Also ich finde es echt traurig, dass die letzten unverbauten Flüsse noch aufgestaut werden. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als junger Bub auf der "Baustelle Draukraftwerk" Äschen mit der Hand aus Tümpeln gefangen hab und in die Drau zurückgesetzt hab. Für mich war es damals schlimm anzusehen wie dieser wunderschöne Fluss vor meiner Haustüre mit seinem super Äschenbestand einfach kanalisiert wird. Und heute herrscht an diesem Abschnitt, der seinerzeit zum besten Huchengewässer Europas zählte mehr oder weniger Teichwirtschaft. Da hat sich noch nicht einmal ein schöner Barbenbestand aufgebaut wie z.b. in der südlichen Mur.
Passiert ist das in einer Zeit, als sich Leute in Hainburg an Bäume fesselten, in der Kälte ausharrten und von Polizisten geprügelt worden sind. Damals gab es in der Öffentlichkeit rege Diskussionen über Naturschutz, Energiepolitik, Umweltschutz......
Und heute gibts Diskussionen über eine Verschrottungsprämie, Konjunkturkrise, Wachstumsrückgang, Zuwanderung, Börsenkurse. Wir Alle haben uns einlullen lassen vom Wohlstand, den die meisten von uns genießen, Wohlstand der auf diesem Niveau nur mit Wirtschaftswachstum gehalten werden kann. Wen juckt es da schon dass in Österreich die Umweltschutzauflagen immer mehr verwässert werden, dass Konzepte für Alternativenergien nicht mehr unterstützt werden. Wir lösen unsere Aufgaben bezüglich CO2 Reduktion indem wir Biodiesel kaufen, der auf Flächen angebaut wird, die vorher Urwald waren und wo sich die Orang Utas vergnügten (es schaut tatsächlich so aus, als könnte es die EU schaffen diesen Menschenaffen mit ihrer Politik endgültig auszurotten).
Unser Wirtschaftsminister hat erst am Wochenende stolz verkündet mit neuen Karftwerksprojekten die Bauwirtschaft anzukurbeln, und die Leute freuts, dass was getan wird gegen die zu erwartende Arbeitslosigkeit.
Ich hab ja den Eindruck, dass wir die langsame Umweltzerstörung hinnehmen und ganz gut verkraften solange es uns nicht spürbar betrifft, dass wir uns Alle ganz gut arrangiert haben mit diesem System, dass wir wegschauen, wo wir nur können. Aber kaum sind wir bei der Ausübung unserer Leidenschaft konfrontiert mit der Umweltzerstörung beginnen wir aufzuschreien (in diesem Fall passenderweiße hauptsächlich die Fliegenfischer, die anderen scheint es eigentlich nicht zu jucken).
Und so hoffe ich, dass wir wieder aus diesem betäubten Zustand aufwachen, es schaffen Umweltschutz wieder zum Thema in der Politik zu machen und der Natur eine starke Lobby verschaffen können.
its time for a change
