Ich montierte meine beiden Ruten und entschied mich für zwei unterschiedliche Distanzen. Die Schnur fixierte ich per Gummiring, den ich doppelt legte und in den Schnurclip einhing. Zusätzlich markierte ich die Schnur etwa 50 cm vom Spitzenring entfernt mit Tape. Nun hing ich eine kleine Futterrakete in den Leadclip ein und jagte sie im leeren Zustand hinaus auf die gewählte Distanz. Leer deshalb, weil ich nicht mit der Rakete füttern wollte, sondern sie nur als Ziel für meine Futterschleuder benutzte. Auf beiden Spots verteilte ich jeweils einen guten Kilogramm unterschiedlich großer Boilies: Runde 18-mm Boilies, 18-mm Dumbels und 24-mm Kugeln. Als ich fertig war, holte ich die Futterrakete wieder ein, tauschte sie mit einem Blei aus, hing das Vorfach ein, und ab ging die Post! Um immer etwas Futter in unmittelbarer Nähe des Hakenköders zu haben, verwendete ich PVA-Stringer mit drei einzelnen Boilies. Ans Haar kamen ausschließlich einzelne 24er Sinker, um die vielen Weißfische so gut wie möglich abzuwehren.

Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen
Der Abend brach herein und wir labten uns an Schweinsschopf, Grillbauch und Würsten mit delikaten Saucen und dem einen oder anderen kühlen Bier. Es war recht frisch, und ungefähr um Mitternacht verkroch ich mich in mein Shelter. Geweckt wurde ich um vier Uhr morgens von einem Dauerton aus meiner Funkbox, der aber schnell wieder abriss. Ein Blick zur Rute zeigte warum: Die hatte es tatsächlich durch die Wucht des Bisses von den Banksticks katapultiert. Ich schoss aus dem Schlafsack hin zur Rute und konnte sie gerade noch halten. Gottseidank, der Fisch hing noch! Der Karpfen kämpfte für seine Größe mehr als ausdauernd, was typisch für dieses Gewässer ist. Doch es half alles nichts, und er musst auf die Matte. Schnell ein Foto geschossen und wieder zurück mit dem Spiegler.

Am nächsten Tag nahm ich mir vor, gegen Abend beide Spots nachzufüttern, hatte jedoch keine Ahnung, wieviel vom Vorabend noch da liegen würde. Also wagte ich ein Experiment: Ich montierte einen kleinen, gelben 14er Pineapple Pop-Up, um mir ein Bild über die Weißfischsituation zu machen. Erst wunderte es mich, dass ich bestimmt 30 Minuten lang keinen Biss bekam, doch kurz darauf lag schon die erste Brachse im Kescher. Ich ging also davon aus, dass sämtliche Boilies vom Vortag schon lange weg waren und entschloss mich dazu, meine ganzen restlichen Kugeln (ca. 3 kg) zu füttern.

Der Abend verging mit Shrimps und feinstem Grillgut, doch schon um Mitternacht stand ich mit krummer Rute am Ufer. Ein Karpfen hatte die 24er-Kugel inhaliert und wehrte sich nach Kräften. Es war zwar ein sehr kleines Exemplar, aber dafür ein schönes mit zwei großen Schuppen auf der Seite. Die restliche Nacht tat sich nichts mehr.

Fazit: Ich hatte in jeder Nacht einen Fisch gefangen, und auch sonst eine stressfreie Session erlebt. Zufriedenheitsgrad an die 100 Prozent.






