ja Lupus, wieso so ungeduldig. Für so eine Geschichte braucht man ein bisschen Muse........
Das mit dem Lieblingsfisch ist so eine Sache. Der erste größere Fisch, den ich als Kind erbeuten durfte war eine Brachse und somit war er auch mein erster Lieblingsfisch. Nur glaube ich, war das eine schlimme Zeit für meine Familie, die dann immer „klein Gschitz 's“ Brachsen "freudestrahlend" verspeisen musste.
Aber ich war schon als Kind ein Allrounder und hab dann mit ich glaub so 12 Jahren meinen ersten Hecht auf einen Blinker gefangen. Als ich diesen über die Uferböschung heben wollte riss natürlich die Schnur und er landete am Schotter im flachen Wasser. Zum Glück war mein Vater daneben und sprang dem Hecht zielgenau ins Genick. So hatte meine Familie ein bisserl mehr Genuss beim Fischessen und ich einen neuen Lieblingsfisch.
Vollkommen infiziert vom Angelvirus war ich zu dieser Zeit eigentlich in jeder freien Minute am Wasser unterwegs und stellte allen möglichen Fischarten mit allen nur erdenklichen Mitteln nach. Völlig frei von jeglicher fischereilicher Ideologie war ich einen Tag mit der Fliege auf Äschenjagd, am nächsten Abend begab ich mich auf Karpfenjagd und knetete einen Maisteig um einen kleinen Drilling, spießte lebende Köderfischerl auf den Haken oder ging mit Blinker bewaffnet auf Hecht, legte in der Nacht Angeln auf Aal aus, die ich am nächsten Morgen ganz in der Früh einholte- mal mit, mal ohne Aal. Ich bin sogar mit Huchenzopf bewaffnet durch den Schnee gestapft.....
ich hab so ziemlich alle damals gängigen Disziplinen mehr oder weniger ausprobiert
Nachdem das ganze jetzt über 25 Jahre her ist darf ich das so offen erzählen........
Ein Fisch hat es mir aber besonders angetan: der Forellenbarsch. Damals unter jeden Steg am Wörthersee anzutreffen war er kaum zu überlisten. Natürlich war die Freude groß, wenn er zufällig einmal als Beifang beim Wurmangeln überlistet wurde, oder noch größer, wenn ich einen gezielt mit Wobbler fangen konnte, jedoch konnte ich eigentlich nie mehr als 2 bis 3 dieser tollen Fische in einer Saison überlisten.
Mit dem Älter werden begannen sich dann meine Interessen etwas zu verschieben. Am Wasser war ich weiterhin zu finden, jedoch immer auf der Suche nach Wind und Wellen. Komischerweise war für mich auch dabei das Naturerlebnis genauso wichtig wie die Action: eines meiner schönsten Erlebnisse am Surfbrett war, als ich gemeinsam mit fliegenden Fischen surfte – das hatte schon fast was Psychedelisches. Aber das ist eine andere Geschichte.
Als ich dann so mitten in den Dreißigern war hat mich wieder die Angelleidenschaft gepackt und ich hab mich wieder durch alle Disziplinen (ausgenommen Fliegenfischen) durchgefischt (den Drilling beim Karpfenfischen und den lebenden köderfisch hab ich ausgelassen) und bin beim Spinnfischen gelandet. Meine große Liebe ist nicht mehr der Forellenbarsch- leider sind die Bestände am Wörthersee kaum mehr vorhanden und dieser moderne Hype um das „Bassfishing“ stoßt mich eher ab.
Nein, meine Liebe gehört unseren heimischen Räubern: den Barschen und den Hechten: Die Barsche halten mich bei Laune, da ich selten als Schneider nach Hause gehe. Auch kann ich meine Freundin hin und wieder mit einem Barschfilet verwöhnen und mich so für Ihre Toleranz bedanken.
Die Hechte sind so meine Abenteuerfische. Alles ist möglich aber nix ist fix. Es ist immer wieder spannend und entspannend zugleich.
Ich bin schon gespannt wohin sich meine fischereiliche Zukunft hinentwickeln wird. Irgendwie beginne ich langsam wieder mit dem Fliegenfischen zu liebäugeln. Einfach eine Rute, ein paar Vorfacherln und ein Fliegensortiment und ab an den Fluss- da werden wieder Kindheitserinnerungen wach ............





