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Neue Stelle, neues Glück

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Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon Polsi » 10.04.2011, 12:20

Ich check es einfach nicht. Als ich vorigen Samstag ans Gewässer kam, rauften sich die Angler schon fast um die Plätze. Um größtmögliche Auswahl zu haben, war ich diese Woche aber schon vormittags vor Ort - und was finde ich vor? Der Teich ist bis auf eine Karpfenanglerpartie komplett leer. Umso besser!

Anstatt auf Nummer sicher zu gehen und den Erfolgsplatz der letzten Sesssion wieder zu befischen, entschloss ich mich, ans andere Ende des Teiches überzusetzen, zu einer Stelle, an der ich bisher noch nie geangelt hatte. Auf diese Art und Weise würde ich das Gewässer nach und nach gut kennen lernen. Diesmal war wieder meine Freundin Andrea mit von der Partie. Sie war mir beim Ablegen der Ruten behilflich und kümmerte sich mit selbst gemachtem Chili um die Verpflegung.

Zur Location: Ganz links fand ich eine Bucht mit vielen überhängenden Bäumen, die förmlich nach Karpfen roch. Ich ließ mir bewusst Zeit mit dem Abstasten des Grundes und legte mich schließlich auf eine nur etwa 60 Zentimeter tiefe Sandstelle in Ufernähe fest. Hier konnte ich die Fische direkt in einem Areal befischen, in dem sie sich sicher fühlten, hatte aber noch genug Freiraum, um einen gehakten Karpfen von den Hindernissen fern zu halten. Ich brachte einen harten, zurecht geschnittenen 24er Boilie in Position und fütterte dazu nur wenige Handvoll Dumbells, um die Fische zum Fressen anzuregen.

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Die zweite Rute legte ich hingegen ganz nach rechts, aber wiederum in Ufernähe. Hier befand sich ein Schilfgürtel, von dem aus der Grund steil auf etwa zwei Meter abfiel. Direkt am Fuße dieses Steilufers platzierte ich einen Fluo Pop-Up am Hinged Stiff Rig.

Der Tag wurde verdammt warm - so warm, dass ich einen ersten Schwimmversuch unternahm. Überraschend, wie warm das Wasser schon war!

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Ich war schon wieder trocken und angezogen, als ich einen Biss in der Bucht registrierte! Mitten am Tag, eigentlich untypisch hier! Der Fisch bewies Stärke und ließ sich nur schwer von den Bäumen fern halten, doch schließlich kam er ins Freiwasser, wo ich ihn in Ruhe ausdrillen konnte! Andrea hielt das Drillgeschehen fotografisch fest. Jetzt nur nichts falsch machen!

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Der Karpfen kämpfte ausdauernd und forderte mich immer wieder, doch schließlich lag der Schuppi im Kescher! Etwa acht Kilo brachte der Milchner auf die Waage. Die Session war bereits jetzt ein Erfolg!

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Mittlerweile hatte sich die örtliche Mopedgang eingefunden, die mit ihren Gefährten ständig direkt am Ufer auf und ab fuhren. Natürlich genau an dem Ufer, an dem mein Pop-Up lag. Als die Burschen und Mädels dann noch den Anschein machten, über Nacht bleiben zu wollen und zu angeln, machte ich mich schon auf das Schlimmste gefasst, doch glücklicherweise verhielten sich die Jugendlichen vorbildhaft und verwandelten das Ufer in der Nacht nicht in ein Partygelände.

Wir lagen schon auf unseren Liegen unter dem Sternenhimmel, als mich ein Vollrun von links wieder auf die Beine beförderte. Der Fisch saß kurz fest, weshalb ich ihn mit dem Boot entgegen fuhr. Als ich bei ihm ankam, war er schon im Freiwasser und ich konnte ihn relativ problemlos keschern. Wieder ein Schuppi, ein wenig kleiner als sein Vorgänger.

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Ich hatte anscheinend einen Hotspot gefunden! Doch als ich wieder hinaus fuhr, um die Rute abzulegen, bemerkte ich, dass der Fisch im Drill meine Boje komplett verzogen hatte! Shit! Es blieb mir nichts anderes übrig, als mein Ruder zum Abklopfen des Grundes zu benutzen, um zumindest grob wieder in den Bereich meines Spots zu kommen. Irgendwann war ich so halbwegs zufrieden und senkte den Köder gemeinsam mit ein paar Futterboilies wieder hinunter.

Der nächst Biss kam um drei Uhr morgens, abermals von links! Ich hatte also wieder am richtigen Platz abgelegt. Ich bemerkte schon im Drill, dass der Fisch wohl etwas kleiner sein würde. Zum Ende hin vermittelte mir die Rute einige schnell aufeinander folgende Schläge in der Schnur. Höchst seltsames Drillverhalten für einen Karpfen, dachte ich. Des Rätsels Lösung wurde sichtbar, als der Fisch auf der Matte lag. Der Milchner hatte ein recht stark missbildetes Rückgrat! Am Fressen schien es ihn aber nicht zu hindern.

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Die Nacht wurde überraschend kalt, auf unseren Sleeping Covers bildete sich sogar Reif. Ich hatte Mühe, mich im Schlafsack warm zu halten. Am frühen Morgen gab dann schließlich auch die Pop-Up Rute einige Töne von sich. Ein perfekter Schuppi, der kleinste der Session, bildete den Abschluss dieser traumhaften Session.

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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon buggi » 10.04.2011, 13:51

Einfach nur genial, so eine Session hätte ich auch mal gern!
Petri!
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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon Andy.S. » 10.04.2011, 14:07

Petri Heil :)

Wie immer Top zu lesen :up2:

Da bekomm Ich schon wieder Sehnsucht nach dem Angeln,
das kommente WE wirds bei Mir auch wieder gehen :D

lg. Andy
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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon Rene_F » 10.04.2011, 17:50

Prosit, Gratuliere :-)
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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon Jan Age » 10.04.2011, 19:28

Hallo Polsi!

Danke für deinen Bericht, ich würde mich freuen wenn du hin und wieder ein paar Bilder von deinen Montagen einfügen könntest, die sind für mich als Beginner immer besonders interessant!

lG,

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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon Polsi » 10.04.2011, 20:09

Jan Age, danke für deinen Beitrag. Ich mache tatsächlich immer wieder auch Bilder von Montagen und anderen Details. Wenn du zum Beispiel auf meinem Blog die Beiträger durchblätterst, stößt du sicher auf das eine oder andere Foto.
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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon thomasfischt » 10.04.2011, 20:34

Gratuliere Polsi

Wirklich guter Bericht, immer wieder schön zu lesen.

Aber eine Frage: Es ist klar, daß du eher nur Fotos von den kapitaleren Karpfen machst, aber wie ist der Schnitt so bei dir? Es müssten doch auch ziemlich viele kleine karpfen bei dir gefangen werden, oder sind deine Köder so selektiv?

Mein Erfahrung ist nämlich fast genau umgekehrt, viele kleine karpfen und ab und zu mal einen größreren. Vielleicht täucht es nur, weil du eben nur über die größeren berichtest. Wenn nicht muss ich deine Köder auch mal versuchen :-)

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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon Polsi » 10.04.2011, 20:41

Thomas, ich fotografiere eigentlich jeden Karpfen, den ich fange. Bei den wirklich Kleinen mach ich oft einfach nur ein Foto auf der Abhakmatte oder im Kescher, während er noch im Wasser liegt, aber da ich immer ein Stativ mit Pneumatikauslöser vor der Abhakmatte aufgebaut habe, sind auch "richtige" Fangfotos nur eine Sache von wenigen Minuten. Zu zweit ist das sowieso kein Thema.

Wie das Verhältnis der Karpfengrößen zueinander aussieht, hängt weniger vom Köder, sondern wohl am allermeisten vom Gewässerdurchschnitt ab. Wo es fast nur kleine und mittlere Fische gibt, kann man nicht erwarten, jedes Mal einen Großen zu fangen. An diesem bestimmten Gewässer beispielsweise habe ich herausgefunden, dass der Großteil das Bestandes sich wohl zwischen 5 und 10 Kilo bewegt, mit einigen Ausreißern nach oben und unten, von daher sind die bei dieser Session gefangenen Fische (5-8 Kilo) sehr durchschnittlich. Dennoch erfreut es mich, an einer völlig neuen Stelle gleich so schön gefangen zu haben, und die Gewichte sind da eher nebensächlich.
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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon Lupus » 11.04.2011, 05:16

Petri Heil!
Besonders der letzte auf dem Bild sieht besonders schön aus!
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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon Franz » 11.04.2011, 06:20

@Polsi

Petri zu den Fängen
Gruß
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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon Jan Age » 11.04.2011, 16:32

Danke Polsi für den Tipp mit deinem Blog, ich werde mir die Bilder darin bald einmal genauer unter die Lupe nehmen!

lG,

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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon thomasfischt » 12.04.2011, 11:24

@ polsi:

Ah so, das würde aber bedeuten, daß in diesem Gewässer nicht aktiv besetzt wird, oder doch?
Wenn ein Gewässer einen Gewichts-Durchschnitt hat dann müsste der doch ständig schwanken, wenn sich die Karpfen reproduzieren müssen ja bei vielen mittelgroßen Karpfen auch viele kleine Karpfen nachkommen. Deshalb versteh ich das nicht ganz mit deinem erwähnten Gewässer-Gewichtsdurchnschnitt, vielleicht kannst du mich ja aufklären.
danke

Thomas
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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon Polsi » 12.04.2011, 13:45

Thomas: Das letzte Mal wurde ziemlich sicher 2006 besetzt. Ob sich die Karpfen selbst vermehren, weiß ich nicht genau, ich vermute es aber!
Einerseits wachsen die Fische dort extrem gut ab, bei einem speziellen Fall wurde ein Wachstum von 4 kg in einem Jahr (!!!!) nachgewiesen. Das Gewässer ist extrem nahrungsreich, dazu kommt das Futter der Angler.

Andererseits fange ich auch viele Fische zwischen 5 und 6 kg. Wenn man davon ausgeht, dass ein Satzler mit etwa 3 kg besetzt wird, wäre eine Zunahme von 3 kg in fünf Jahren nicht wirklich viel. Darum vermute ich, dass doch einige junge Karpfen hochkommen, ohne aktiven Besatz!
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Re: Neue Stelle, neues Glück

Beitragvon thomasfischt » 12.04.2011, 14:01

ok, jetzt ist mir alles klar.
ich bin davon ausgegangen,daß jedes jahr besetzt wurde.
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