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Operation Gloryhole

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Operation Gloryhole

Beitragvon Polsi » 23.07.2011, 12:14

Mittlerweile verbringe ich fast jede Nacht am Wasser. Nebenbei erwähnt sei hier die erste Session einer Serie von durchfischten Nächten, und zwar in der Krauthölle. Ich wurde von sintflutartigem Regen überrascht, und hatte Mühe, mein provisorisch eingerichtetes Camp trocken zu halten. Um wenigstens trockene Kleidung zu haben, zog ich mich bis auf die Hose aus und legte meine Montagen im strömenden Regen ab. Alles umsonst, ich verlor einen Fisch in den Seerosen. Ausgeschlitzt, fuck!

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Die letzte Nacht verbrachte ich mit Phantomwaxxler Bruno an meinem Short Session Gewässer, das seit einiger Zeit auch unter dem Namen Gloryhole in Insiderkreisen kursiert. Wir entschieden uns für einen schmalen Bereich mit zahlreichen Seerosen, Schilf, überhängende Bäumen, versunkenen Ästen und anderen extrem geilen Features. In einem Anflug von Euphorie verteilte ich gleich einmal drei Kilo 25er Kugeln im ganzen Bereich. Bruno hingegen arbeitete wie immer mit seinen penetrant stinkenden Partikeln. Wir waren uns sicher, in dieser Nacht den einen oder anderen Karpfen auf die Matte zu legen.

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Bis spät in die Nacht saßen wir vor unseren Camps und sprachen über das Leben mit dem Fokus auf Frauen und Musik, während wir auf die erlösenden Töne unserer Aalglöckchen warteten.

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Es begann wieder stark zu regnen, und als um Mitternacht noch immer kein Fisch klingelte, machten wir uns erste Gedanken. Hatte ich zu viel gefüttert, und wenn ja, warum biss bei Bruno nichts? Erst um 9 Uhr morgens erwachte ich und blickte zu den Ruten. Alles war beim Alten, die Hänger hingen lustlos nach unten.

Was dann passierte, machte uns fast wahnsinnig. Überall zeigten sich Fische. Blasenspuren wanderten in alle Richtungen, Schlamm wurde aufgewühlt und färbte das Wasser dunkel. Doch: Wir bekamen keinen Biss! Ich warf die vermutete Fressspur eines Bubblers an, und mehr als einmal spannte sich die Schnur verräterisch, so dass ich schon fast reflexartig zur Rute griff, doch wir wurden verarscht: Schnurschwimmer!

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Nach einer weiteren Stunde ließen wir es gut sein, doch wir hatten einen neuen Plan! Noch heute abend wird wieder angegriffen. Gleiche Stelle, neue Taktik. Alles oder nichts! To be continued...
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon ssnake14 » 23.07.2011, 12:19

Toller Bericht und schöne Fotos wie immer ,ich hab jetzt den 5 Schneidertag hintereinander ich werd schon Wahnsinnig :mrgreen:

Habe vor eine Spendengala zu eröffnen damit du ein neues Rutengaberl bekommst :up2:
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon Polsi » 23.07.2011, 12:25

Die Gaberl haben uns die Opas, die vorher da gefischt haben, dankenswerterweise überlassen. Man nimmt halt, was man kriegen kann.
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon ssnake14 » 23.07.2011, 12:28

Polsi hat geschrieben:Die Gaberl haben uns die Opas, die vorher da gefischt haben, dankenswerterweise überlassen. Man nimmt halt, was man kriegen kann.


Ja Ja das kann man immer sagen :)
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon Hellvis » 24.07.2011, 08:19

Kein Fisch - kein Petri.

Interessanter Name für ein Gewässer.
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon magut » 24.07.2011, 09:38

jawoi Polsi - des san Deine Berichte!!! :la ola: supi wieder amoi gscheit was zum lesen und schaun :up2:
DANKE
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon Polsi » 24.07.2011, 12:22

Operation Gloryhole, Part II

Vom Fischen heim, ein paar Erledigungen gemacht, Essen gekauft, einen Abstecher zum Proberaum und wieder ans Wasser. Der Phantomwaxxler und ich konnten die Schmach der letzten Nacht nicht auf uns sitzen lassen. Doch bei der Ankunft am Gewässer packte uns das Entsetzen. Unser anvisierter Platz war besetzt - von einem netten steirischen Ehepaar.

Unser Grauen wurde noch viel schlimmer, als die Frau uns auf unserem Alternativplatz besuchte, um sich meine Waage auszuleihen. Naja, halb so wild, ich vergönnte ihnen den 8 Kilo "Ölkas"-Schuppi, denn die beiden waren wirklich ausgesprochen freundlich.

Der Schattenmann und ich hingegen beangelten eine kleine Schneise im üppigen Uferbewuchs, wo wir kaum und kaum Platz hatten und hockten auf unseren Liegen unter dem Zelt, während es langsam zu regnen begann. Unsere Ruten hatten wir mit PVA-Sticks und Snowman-Rigs beködert. Schließlich traf uns der Regen mit voller Kraft. Alles war durchnässt.

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Da kam uns die Idee, dass sich die Karpfen bei den vorherrschenden Witterungsbedingungen bei ihrer Nahrungssuche wohl auf ins Wasser gespültes Getier spezialisieren würden. Ein guter Angler passt sich immer an die Gegebenheiten am Wasser an, und darum kreierten wir aus den uns gegebenen Mitteln eine Insektenimitation.

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Noch vor Mitternacht ging meine Rute ab. Ich fischte mit zugedrehter Bremse vor ein paar Hindernisse und konnte den Fisch gut weghalten. Im Kescher landete schließlich ein kampfstarker Satzkarpfen.

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Dann wurde es richtig zach. Es goss und goss, und wenn man nur einmal kurz vors Zelt ging, um sich zu erleichtern, kam man durchtränkt wieder zurück, mit der Folge, dass sich das Wasser auch im Zelt ausbreitete. Nach Mitternacht erhielt ich einen Fehlbiss, bevor ich endlich einschlafen konnte.

In den frühen Morgenstunden klingelte ein wunderschöner, schlanker Schuppi an der linken Rute, wenig später ein weiterer Satzler an der Rechten.

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Doch das mühsamste stand uns noch bevor: Abpacken im strömenden Regen! Dabei werden in der Regel nämlich auch die Sachen nass, die vorher im Zelt so halbwegs trocken geblieben sind. Aber wie sagt man bei uns in Kärnten: Nur die Harten kommen in den Garten!
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon magut » 24.07.2011, 15:39

ich glaub du hast soeben die Boilifliege erfunden :-)
wirst sehen spätestens in 6 Monaten gibt es die zu kaufen :up2: :lol:
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon WiM » 24.07.2011, 18:13

Boiliefliege ist super!

Nächstes Mal könntest eine Boilieraupe versuchen ...
tight lines
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon Romario » 25.07.2011, 10:18

Servas Polsi!
Schöne Fische nach einer grauslichen Session - und wie du gesagt hast - nur die Harten ...
Bin selber zwei Nächte in der Sintflut gesessen. Meine Zehen schauen noch heute aus, als hätte ich den Ärmelkanal durchschwommen ... irre wieviel wasser runterkommen kann.
nach fast 30stunden ohne biss und mit steigendem hochwasser konnt ich dann wenigstens noch einen schönen 56er Aitel auf eine Laube am Grund landen.
Aber ich war noch nie so nass echt.
aber aufgeben - nie oder :D

greets
ah hab dir grad ne pn geschrieben
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon Polsi » 25.07.2011, 10:21

Romario, echt? Hab nix gekriegt!
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Re: Operation Gloryhole

Beitragvon Polsi » 26.07.2011, 16:40

Es war ein überraschend kalter Julinachmittag, als ich es wieder an meinem Short Session Gewässer versuchte. Ich war glücklicherweise schon allein am Wasser, doch bekam schon beim Aufbauen Besuch von ein paar Burschen aus der Umgebung, die dieses Wasser wie ihre Westentasche kennen und mir einige interessante Neuigkeiten verklickerten. So wurde erst kürzlich ein Schuppenkarpfen mit über 20 Kilo gefangen, was die Jungs auch mit einem Foto belegen konnten. Es war der größte Fisch, den ich bisher aus diesem Gewässer bewundern konnte. Doch ihn so kurz nach dem Fang wieder zu erwischen, war höchst unwahrscheinlich.

Aufgrund des kalten Wetters verwendete ich wieder PVA-Sticks und fütterte pro Rute nur eine Handvoll kleine Boilies dazu - sehr untypisch für mich. Der Nachmittag verging schleppend. Ich versuchte, Anzeichen von fressenden Fischen auszumachen, um diese für einen schnellen Biss anwerfen zu können, doch die Teichferkel taten mir den Gefallen nicht.

Auf meinen 20 Uhr-Biss auf diesem Gewässer konnte ich mich dann aber doch wieder verlassen. Ein starker Fisch zog den Hanger hoch bis an den Rutenblank und entschloss sich angesichts der zugeknallten Bremse nach links zu ziehen, genau wie ich es geplant hatte. Doch als er schon in Ufernähe war, geschah das Malheur. Der Fisch zog seitlich in einen Strauch, aus dem ich ihn aber locker hätte befreien können. Doch plötzlich ruckelte es zweimal in der Rute und der Widerstand erschlaffte. Ungläubig kurbelte ich, bis das Unglück vor meinen Augen baumelte. Vorfachriss! Das ursprünglich ummantelte Rig war komplett abgemantelt und direkt vor dem Haken durchtrennt. Ich konnte mir das nur dadurch erklären, dass das Vorfach über oder durch ein paar Dreikantmuscheln gezogen wurde, die sich auf den Ästen am Ufer festgesetzt hatten. Shit happens!

Ich beeilte mich, ein neues Rig zu montieren und schnell wieder auszuwerfen, denn die heiße Zeit war noch nicht vorbei. Und siehe da, 10 Minuten später klebte der Hanger abermals am Rutenblank und ich fing den wohl kleinsten Karpfen des ganzen Teiches, geschätzte 1,5 Kilo. Naja, Karpfen ist Karpfen, aber ein bisserl größer dürfen sie doch sein.

Achja, wegen der fehlenden Fotos: Mich hats diesmal einfach nicht geschert.
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