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Oh yeah!

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Oh yeah!

Beitragvon Polsi » 25.06.2011, 21:11

Oft sind die spontanen Einfälle die besten. Ich saß gerade im Büro, als ich mich an einen Anruf von meinem Angelfreund Joe vor ein paar Tagen erinnerte. Also rief ich ihn zurück.

"Seas Joe, was machen die Fisch?"

"Jo, heit geh i wieder."

"I geh erst am Sonntag wieder... Stausee."

Da fiel mir ein, dass es eigentlich Freitag war und es keinen Grund gab, nicht heute auch angeln zu gehen. Spontan verabredete ich mich mit Joe für den heutigen Abend an seinem Haugewässer. Nach Dienstschluss packte ich den Ferrari in den Citroen und dann ging es sofort los in Richtung Steiermark.

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Der Abend war einer der guten Sorte. Joe fing zwei Fische, einen schönen Schuppi und - was uns alle besonders freute - einen seiner Zielfische, einen wunderschönen Scaley, für den ich wahrscheinlich töten würde und den er ungewogen wieder zurücksetzte. Er war angesichts dieses Resultats komplett "over the moon" und so euphorisch, dass er das Angeln für heute abbrach und sich aufs Feiern verlegte. Wer kann es ihm verdenken?

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Als es dämmerte, besuchten uns einige andere Karpfenangler an unserem Platz und wir genossen gemeinsam ein Bier - das heißt, jeder genoss sein eigenes. Ich hatte noch immer keinen Biss, doch das machte mich nicht nervös. Ich wusste, meine Zeit würde noch kommen. Ich wusste, ich hatte alles richtig gemacht.

Joe feierte an einer anderen Stelle weiter und ich döste auf meiner Liege dahin. Plötzlich, um etwa 23 Uhr, war ich wieder hellwach. Ich schlug die Augen auf, schälte mich aus dem Schlafsack und setzte mich angespannt hin. Ich wusste rein instinktiv: Wenn ein Biss kommt, dann jetzt, zwischen elf und zwölf. Und ich sollte wieder recht behalten. Erst ging die linke Rute ab. Kleiner gelber Pop-Up am Hinged Stiff Rig. Ans Ufer kam ein schöner Schuppi zwischen acht und zehn Kilo. In dem Moment, als sich die Keschermaschen um den Fisch schlossen, kam wie aus dem Nichts ein Run auf der anderen Rute. Shit, was sollte ich jetzt machen? Ich hatte keinen zweiten Kescher dabei. Doch der Fisch nahm mir die Entscheidung ab und verabschiedete sich vorzeitig.

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Mittlerweile war Joe wieder aufgetaucht, und so konnten wir vom nächsten Fisch - ein Schuppler der gleichen Kategorie - ein Gemeinschaftsfoto machen.

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Mittlerweile war ich schon sehr müde. Ich stieg in den Ferrari, brachte die Rute wieder an den Spot und setzte mich mit Joe vor unsere Unterstände, um noch etwas zu quatschen. Joe, der alte Minimalist, hatte nich einmal eine Liege mitgenommen und hatte vor, am Stuhl zu schlafen. Na dann, viel Spaß. Wenige Stunden später hatte er sich schon ins Auto verzogen. Ich hingegen verlor in der Nacht einen Fisch, war aber zu müde, wieder rauszufahren und angelte mit nur einer Rute weiter. Diese ging im ersten Morgenlicht ab und brachte diesen schönen Spiegler.

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Danach kam es ganz dick. Ich hatte beide Montagen an Land und war unschlüssig, ob ich nochmal rausfahren sollte. Schließlich entschied ich mich doch dazu, was sich als der richtige Weg herausstellen sollte. Kaum 15 Minuten nachdem der Ferrari wieder angelegt hatte, erhielt ich einen langsamen Biss auf ein Snowman-Rig. Der Fisch zog träge und unaufhaltsam seine Bahnen. Immer wieder kamen große Blasenteppiche an die Oberfläche. Keine Kopfstöße, nur Gewicht und Kraft.

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Ich wusste, das war ein Besserer. Als der Fisch zum ersten Mal die Oberfläche durchbrach und ich einen massigen Leib erspähte, der die 15-Kilo-Grenze wahrscheinlich sprengen würde, wurde ich langsam nervös und war heilfroh, als Joe den Kescher im richtigen Moment anhob. High Five! Er war drin! Yeah! Ein kurzer Blick: Es war Spalti, einer der größten und schwersten Bewohner dieses Gewässers, mit einem Kreuz, so breit wie die Thekensitzer in meiner Stammkneipe um ein Uhr morgens. Seinen Namen erhielt er aufgrund seiner gespaltenen Brustflosse auf der linken Seite.

Wir kamen jedoch gar nicht dazu, den Fisch auf die Matte zu heben, denn kaum war er im Kescher, erhielt ich noch einen Biss auf die Pop Up-Rute. Das konnte doch nicht wahr sein! Der Fisch ließ sich leicht herandrillen, doch als ein seltsam geformter Kopf aus dem Wasser schaute, wussten wir, dass wir es hier nicht mit einem Karpfen zu tun hatten. Joe rannte los und lieh sich von einem anderen Angler einen zweiten Kescher. Der Fisch war mittlerweile in Ufernähe gekommen und gab sich zahm, doch wer diese Art schon einmal drillen durfte, weiß, was das heißt, nämlich: Das Schlimmste kommt noch! Wenn dieser Fisch in Ufernähe ist, gibt es nur eins: Bremse lockern und hoffen, dass der Haken angesichts der explosionsartigen Fluchten hält. Unausgedrillt gekeschert haben diese Torpedos schon den einen oder anderen Kescher einfach in der Mitte durchgerissen. Ich gab mir größte Mühe, den Fisch, der weit über einen Meter lang war, ordentlich auszudrillen, und es funktionierte! Das Glück war wieder auf meiner Seite. Mit größter Umsicht hievten wir diese exotische Kreatur auf die Abhakmatte. Ein weißer Amur mit 14,8 Kilo!

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Nun mussten wir uns aber noch Spalti kümmern, der noch im Kescher verweilte und sich ein wenig erholte. Joe ließ es sich nicht nehmen, das Teil allein aus dem Wasser zu heben. Mir war es recht, denn mir stand noch eine kurze Fotosession mit diesem Ausnahmefisch bevor. 20,6 Kilo zeigte die Waage an! Ich konnte es nicht glauben!

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Ans Auslegen dachte ich danach natürlich nicht mehr! Bei einem guten Kaffee ließen Joe und ich diese denkwürdige Session Revue passieren. Mit diesem Ergebnis - Joe fing seinen Zielfisch, ich den Dicken - konnten wir vollkommen zufrieden sein. Vergessen war der Blank beim letzten Mal, als ich an diesem Gewässer war. Bedanken möchte ich mich bei Joe für die nette Einladung und die tolle Session. Gerne komm ich wieder mal vorbei!
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Re: Oh yeah!

Beitragvon buggi » 25.06.2011, 21:30

WOW!
Mir hätte der Amur allein schon gereicht.
Echt wahnsinns Fische. 2 Traumfische in einer Session.
Petri, von dir kann man besitmmt noch viel lernen.
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Re: Oh yeah!

Beitragvon D.D. » 26.06.2011, 16:38

Bellyboat oder Schwimmreifen womit sich der Joe durchs Wasser bewegt??
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Re: Oh yeah!

Beitragvon magut » 27.06.2011, 07:38

wie immer ein super Bericht.
MEEEEEEEEEEEEHR davon :up2:
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Re: Oh yeah!

Beitragvon Lepidorfer » 27.06.2011, 09:14

Grenzgenialer Ansitz!!!

Top Fische und schöner Bericht! Petri Heil!!!
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Re: Oh yeah!

Beitragvon Romario » 27.06.2011, 09:55

Ja wiedermal ein super-Bericht und super Fotos.
schaut echt irre aus der armur - ist der drill eigentlich anders als bei einem spiegler oder schuppi der gleichen größe??
Ist der Armur der "wildere" Kämpfer??
greets
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Re: Oh yeah!

Beitragvon Polsi » 27.06.2011, 10:28

Danke für die Glückwünsche.

Romario, also, ich hab Karpfen viel, viel lieber im Drill. Der Amur ist richtig hinterhältig. Die Bisse sind zu 90 % Fallbisse, dann kann man den Fisch herankurbeln wie eine drittklassige Brachse. Aber sobald er ans Ufer kommt, und merkt, was los ist, dreht er völlig durch. Wenn da die Bremse auch nur ein bisschen zu fest ist, dann gute Nacht. Später sieht es dann oft so aus, als ob er schon ausgedrillt wäre, aber das täuscht. Ein unausgedrillter Amur im Kescher ist das Schlimmste überhaupt. Ich kenne einen, der hatte ein 30 Kilo-Exemplar im Kescher, als dieses nochmal Gas gab. Die zwei Kescherstäbe sind gebrochen wie Zahnstocher...
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Re: Oh yeah!

Beitragvon FrankHund » 27.06.2011, 10:51

Am Inkognito ist es glaub ich schwerer einen Satzkarpfen zu fangen als einen >15Kilo Fisch.
Der Fisch mit der linken geteilten Brustflosse wird im Jahr etwa 50 mal gefangen. NULL natürliche Nahrung. Fische sind zu 100% auf Boilies angewiesen und da alle 1 Meter vorm versunkenen Baum ablegen haben die Fische großteils zerfetzte Mäuler. Na schönen Dank auch.

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Re: Oh yeah!

Beitragvon Polsi » 27.06.2011, 11:07

FrankHund hat geschrieben:Am Inkognito ist es glaub ich schwerer einen Satzkarpfen zu fangen als einen >15Kilo Fisch.
Der Fisch mit der linken geteilten Brustflosse wird im Jahr etwa 50 mal gefangen. NULL natürliche Nahrung. Fische sind zu 100% auf Boilies angewiesen und da alle 1 Meter vorm versunkenen Baum ablegen haben die Fische großteils zerfetzte Mäuler. Na schönen Dank auch.


Hm, du musst das Gewässer ja bestens kennen, wenn du sogar über das Aufkommen der natürlichen Nahrung bescheid weißt...
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Re: Oh yeah!

Beitragvon Lepidorfer » 27.06.2011, 11:14

Also wenn man sich die Mäuler der gefangenen Fische anschaut, stimmt deine Aussage ja mal ganz und gar nicht!!!

Wenns dir das Maul vom dicken Spiegler anschaust, schauts für mich so aus als ob der noch nie gefangen wurde... Da hab ich schon ganz andere Sachen gesehen!!!
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Re: Oh yeah!

Beitragvon Redmire Pool » 27.06.2011, 12:13

Lepidorfer hat geschrieben:Also wenn man sich die Mäuler der gefangenen Fische anschaut, stimmt deine Aussage ja mal ganz und gar nicht!!!

Wenns dir das Maul vom dicken Spiegler anschaust, schauts für mich so aus als ob der noch nie gefangen wurde... Da hab ich schon ganz andere Sachen gesehen!!!

Das stimmt so sicher nicht - ich kann mit einem einmaligen Fang und einem potscherten Vorfach einen Karpfen "zurichten" und mit gut arbeitenden Vorfächern einen Karpfen selbst nach den 50igsten Fang gut ausschauen lassen. Sicher ist die Gefahr bei öfteren Fängen größer und der Incognito Lake ist schon Hardcore! :D
Aber versteh das Geraunze schon wieder nicht - wer an solch Gewässern nicht fischen will, der soll eben nicht hinfahren! Ich fahre nicht hin, aber jeder der dort fischen will, hat meinen Segen!
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Re: Oh yeah!

Beitragvon Polsi » 27.06.2011, 12:24

Zerrissene Mäuler gibt's in JEDEM Gewässer, an dem viel gefischt wird. Schau dir nur beispielsweise die "Hure" vom Ossi an. Es ist halt die Frage, wie die Mehrzahl der Angler fischt. Mit geflochtener Schnur 1 m vorm Strauch mit brettharten Ruten ist sicher nichtt fischschonend. Dann vielleicht noch Bremse offen und 50 Meter von den Ruten entfernt schlafen, und du hast die Garantie, dass der Fisch im Strauch hängt. Mit Glück reißt er sich selbst los, und davon kommen die meisten zerrissenen Mäuler. Ich hab's bei keinem meiner Fisch gesehen, dass ein Maulwinkel nach dem Drill eingerissen war oder ähnliches.

Ich find's nur immer wieder lustig, dass die Leute, die auf manche Gewässer schimpfen, sich dort richtig gut auszukennen scheinen...
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Re: Oh yeah!

Beitragvon Lepidorfer » 27.06.2011, 15:17

Aber wenn ich mir die Fische so anschau sieht man eigentlich nix an den Mäulern... Mag sein das das am Vorfach liegt (hab ich zwar noch nie gehört, aber man lernt ja nie aus... :danke: ), aber das würde ja nur beweisen das die Angler die dort fischen sehr behutsam mit den Fischen umgehen...

Ich kenn da ganz andere Teiche, da fängst nur mehr "grinsende" Karpfen... Die sind so zefetzt das da schlecht wird!!!

Wie gesagt bin jetzt nicht der super "Carphunter" (wenn ich das scho hör muss ich lachen...) aber die Fische auf den Fotos sind meiner Meinung nach in gutem Zustand!!!
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Re: Oh yeah!

Beitragvon Redmire Pool » 27.06.2011, 15:43

Sicher wirds dort einige Fische geben, die dementsprechend ausschauen - die wird man halt dann von der Schokoladenseite ablichten. Ich war wie geschrieben noch nie auf diesem Gewässer, interessiert mich auch nicht, aber ich maße mir nicht an, wem vorzuschreiben, wo es denn nun ok ist zu fischen und wo nicht.
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Re: Oh yeah!

Beitragvon buggi » 27.06.2011, 17:23

Polsi hat geschrieben:Danke für die Glückwünsche.

Romario, also, ich hab Karpfen viel, viel lieber im Drill. Der Amur ist richtig hinterhältig. Die Bisse sind zu 90 % Fallbisse, dann kann man den Fisch herankurbeln wie eine drittklassige Brachse. Aber sobald er ans Ufer kommt, und merkt, was los ist, dreht er völlig durch. Wenn da die Bremse auch nur ein bisschen zu fest ist, dann gute Nacht. Später sieht es dann oft so aus, als ob er schon ausgedrillt wäre, aber das täuscht. Ein unausgedrillter Amur im Kescher ist das Schlimmste überhaupt. Ich kenne einen, der hatte ein 30 Kilo-Exemplar im Kescher, als dieses nochmal Gas gab. Die zwei Kescherstäbe sind gebrochen wie Zahnstocher...


Ist einem Freund auch passiert, seiner hatte zwar nur 13kg aber sein Kescher war danach auch hinüber.

Andere Frage, fischt der Joe zufällig die Boilies von dieser Seite?

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