Schneider gegangen, oder doch nicht?
Ausnahmsweise möchte ich heute nicht vom großen Fang berichten, sondern von einem Schneidernachmittag. Wer es nicht kennt „Schneider“ sagen wir zu jenem Fischer, der nichts gefangen hat. So ging es mir nämlich am Freitag.
Doch so ganz als Schneider fühle ich mich nicht. Ich hatte einige schöne Erlebnisse von welchen ich Euch berichten möchte. Erstens war es ein traumhaft schöner Frühlingstag und es zog mich ganz einfach ans Wasser. Doch fast alle meine Bäche führten Hochwasser, deshalb beschloss ich in Ebreichsdorf , einen Abschnitt des Kalten Ganges, zu befischen den ich nicht kannte und der auch normalen Wasserstand hatte. Sicherlich ein mit der Fliegenrute schwer zu befischender Bach und ich dachte bei mir „da hat gewiss noch keiner gefischt“ doch nach einiger Zeit, die ich watend im Bach verbrachte, wurde ich eines Besseren belehrt.“ Sieh mal an, was hängt da am Ästchen“- der Beweis, es gibt sie noch, die Schwarzfischer. Einen schönen Spinner pflückte ich vom Baum. Kaum baumelte der Spinner an meinem Hut, überquerte eine Schlange das kleine Bächlen. Ich merkte mir den Platz am Rande des Baches, wo sie das Wasser verlassen hatte. Als ich den Platz vorsichtig watend erreichte, wärmte sie sich gerade in der Sonne auf. Als ich meine ersten Bilder im Fotoapparat hatte, hob ich sie am Schwänzchen hoch und fotografierte sie erneut. Erst dann durfte sie in den Fluten entfleuchen.
Fische fing ich an diesem Tag zwar keine und trotzdem war es ein wunderbarer Nachmittag am Fischwasser. Am Weg zum Auto sah ich noch einen traumhaften Veilchenstock, da wußte ich, der Frühling ist da und die Zeit der Fischerei hat wieder begonnen.
Herzliche Grüße Rudolf






