von Lupus » 11.02.2011, 07:27
Hallo Nixon!
Ich möchte vorrausschicken, dass ich Dich hier immer gerne lese und Deine Fragen für mich alten Angler auch immer wieder eine Herausforderung sind, nachzudenken und hier zu schreiben. Solange nämlich hier nur mehr „Internationales“ von „irgendwas was weit weg is wie Fidschi-Inseln“ bis „Nord, Süd, Mittel- und wos waaas i wos sonst noch für a Norwegen mit Mitfahrmöglichkeit (ausgenommen schiache, oide, blade oder kraunke)“ stand, hatte ich (vielleicht eh zur Freude vieler) schöpferische Pause hier.
Nachdem ich Dir jetzt Honig um´s Maul geschmiert habe, kommt meine ……tja…., meine Frage:
Glaubst Du nicht, dass Du Dich da bald ein bissl zuviel „zerspragelst“. Ich mein, mit Raubfisch hat´s angefangen. Okay, mit mäßigem Erfolg. Ist ja auch schwer jetzt. Jetzt soll Friedfisch möglichst gleich mit Selbsthakmethode beackert werden. Bevor es aber da zur Sache kam, gilt es schon, die allerhärteste Nuss zu knacken, den Donau-Waller.
Ich muß Dir aber eines zugute halten. Du bist nett und freundlich und noch nie ist es mir passiert, dass Du auf etwas, was man schreibt, keine Antwort gegeben hast oder Dich nicht bedankt hättest. Da macht es dann auch mehr Spass.
Also: Vergiss erst einmal die ganzen Videos und die Heavy-Montagen. Du mußt nämlich zu allererst wissen, dass der Tauwurm zwar ein Spitzenköder ist, aber alles andere als selektiv. Wenn Du so etwas einfach auf gut Glück in´s Nirwana beförderst, kannst Du gar nicht so schnell schauen, wie von einem richtigen Bündel am 5/0er Hagl nichts mehr davon übrig ist. Abgefressen, aus!
Aber, und jetzt kommt das große Aber: Wenn Du das immense Glück hast, einen Wels in einem relativ klaren Donauarm im seichten Wasser zu sichten, könnte das Tauwurmbündel der beste Köder überhaupt sein. Es gibt meistens so ab Ende April und im Mai vor allem (also vor der Junischonzeit des Welses) immer Tage, wo es bedeckt und schwül ist, und das Wasser , wahrscheinlich durch den reichlich schon aufspriessenden Pflanzenwuchs ziemlich klar ist. Wenn man dann einen Wels „herumlümmeln“ sieht und ihm ganz vorsichtig an unbeschwerter Montage die Tauwürmer vorlegt, kann das oft den Erfolg bedeuten. Wo der Wels herumlümmelt, sind vor seiner Goschn meist eh keine anderen Fische, die den Tauwurm wegschnappen.
In den Donauauen unterhalb von Wien, wo größere Altarme sind und auch vom Boot gefischt wird, ist das eine uralte Taktik, dieses vorsichtig mit der Zille heranfahren, einen Wels aufspüren und ihm die Würmer „vorlegen“. Vom Ufer wird’s schwerer, soll aber auch klappen. Das hat uns an einem meiner Hausgewässer letzen Mai ein symphatischer junger Kollege, der erst seit kurzem dort fischt, gezeigt, dass wir alten Hasen auch noch etwas lernen können. Der Wels ward von ihm oder einem Haberer von ihm von der erhöhten Uferböschung gesichtet worden, und blitzschnell kamen Tauwürmer auf einen größeren Haken, und ich glaube nach 10 Minuten war der Biss und ein zwar nicht riesiger, aber doch schön maßiger Wels war das stolze Ergebnis, was ich ihm von ganzen Herzen gönne.