von Lupus » 19.04.2011, 06:14
Das Problem mit der Forellenfischerei mit Naturködern wie Made und Wurm dürfte aber auch die von großen Fachzeitschriften ausgehende „Inflation“ der Forelle sein:
Schlage ich heute Blinkerhefte auf, sind sie voll von Tipps, wie man mit Wurm und ähnlichem an „Forellenseen“ zum schnellen Erfolg kommt. Auch DVDs gibt es da mengenweise davon. Ich schmeiße sie immer weg, wenn sie beim Heftl dabei sind, wenn sie über so etwas sind.
Da orte ich eine merkwürdige Entwicklung: Während zum Beispiel beim Karpfenfischen immer mehr auf Schonung der Fische wert gelegt wird und klar definiert ist, was unwaidgerecht weil nicht fischschonend ist, wurden bei den Salmoniden da fast alle jahrzehnteüber erarbeiteten Maßstäbe über Bord geworfen.
@Lepidorfer: Ja, jetzt hast Du das mit dem Tippfischen erfasst: Beweglich, aktiv sein, mehr als die Rute und das, was Du am Körper trägst, brauchst Du nicht. Und dann einfach voll in Deckung stehen bei den Büschen, wo die Insekten runterfallen auf´s Wasser. Auch der Fliegenfischer mit der Fliegenrute wendet diese Methode manchmal bei sich passender Gelegenheit an. Eben nicht „klassisch“ werfen, sondern nur „eintippen“.
Eine weitere, fast in Vergessenheit geratene Methode, wie ein an und für sich Nichtfliegenfischer gut und waidgerecht auf insektenfressende Fische angeln kann, ist eine Methode, bei der an einer kräftigeren unberingten Stipprute ein Stück Fliegenschnur drangemacht wird (man kann ohne weiteres ein Stück von einer alten Fliegenschnur nehmen, die sonst entsorgt wird. Fliegenfischer schenken einem so etwas sicher, wenn sie die Schnur wechseln). Dann kommt ein normales langes Vorfach und daran eine künstliche Fliege oder ein natürliches Insekt. Das ganze kann man dann schön auf´s Wasser peitschen mit einem seitlichen Schwung mit der langen Stippe.
Ich sah diese Methode sowohl am Südalpenkamm (südliche Schweiz, nördliches Italien), als auch davor in Westrumänien, wo an einem Fluß nahe der ungarischen Grenze während der Maifliegenzeit so gefischt wurde von den Einheimischen. Damit wurden auch große Rapfen gefangen. Dort nahmen sie in Ermangelung einer Fliegenschnur sogar ein Stück Plastik-Wäscheleine und auch das funktionierte.