Die Posenfischerei war und ist eine gute Methode, die immer Kapitale gefangen hat. Sie wird u. U. sogar mehr Karpfen fangen können, als die Hairmethode oder die gekochte Pellkartoffel an der freien Leine. Die Hairmethode mit Boilies oder die gute alte Kartoffel sind gezielter und werden auch die weitaus größeren Karpfen fangen, man erwischt mit der Posenfischerei viele kleine und mittlere Karpfen von 5-6 Pfund. Dazu hat man den Ärger mit der Schnurdrift, und die Hairmethode ist mit Sicherheit unauffälliger.
Der große Reiz der Posenfischerei, vor allem im Frühjahr mit Würmern, liegt aber darin, daß vom Aal bis zum Zander alls drin ist, und wenn man eine Stelle im Sommer wochen- oder gar monatelang immer wieder angefüttert hat, dann im Herbst auf Raubfisch umsattelt und mit leichtem Geschirr auf Köfis angelt, der wird sich wundern, was für schöne Karpfen man noch im November fangen kann. Wenn dann einer über 8, 10, 15 oder gar 20 Pfund beißt und man ihn an leichtem Geschirr drillen und landen kann, erlebt man Sternstunden der Angelei, bei denen einem das Blut stärker in den Adern gefrieren kann, als beim Russisch Roulette. Die Erregung ist fast noch stärker, als bei der gezielten Jagd auf Großkarpfen, bei der man mit seiner Ausrüstung auf etwas Großes eingestellt ist. Beim Posenfischen aber ist das Gerät ziemlich an der unteren Grenze und oft ereignen sich Katastrophen, die man aber meistens doch irgendwie meistert: Man hat keinen kescher dabei, er ist nicht ausgeklappt, der Karpfen fegt einem fast alles von der Rolle, was man drauf hat, da man nicht zu hart drillen darf, der Karpfen haut in die Seerosen ab.
Wie auch immer, die Posenfischerei ist und bleibt eine erfolgreiche Variante, deren Reiz vor allem im Überraschungseffekt liegt, den man immer wieder erleben kann.





