von Lupus » 29.04.2011, 06:08
Hallo Ihr!
Wir müssen allerdings auseinanderhalten, dass Rußnase (Abramis vimba) und Nase (Chondrostoma nasus) nicht gar so viele Gemeinsamkeiten haben. Die Rusnase ist mit ihrem nach unten vorstülpbaren Maul (auch wenn sie eben drüber diese dunkle Stupsnase hat) mit dem Brassen verwandt und hat daher auch ein anderes Verhalten, vor allem eines, was für die meisten Feederangler von Brassen &Co her schon leichter nachvollziehbar ist. Daher auch mit den Futtertaktiken und so weiter.
Bei der eigentlichen Nase wird das schon viel viel schwieriger, weil sie ganz anders frisst als die Rußnase und auch selten beide Arten in der gleichen Flußstrecke nebeneinander herleben.
Die Nase mit ihren hornartiken Kanten von diesem komisch quergestellten Maul hat hauptsächlich eine Freßtechnik: Das Abschaben von Steinen am Grund. Deshalb auch dieses komische Maul, mit dem sie gern Algen abkratzen und sonstiges kleines Getier und so Zeug zu sich nehmen.
Leider habe ich schon lange keinen Fluß mehr, wo Nasen vorkommen, als ich noch an sowas fischte, waren die Fänge am Anfang auch traurig, bis ich mir ein bissl was abschaute. Mein erster taktischer Fehler war überhaupt die Führung der Pose mit der Treibangel. Wenn man da nicht die richtige Technik des leicht zurückhaltens, so dass der Köder schön vortreibt beherrscht, geht´s nicht , die Nase nimmts nicht. Und dann natürlich soll der Köder ganz knapp über dem Grund dahintrudeln. Das beste ist also, dass das Vorfach so eingestellt ist, dass es wenn es senkrecht runterhängen tät, schon am Grund liegen würde, aber sich durch die Strömung und das Zurückhalten eben „streckt“ und der Köder dann eben schön, sozusagen vor dem Blei, mundgerecht und natürlich herumtrudelt.
Dann muss ich sagen, dass es oft gar nicht die Maden waren, die den Erfolg brachten: Die meisten Nasen fing ich dann glaube ich auf Weißbrotflocke. Einfach den unteren Teil am Hakenschenkel etwas zsammdrücken und nach oben soll es offen sein, also Flocke. Das einzige was nervte war, dass man fast nach jeder Schwemme neu ködern musste, aber dafür gab es mehr Bisse als auf Made.
Und Anfüttern mit Graupen (Gerstengraupe, Perlgraupe) ist total gut. Und dann vielleicht auch mit Graupen fischen.
Wenn man aber nicht wirklich damit „aufgewachsen“ ist mit der Nasenfischerei, wird man meistens aus dem Staunen nicht herauskommen, was die wirklichen Nasenfischer fangen. Schon das richtige Deuten der Zupfer ist eine Wissenschaft.
Also wenn ich ehrlich bin: Ich war schon mächtig stolz, wenn es mir an guten Vormittagen gelang, wenigstens 4-5 große Nasen zu überlisten. Ich meine so mit 40-45cm, also etwa in der Größe wie eine schon sehr schöne Äsche.
Was mir auch total gefallen hat, war der Drill von den Nasen. Die haben ziemlich etwas drauf.
Gruß. Lupus