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Mit Überlegung zum Erfolg

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Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon Polsi » 13.04.2011, 12:46

In letzter Zeit musste ich an meinem Short Session-Gewässer zwei Blanks hintereinander einstecken. Das ist jetzt zwar nicht wirklich schockierend und wäre mir relativ egal, aber die Tatsache, dass ich an diesem speziellen Wasser im Vorjahr auf insgesamt nur fünf Blanks kam und dagegen heuer schon bei zwei war, gab mir doch etwas zu denken.

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Ich wollte versuchen, die wenigen Stunden, die ich bei meinen Kurzansitzen an diesem Teich verbringe, noch besser auszunutzen, doch wie sollte mir das gelingen? Ich begann zu kombinieren: Meine Boilie only-Taktik, also ausschließlich mit Boilies füttern und auch damit angeln - hatte im Sommer und Herbst auch kurzfristig sehr gut funktioniert, doch nun schien es, als ob die Fische ausbleiben würden. Wenn ich hier fing, dann nur bei Overnightern tief in der Nacht bzw. in den Morgenstunden, also lange nach dem eigentlichen Anfüttern. Daraus schloss ich, dass die Fische jetzt im April einfach noch nicht voll aktiv sind und zu langsam fressen. Das heißt, ich war meist längst wieder zuhause, bevor ankommende Fische auf meinen Hakenköder stoßen konnten. Folglich brauchte ich etwas, um die Fische schneller an den Haken zu bekommen, ohne meine ganze Fütterungstaktik über den Haufen zu schmeißen, denn ich wusste, dass ich mit einer Partikelfütterung oder ähnlichem nur Horden von Weißfischen und Satzkarpfen anlocken und die Großen vergrämen würde.

Des Rätsels Lösung lag in meiner Tiefkühltruhe: Eine Dose feinster Stickmix, bestehend aus fischem Grundfutter, kleinen Low Oil-Pellets, etwas Dosenmais, Makrelenfilets aus der Dose samt Saft sowie etwas Salz und Pfeffer. Ich wollte meinen Boilie only-Ansatz einfach durch einen kleinen PVA-Stick am Haken erweitern, der unter Wasser mitten im Boiliefeld seine ganze Lockwirkung entfalten und interessierte Fische schneller zum Biss verleiten soll.

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Es rock förmlich nach Karpfen, als ich um 17 Uhr ankam. Das Wetter war trüb, doch es war für heute abend nur leichter Regen vorausgesagt. Meine Lieblingsstelle war frei, die Distanzmarkierungen noch auf der Schnur, ich konnte also loslegen. Doch das Wetter erschwerte mein Vorhaben: Stürmische Windböjen rissen meinen provisorisch aufgestellten Schirm aus dem Boden und heftiger Regen weichte die Erde unter meinen Füßen auf. So viel zum leichten Niederschlag. Die Feuerwehrsirenen der Nachbarorte drangen an meine Ohren.

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Irgendwie schaffte ich es, die Rigs mit den PVA-Sticks im Regen an ihre Plätze zu bringen: Ein Snowman in etwa 10 Meter Distanz, eine normaler Sinker etwas weiter raus. Mit einer Präzisionsschleuder aus dem Matchbereich verteilte ich etwa 20 Boilies grob in der Nähe der Rigs. Das sollte erst einmal reichen. Alles war auf den schnellen Erfolg ausgerichtet.

Per Telefon unterhielt ich mit meinem Angelkollegen Bruno über unsere guten Erfahrungen bei diesem Sauwetter, als die Uferruter auch schon abging. Wow, so schnell hatte ich nicht mit einer Aktion gerechnet! Der Fisch kämpfte anfangs hart, ermattete aber rasch und war beim ersten Versuch im Netz. Als ich den Fisch auf die Matte hob, war ich sicher, einen der größeren Teichbewohner erwischt zu haben. Erst beim Fotografieren - die Kamera unter dem Schirm, ich mit Fisch im strömenden Regen - erkannte ich, dass es sich um eine alte Bekannte handelte. Es war Dirty Diana, ein Spiegler, den ich im Vorjahr bereits fangen konnte und der seinen Spitznamen seinem normalerweise nicht gerade schönen Erscheinungsbild verdankte. Doch im Vergleich zum Vorjahr sah der Fisch um Längen besser aus, weshalb ich das Exemplar auch nicht gleich erkannte. Und auch das Gewicht von fast genau 12 Kilo konnte der Fisch über den Winter halten. Ich freute mich über den guten Zustand des Fisches und darüber, dass meine Vorgehensweise aufgegangen war, denn ich war mir sicher, dass mein Hakenköder einer der ersten Boilies war, den der Spiegler auf meinem Futterplatz aufgenommen hatte.

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Nach dem Biss hatte ich Zeit, das Chaos unter meinem Schirm ein wenig zu ordnen. Durchnässt war ich eh schon, also versuchte ich nur, das wichtigste bzw. empfindlichste Tackle vor den Wassermassen zu schützen. Wenig später erhielt ich einen zögerlichen Biss, abermals auf der Uferrute, doch ich konnte ihn nicht verwandeln und schob ihn gleich mal auf die hier haufenweise vorkommenden Brachsen. Ich warf erneut aus und fütterte eine Handvoll Boilies nach.

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Als es dämmerte, hatte zumindest der Wind nachgelassen, doch der Regen wollte nicht aufhören. Es war schon fast dunkel, als ein weiterer wütender Karpfen Schnur von meiner Rolle riss. Er kämpfte ausdauernd, doch die vielen nervösen Kopfstöße zeigten mir, dass ich nicht mit einem Kapitalen rechnen konnte. Die Freude war dennoch groß, als der gut genährte Schuppi seinen Weg in den Kescher fand. Der Haken hatte im Maulwinkel gefasst und war während des Drills ein wenig gewandert, weshalb ich die Hakenwunde mit etwas Antiseptikum behandelte.

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Ich blieb noch bis 22 Uhr, kassierte noch einen Fehlbiss auf der Freiwasserrute, und trat dann zufrieden den Heimweg an. Die Session war für mich ein gutes Beispiel, wie man mit kleinen Änderungen in der Strategie viel erreichen kann. Zwei schöne Karpfen in weniger als fünf Stunden sind Beweis genug.
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Re: Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon Ragman » 13.04.2011, 13:09

Polsi hat geschrieben: Short Session-Gewässer, Blanks, Boilie only, Overnightern, Low Oil-Pellets, Snowman


So gerne ich deine Berichte lese, da sie informativ und gut bebildert sind - die gerade schon zwanghafte Verwendung von Anglizismen stört hier, gerade zu Anfang, den Lesefluß. Noch dazu, da diese Ausdrücke keine Spezialausdrücke sind und ohneweiteres durch deutsche ersetzt werden können.

Nichts für ungut ... aber wenn ich (ich spreche durchaus recht gut Englisch) den ersten Satz mehrfach auf seine sinngemäße bedeutung untersuchen muß, dann ist das schon etwas zu viel. (Beim Wort ´Blank´denke ich im Zusammenhang mit der Angelei halt zuerst an einen Rutenrohling)
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Re: Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon daniele » 13.04.2011, 14:18

Super Bericht Polsi!
Am Samstag gehts bei mir endlich los!
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Re: Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon Polsi » 13.04.2011, 15:41

Danke für eure Kommentare.

Ragman, danke, dass du mich darauf aufmerksam machst, denn mir selbst fällt das in keinster Weise auf. Es ist nun mal so, dass ich viel Fachliteratur lese, darunter zu einem guten Teil auch englische Berichte, und da passiert es eben, dass ich viele Ausdrücke einfach übernehme und verinnerliche, wahrscheinlich auch weil sie simpler und kürzer sind als mögliche deutsche Übersetzungen dafür.
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Re: Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon Lupus » 13.04.2011, 16:02

Hallo Polsi!
Auch von mir Gratulation zur gelungenen Kurzsession, so mit "in der Kürze liegt die Würze" mache ich es auch meistens.
Was die Anglizisnmen betrifft. Nun ja, inzwischen weiß ich ja sogar, dass "blank" Schneider bedeutet. Früher dachte ich immer, das sind Rutenrohlinge.
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Re: Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon Redmire Pool » 13.04.2011, 16:17

Sers!

Petri Heil Polsi - san ma froh, dass die moderne Karpfenfischerei ned von China kommt - :la ola:

Owa de Überschrift.... :?
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Re: Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon Jan Age » 13.04.2011, 17:09

Auch von mir ein herzliches Petri und ein Danke für das Foto von der Montage! :wink:

lG,

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Re: Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon buggi » 13.04.2011, 17:34

Super, ich glaub du wirst langsam zu meinem Karpfenfischer Vorbild ;)
Was ist ein "Snowman"?
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Re: Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon Polsi » 13.04.2011, 18:18

Buggi, ein Doppelköder, bestehend aus einem normalen Boilie unten und einem Pop-Up oben. Das ganze Ding sollte dann praktisch am Grund "stehen" wie ein Schneemann, daher der Name!
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Re: Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon buggi » 13.04.2011, 19:01

Ah okay danke ;)
Popups sind ja schweineteuer.
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Re: Mit Überlegung zum Erfolg

Beitragvon Ragman » 14.04.2011, 20:07

Polsi hat geschrieben:Danke für eure Kommentare.

Ragman, danke, dass du mich darauf aufmerksam machst, denn mir selbst fällt das in keinster Weise auf. Es ist nun mal so, dass ich viel Fachliteratur lese, darunter zu einem guten Teil auch englische Berichte, und da passiert es eben, dass ich viele Ausdrücke einfach übernehme und verinnerliche, wahrscheinlich auch weil sie simpler und kürzer sind als mögliche deutsche Übersetzungen dafür.


Sehr fein, daß du das so aufnimmst ... hatte schon Bedenken, wegen meines Postings, nicht daß da eine Streiterei entsteht ... habs ja auch wirklich nicht böse gemeint.
Grundproblem ist mittlerweile, daß sich die Ausdrücke oder Abkürzungen zu überschneiden anfangen ... da hat ein Wort aus der Angelei eine ganz andere Bedeutung im Modellbau und wieder eine andere beim Kanufahren ... oder was auch immer grad anliegt. Ich selber weiß ja auch, daß ich dafür anfällig wäre, dadurch, daß ich aber eben eine recht breit gefächerte Palette an Hobbies habe, bin ich bemüht, selber nicht darüber zu straucheln.

Also - Petri Heil weiterhin (darum gehts ja schlußendlich) :up2:
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