von Lupus » 29.04.2010, 05:29
Ich denke mir jetzt nur: Kommen Maikäfer denn auch in der Nähe von Gebirgsbächen, wie hier geschildert vor? Ich dachte, der Maikäfer ist doch eher ein Insekt der tieferen Regionen, aber da kann ich mich ja auch täuschen. Ein Käfer, den ich auch in höheren Lagen (800m über dem Meeresspiegel) zeitweise häufig gesehen habe, ist der kleinere „Junikäfer“, nur dass er dort erst im Juli auftauchte. Junikäferimitate habe ich übrigens auch.
Jetzt noch zur Frage der Methode: Ich glaube, die Wasserkugel behindert da mehr als sie hilft. Das ganze soll ja möglichst natürlich angeboten werden.
Deshalb würde ich einem Nicht-Fliegenfischer empfehlen, auf eine der klassischen Methoden zurückzugreifen, die man sowohl mit Kunst- als auch Naturinsekten verwenden kann, nämlich das „Tippfischen“. Dabei verwendet man eine recht lange Rute, hält sich möglichst unbemerkt von den Fischen, und „tippt“ das Kunst – oder auch Naturinsekt direkt unter der Rutenspitze an die Oberfläche, wo man es auch mit einigen Zitterbewegungen als lebend imitieren kann.
Natürlich geht auch die freie Leine. Wenn Du die Schnur fettest, würde ich aber das letzte Stückl vor einem schwimmenden Insekt nicht einfetten. Schwimmende Vorfächer vor einer Fliege (so kenn ich es, aber gilt natürlich auch für andere Schwimmköder) bilden so einen störenden Film am Wasser, der scheue Fische vielleicht abschreckt.
In den Westkarpaten verwendete man früher oder verwendet man noch immer eine Methode, die ganz ganz einfach ist, keine großen Grundkenntnisse verlangt, aber unglaublich erfolgreich ist: Und zwar ist das ganze so eine komische Mischung aus Stippfischen und Fliegenfischen. An die Spitze einer unberingten Stipprute kommt ein Stück Fliegenschnur in etwa halber Rutenlänge. Daran schließt ein normales Vorfach an, an welches entweder eine Kunstfliege oder auch – wo erlaubt - ein Naturinsekt wie Heuschrecke etc. angeködert wird.
Diese Methode (örtlich „la pleasna“ = „mit der Peitsche“ genannt) wirkt wahre Wunder. Man nahm und nimmt noch immer in Ermangelung einer Fliegenschnur für das Stückl, was eben Gewicht haben muss, ein Stück Plastikwäscheleine. Materialmangel macht eben erfinderisch.
Aber mit solchen Zeugln wurden sogar große Rapfen auf den in der Theissgegend üblichen riesigen Maifliegen (Tiszavirág) gefangen.
Ich habe diese Methode auch in der italienischen Schweiz und in Norditalien gesehen, sie ist sicher eine ideale Methode, ohne Fliegengerät bewusst auf nach Insekten steigende Fische zu angeln.