Ich möchte euch hier mein Hausgewässer, den Lipno in Tschechien vorstellen. Ich bin vor 12 Jahren über das Fischen nach Tschechien gekommen und betreibe seit ein paar Jahren mit meiner Frau auch eine Apartmentanlage für Angler direkt am Ufer des Sees http://www.apartman-vanessa.cz. Ich wohne zur Hälfte in Tschechien und bin in den Sommer- und Herbstmonaten fast täglich am Wasser.
Der Moldau Stausee, auch Lipno genannt liegt auf einem Bergplateau in 750 m Seehöhe, direkt an der österreichischen Grenze und nur unweit der deutschen Grenze. Da das Gebiet viele Jahre militärisches Sperrgebiet war, findet man hier noch viele Stellen mit ursprünglicher und unberührter Natur. Der Lipno ist mit 4780ha der größte See der tschechischen Republik, das durch Torf angesäuerte Wasser hat eine charakteristische bräunliche Färbung. Im Sommer erreicht der See mit 25 Grad eine angenehme Badetemperatur. Der Stausee ist seit 50 Jahren nicht abgelassen worden, wodurch die Fische zu teils kapitalen Größen heranwachsen. Hier wurde auch der seinerzeitige Weltrekord Hecht mit 25,40 kg gefangen. Der Lipno darf nur mit E-Motoren befahren werden, wodurch auch im Sommer ein Angeln ohne Lärmbelästigung möglich ist. Tschechien ist immer noch ein sehr günstiges Urlaubsland und ist bisher vom Massentourismus verschont geblieben. Im Lipno kommen Friedfische wie Karpfen, Brachsen, Rotaugen, Rotfedern, Schleien, Güster und Lauben vor. Raubfische kommen neben dem Hauptfisch Zander auch Barsch, Hecht, Wels, Rapfen Forellen und Aale vor. Leider hat auch hier der zunehmende Angeldruck und die hemmungslose Entnahme vieler Fischer dem Bestand stark zugesetzt. Der tschechische Angelverband hat sich jedoch seit Jahren intensiv mit der Entwicklung des Fischbestandes im See auseinandergesetzt und eine Expertenkommission unter der wissenschaftlichen Leitung des biologischen Institutes in Budweis eingesetzt.
Ich bin auch Mitglied in dieser Kommission, als Interessensvertreter der Beherbergungsbetriebe. Die eingeleiteten Maßnahmen wie das Schleppverbot mit E-Motor, das Verbot von Köderfischen unter 20cm und mehr Kontrollen zeigen nun Wirkung und nach mehreren rückläufigen Jahren ist seit letztem Jahr endlich wieder ein Anstiege der Fänge zu verzeichnen. Bei unserer letzten Sitzung im Herbst wurde in einem über Nacht ausgelegten Netzt nicht weniger als 27 Zander gefangen, einer war sogar größer als 80cm. In den letzten Jahren waren es meistens nur 3 bis 4 kleine Zander. Natürlich wurden die Fische nur untersucht und wieder freigelassen. Am 16.Juni beginnt die Raubfischsaison und wir werden sehen wie weit sich der Bestand wieder erholt hat.






