Hallo Freunde!
Wer kennt sie nicht, die typischen, irgendwann von Menschenhand geschaffenen hot spots: halb verrottete mit Moos überwachsene Baumstämme, die vor mehr als hundert Jahrens zur Uferbefestigung angelegt wurden, Leitwerke zum schnelleren Abfließen des Wassers für den Holztrieb, alte Wehranlagen, brüchiges unterspültes Mauerwerk. Gerade im Bereich von ländlichen Ortschaften sind unsere Salmonidenflüsse oft von Spuren menschlichen Schaffen geprägt, aber genau dort wo es eher ein wenig "spröde" aussieht, stehen die schönsten Forellen und Äschen. Auch sind diese betagten Zeugen der ersten Industrialisierungswelle hervorragende Brutstätten für allerhand Insekten.
Ich kenne etliche kleine Salmonidenflüsse, die solche fischereilich extrem interessanten Stellen bieten.
Manchmal jedoch, sogar in guter Absicht werden Versuche gemacht, solche Gewässer wieder zu renaturieren, und das kann ... wie ich stellenweise beobachten musste, zu Einbußen in der Fischvielfalt führen.
Ein Beispiel ist der Toplitzbach im steirischen Salzkammergut, im Einzugsgebiet der Traun. Vor einigen Jahren hatte man in der Absicht, hier ein Paradies für die Forelle zu schaffen, alles entfernt, was früher an die Zeit erinnerte, als dieser Bach für die Holzschwemme, sozusagen als Verbindungskanal zwischen den beiden Seen verwendet wurde. Während früher überall herrliche Forellen standen, scheinen die Fische die jetzt künstlich geschafften Mäander überhaupt nicht zu mögen. Der Versuch der Renaturierung wurde sozusagen ein Eingriff in die Natur.
Ich könnte noch viele Beispiele von Gewässern aufzeigen, wo man Spuren von einer früheren Uferbefestigung und Nutzung sieht, wo sich hervorragende Einstände für Salmoniden befinden. Nicht auszudenken, würde man dies alles entfernen. Fische sind eben doch nicht immer so süchtig nach einem "zurück zur Natur".
Sicher ein recht widersprüchliches Thema, ich würde mich interessieren, wie Ihr das seht.
Gruss. Lupus






