von Polsi » 02.05.2011, 19:36
Ich befische heuer intensiv zwei Gewässer. Eines besteht zum größtenteil aus "Dschungel" mit Schlammgrund und Kraut und außerdem aus gut sichtbaren, exponierten Schotterbänken. Nur leider werden die harten Stellen von den Fischen gemieden. Natürlich angelt jeder drauf, weil man es in den Lehrbüchern so oder so ähnlich liest und weil man das Rig perfekt präsentieren kann, doch was hilft es, wenn die Fische einfach nicht mehr kommen? Was soll ein Karpfen auf den Steinen auch großartig zum Fressen finden, bis auf ein paar Muscheln vielleicht? Die Tatsache, dass im Schlamm und zwischen den Pflanzen natürliche Nahrung im Überfluss und zugleich Schutz geboten wird, kombiniert mit der Tatsache, dass die Karpfen in der Vergangenheit fast nur auf Schotterbänken gehakt wurden und so gut wie nie im Schlamm, wirft eine Frage auf: Warum soll der Fisch die Schotterbank überhaupt noch anschwimmen? Und genau so sieht auch die Fangstatistik aus.
Mein anderes Gewässer ist eine flache Badewanne mit hartem Grund am Ufer und sonst überall nur Schlamm. Wir fangen die meisten Karpfen, indem wir den Köder mitten den Schlamm pfeffern. Als ich einmal durch gewatet bin und fast bis zu den Knien im Schlamm stand, wunderte ich mich wirklich darüber, wie ein Fisch hier jemals einen Köder finden kann.
Angler wie Andy Little verwenden im Schlamm extra schwere Köder, damit der Köder so richtig im Schlamm versinkt. Zugegeben, das ist ein extremer Ansatz, den ich auch nicht verfolge, aber das Argument scheint schlüssig: Die Karpfen suche die Nahrung IM Schlamm und nicht oben drauf. Ein fressender Karpfen steht oft mit dem ganzen Kopf im Schlamm und wühlt dort herum.