Mein unterhaltsamer Angelurlaub, Teil 3
"Es geht bergauf"Rutenkontrolle per Boot. Alles liegt noch am selben Platz. Kein Biss auf vier Ruten. Für den Waxxler ist es Zeit zu gehen, ich entscheide mich nach der wehmütigen Abschiedszeremonie für einen Platzwechsel. Es handelt sich um eine meiner Lieblingsstellen mit Blick auf das gesamte Gewässer.
Während ich aufbaue, bevölkert eine Dreierpartie den Triumphbogen und fischt genau die Plätze an, die wir befüttert hatten. Damit habe ich kein Problem. Im Gegenteil. Ihre Fänge werden mir Aufschluss darüber geben, ob der Platzwechsel zu voreilig war.

Ich beschließe, den ganzen Tag nicht zu fischen und stattdessen das Gewässer und die Züge der anderen Angler zu beobachten. Denn man kann von allen etwas lernen, auch wenn es im Endeffekt nur darum geht, die Fehler der anderen zu vermeiden. Im Laufe der nächsten Stunden kommen noch zwei weitere Gruppen Angler, die aber auf Sicherheitsabstand bleiben.
Nun ist es wieder Zeit für eine ausgiebige Bootstour. Von meinem Swim aus kann ich sowohl das flache, hindernisreiche Südüfer als auch das steinige, steil abfallende Nordufer befischen. An den überhängenden Bäumen finde ich zwei vielversprechende Spots in kaum einem Meter Wassertiefe. Am Nordufer vermute ich fressende Teichferkel direkt unt der Kante. Hier befindet sich ein schmaler Streifen, auf dem der Grund einigermaßen gerade verläuft, bevor die Krautfelder wieder beginnen. Da ich aber nur mit zwei Ruten angeln darf, beschließe ich, in dieser Nacht nur die zwei Spots am Südufer zu befischen und den anderen unter Futter zu halten.

Der Tag vergeht schreibend und beobachtend. In meinem Bereich des Sees ist es mit vier Anglergruppen (mich inklusive) schon recht voll. So sehr ich Ruhe und Einsamkeit beim Fischen mag, so reizvoll kann es auch sein, in Konkurrenz mit anderen Anglern zu fischen. Da kommt der Wettkampfangler in mir wieder durch.
Mir am nächsten sitzen ein paar Herren mit Kind und Hund. Typische Sonntagsangler ohne Bootseinsatz, die einfach nur ein paar Nächte am Wasser genießen wollen und in keinster Weise stören. Die drei Karpfenanglerpartien konzentrieren sich auf einen Bereich des Gewässers, der ein paar schöne große Plätze zum Aufbau ihrer Zelte bietet. Die Gruppe vom Nordufer legt ihre Montagen zum großen Seerosenfeld, quasi vor die Füße der Angler am Südufer. Diese hingegen befischen eine kleine Bucht zu ihrer Rechten. Ein lächerliches Szenario, das mich in die vorteilhafteste Position von allen bringt, denn schließlich habe ich fast das gesamte Becken für mich alleine.
Kurz nach 7 ist alles erledigt. Die beiden Rigs liegen an ihren Spots nahe der Bäumen, garniert mit jeweils etwa einem viertel Kilo feinster Boilies, ganz und zerstückelt. Außerdem habe ich an der Kante am Nordufe einen guten Kilo Baits verteilt.

Endlich legt sich die drückende Hitze und mein Platz ist in Schatten getaucht. Noch vor Einbruch der Dunkelheit Alarm! Es folgt ein harter Krautdrill, dann liegt der Schuppi auf der Matte. Jawohl!

Im allgemeinen Chaos verliere ich die Objektivabdeckung meiner Kamera, doch ich habe keine Zeit, sie zu suchen. Ich schaffe es gerade noch, die Rute im letzten Tageslicht neu abzulegen, doch keine Stunde später sitze ich wieder drillend im Boot. Diesmal kann ich einen feisten Spiegler auf der Speicherkarte der Nikon verewigen. Ich wurde für meine Anstrengungen belohnt. Wie sagt der Engländer? Effort = Success!

Im Laufe der Nacht fange ich noch einen weiteren kleinen Spiegler.

Einen Fisch ähnlicher Größe verliere ich ärgerlicherweise nach hartem Kampf in den verdammten Ästen.
- Fortsetzung folgt -