Klingt nach einem Fall fürs Schleppen, Köder daher Wobbler, Gummiwobbler, und wenn erlaubt, Köderfisch.
Eine Pauschalaussage darüber zu treffen, wo die Fische im Sommer sind, ist schwierig. Es heißt, im Sommer ziehen die großen Raubfische ins Freiwasser, und sind immer dicht dran an den Futterfischschwärmen. Die können aber leider überall sein, wobei sie mit dem Wind ziehen. Wobei, so groß ist der See laut google jetzt auch wieder nicht. Vielleicht sind sie da auch einfach dort, wo sie immer sind.
Ich würde daher an einem mir völlig unbekannten Gewässer erstmal Strecke machen, sprich zwei oder mehr Ruten mit unterschiedlich tief laufenden Wobblern raus, und herumcruisen, bis ich auf interessante Stellen stoße, an denen es mich einfach juckt, bisserl zu werfen. Dazu ist natürlich ein Echolot eine feine Sache, aber ich entscheide das aber immer nach Lust und Laune, höre einfach auf meine innere Stimme.
Außerdem gibts ja auch offensichtliche Plätze im See, die einfach schreien "WIrf mich an!", zB steile Kanten, Felder von Wasserpflanzen, Inseln, verankerte Boote und ähnliches.
An solchen augenscheinlich interessanten Plätzen werfe ich dann, entweder gründlich mit Gummi am Grund, oder schneller mit Wobbler und Spinner weiter oben.
Was ich immer gern mache: Mindestens eine zusätzliche Rute mit Köfi unterm Schwimmer auslegen.
Das hat gleich zwei Vorteile: Erstens kann ich auch mal eine Pause machen, und trotzdem noch fangen, zweitens finden Nachläufer, die den Kunstköder nicht nehmen, in Bootsnähe einen Naturköder vor. Ich steigere meine Chancen also gerade beim Wurfangeln.
Als Anköderung des Köderfisches finde ich das Fireball-System, kombiniert mit einem Schwimmer, oder auch vertikal unter der Rutenspitze hängend, genial.
Genial deshalb, weil das Gewicht direkt am Köder angebracht ist, analog einem Jigkopf. Das bewirkt, dass sich die Auf- und Abbewegungen des Schwimmers auf den Wellen 1:1 auf den Köderfisch übertragen, und ihn ins Hüpfen bringen. Jiggen für Faule sozusagen. Wichtig ist dafür, dass man einen bauchigen Schwimmer mit genug Tragkraft nimmt, damit der schon bei der kleinsten Welle aufsteigt, und den Köder hüpfen lässt. Manche nehmen dafür auch einen Luftballon, der gluckst dann auch so lustig. Leider ist die Befestigung des Köderfisches beim Fireballsystem nicht zum Werfen geeignet, fürs Uferangeln scheidet es also aus. Vom Boot aus ist es aber eine Supersache!
Besonders wichtig an neuen Gewässern: Bau dir selbst keinen zu großen Erfolgsdruck auf.
Es soll ja in erster Linie Spaß machen. Leg dich deshalb auch nicht auf empfohlene Techniken fest, und vor allem, kleb nicht dauernd am Echolot! Hör einfach auf deine innere Stimme, und wenns nicht läuft, oder wenn du keine Eingebung hast, was du machen sollst, fisch einfach so, wie es dir immer Spaß gemacht hat, und wie du anderswo schon gefangen hast.
Und keine Sorge: Bei Deinem Talent (man könnte auch sagen Anfängerglück

) würds mich nicht wundern, wenn nach Deinem Bericht plötzlich alle an den Schleinsee fahren wollen

A float tip is pleasant in its appearance, and even more pleasant in its disappearance!