen alten Herrn, der mit der leichten Spinnrute statt mit Blinker/Spinner mit beschwerten Streamern angelte. Das wäre eine gute Möglichkeit. Dort wo das war, war eigentlich nur Fliegenfischen praktiziert, aber Spinnfischen mit Einzelhaken toleriert, und da er zu alt war, noch das Fliegenfischen zu erlernen, fing er ausgesprochen gut mit dem Streamer an der Spinnrute. Weit werfen muß man ja eh nicht, und der Streamer entfaltet ein gutes Spiel durch das „Wacheln“ mit seinen Federn.
P.P.S.:
Wenn man das Tippfischen mit der Rolle macht, würde ich nicht eine Stationärrolle, sondern eine simple Grundrolle (Nottinghamrolle) empfehlen. Ich weiß nicht, ob so etwas heute noch verkauft wird, man kann genauso eine Billigsdorfer – Fliegenrolle nehmen.
Jedenfalls ist eine Stationärrolle bei der Art fischen, wo man nicht „wirft“ sondern nur senkrecht runterhängen lässt, eh hinderlich.