von Lupus » 26.05.2010, 05:35
Ich habe keine großen Erfahrungen mit der Wasserkugel mit Fliege. Sie beschränken sich auf Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Da war das sogar interessanterweise ein bissl in Mode und wurde von Eckehard Wiederholz sogar in Fachbüchern und Fisch und Fang "propagiert", wiewohl der ehrenwerte Altmeister selber sehr wohl mit der Fliegenrute umzugehen wusste.
Angeblich für größere Flüsse geeignet. Meine eigenen Erfolge damit waren genau Null! Am Anfang, bevor ich eine Fliegenausrüstung in die Hände genommen hatte, dachte ich - wie wohl fast jeder Anfänger - die Wasserkugel zum "Fliegenfischen" wäre das Ei des Kolumbus, ich könne viel weiter damit werfen, könne das Zeugs ewig lang treiben lassen usw. usw. . Damals war witzigerweise in Slowenien an der Save an einer Strecke die Wasserkugel zum "Fliegenfischen" erlaubt bzw. "geduldet" und ich, der nur im See auf Karpfen etc. geangelt hatte, kaufte mir mit meinem ganzen Taschengeld (umgerechnet waren´s 100 Schilling, für damalige Verhältnisse auch für einen Arbeiter, nicht nur Schüler - viel Geld!!!) eine Tageskarte und sah vor meinem inneren Auge schon die Forellen (3 und 4 Pfünder) nur so in den Kescher purzeln.
Die nüchterne Erfahrung war, dass überhaupt nichts ging. Wie sollte bitte an einer Wasserkugel eine Trockenfliege unauffällig die Wasseroberfläche berühren? Wie sollte man bei misstrauischen oder steigeunwilligen Fischen ein Insektenschwärmen vortäuschen? Wie hebe ich eine Fliege schnell ab um sie möglichst breitgefächert anzubieten?
Und wie führe ich eine Nassfliege oder Nymphe mit einer Wasserkugel?
Ich könnte mir nur vorstellen, dass man die Wasserkugel am Ende der Hauptschnur befestigt und dann vielleicht zwei Nassfliegen so als „Springer“ (also an kurzen Seitenarmen) ziemlich weit oberhalb der Kugel anbietest und dann führst. Das könnte vielleicht sogar in einem Bergsee, falls es dort erlaubt ist, gut funktionieren und könnte man sehr tief damit fischen.
Also würde es doch Situationen geben, wo es funktioniert. Es soll ja auch diese neumodischen Sbirolinotechniken geben, das ist doch auch sowas ähnliches wie Wasserkugel.
An einem glasklaren Fluss mit sehr sehr scheuen Forellen und Äschen glaube ich allerdings, dass diese Methode nicht viel bringen wird, und die meisten Salmonidengewässer schauen eben so aus.
Wenn zum Beispiel an dem Gewässer, wo ich vor ein paar Tagen eine wahre Traum-fischerei erzielen konnte, auch die Wasserkugel erlaubt wäre, hätte es mich brennend interessiert, ob dort jemand damit auch nur einen Fisch gefangen hätte. Fliegenfischen so wie ich es betreibe, also mit Fliegenrute/Rolle/Schnur etc. ist nämlich sowieso wenn man einmal den Bogen ein bissl raus hat, „watscheneinfach“ und fängt die meisten Fische. Würde also jemand dort wo ich fisch wenn es erlaubt wäre, mit der Wasserkugel und Fliege eine schöne Äsche fangen, würde ich neidlos meinen alten Fischerfilz lüften……