Tiroler hat geschrieben:Ich finde es schade dass du offensichtlich zu feig warst das pers. Gespräch zu suchen, aber hinter dem PC sich zu
verstecken ist ja wesentlich leichter
Ps:Nur ein toter Kormoran ist ein guter Kormoran
Während ja Dein "PS" einen ausgesprochen sachlichen Diskussionsbeitrag darstellt...
Ich finde das Thema ja ausgesprochen interessant. Und wie bei so vielen anderen Themen frage ich mich, wer nun eigentlich recht hat, und wie es sein kann, dass zwei Gruppen, bei denen ich eigentlich beiden ein breites Wissen zu den Themen voraussetze, so unterschiedliche Meinungen haben können. Ich meine damit vor allem Fischerei und Wissenschaft.
Neben Fischotter und Kormoran gibts da im NP-Donauauen nämlich noch ein anderes Thema, wo die Meinungen weit auseinandergehen: Die Öffnung der Altarme. Die Fischer sagen, dass durch die Öffnungen bei jedem Hochwasser enorme Mengen von Schotter hineingedrückt werden, und die Nebenarme somit noch schneller verlanden. Die Wissenschaft (und der Nationalpark) sagt, "stimmt nicht", es wird ganz im Gegenteil viel Feinsediment, das die Arme verlanden lässt, hinausgespült.
Was ich damit sagen will: Woher soll unsereiner wissen, was wirklich stimmt, wenn sogar Gruppen, die eigentlich am gleichen Strang ziehen, und auch gemeinsame Interessen haben, gegenteiliges behaupten. Im Grunde sind wir Fischer ja nur ein "kleiner Punkt" in der Landschaft, und können die großen Zusammenhänge nur schwer beurteilen.
Ich persönlich neige jedenfalls dazu, zu glauben, dass ein normaler Kormoran- und Fischotterbestand den Fischbeständen nicht nachhaltig schadet. Unseren Gewässern haben wir schon selbst die gröbsten Schäden zugefügt. Die kaputten Fischbestände halten wir nun mit Besatzfischen aufrecht, und es ist für mich irgendwie verständlich, dass uns das Herz blutet, wenn Kormoran und Fischotter uns den Besatz wegfressen. Da haben wir jahrelang, trotz kaputter Fließgewässer gut gefangen, und auf einmal kommt so ein Vogel daher, und wir können nur zuschauen, wie er sehr erfolgreich "mitfischt".
Eines ist aber sicher. Leerräumen können Fischfresser ein Gewässer nicht, denn je mehr sie den Fischbestand ausdünnen, desto schwieriger wird es, Beute zu machen. Ein Fischfresser, der nicht verhungern will, muss weiterziehen, sobald der Jagdaufwand in keinem Verhältnis zur Beutemenge steht.
PS: Woher die Abneigung gegen Biber kommt, kann ich, im Gegensatz zu Kormoran und Otter, eigentlich nicht verstehen...