Dass wir Angler Naturburschen sind weiß ja ohnehin jeder, aber fast alle haben schon eine Situation erlebt die wirklich gefährlich war.
Mir ist das so am 28. September 2007 ergangen. Ich war mit einem Anglkollegen aus Salzburg Zander fischen.
Es war ein wunderschöner Tag bis zu dem Zeitpunkt als es auf ein einmal unheimlich ruhig geworden ist. Es war die sprichwörtlcihe Ruhe vor dem Sturm, kein Vogelgezwitscher, kein Laut, einfach nur spiegelglattes Wasser. Mein Hausgewässer ist ja mit 4800ha nicht gerade ein Dorfteich und für seine Tücken bekannt, aber mit so etwas habe ich nicht gerechnet. Da der See nur mit E-Booten befahren werden darf ist die Ausrüstung die man einem Sturm entgegensetzen kann natürlich auch nur bescheiden.
15 Minuten später ging es los, Windstärke 10 und 1,5m hohe Wellen. Das Wasser war 13 Grad kalt und wir hatten keine Schwimmwesten an Board, zudem waren wir aufgrund der herbstlichen Temperarturen warm angezogen, was ein kentern noch gefährlicher gemacht hätte. Da wir mitten auf dem See waren versuchten wir zum nächstegelegenen Ufer zu kommen. Das Hauptproblem waren aber die sehr kurze Amplitude der Wellen, was ein Anfahren mit dem Bug unmöglich gemacht hat. Mit jeder Welle haben wir Wasser geschöpft, dadurch konnten wir nur quer zur zur Wellenrichtung fahren. So wiederum war aber ein Kentern nur eine Frage der Zeit.
In weiter Ferne sahen wir ein anderes bereits gekentertes Boot und hörten die Leute die um Hilfe schrien. Leider hatten wir an diesem Tag auch kein Handy mit und konnten dadurch auch keine Rettung um Hilfe rufen. Irgendwie schafften wir es aber dann doch zum Ufer und waren froh dass wir noch lebten.
Die gekenterten trieben aber noch immer mitten auf den See und schrien um Hilfe und es versammelten sich immer mehr Schaulustige am Ufer. Niemand wollte oder konnte helfen.
Also befreiten wir unser Boot von allem unnötigem Ballast wie Angelsachen, Ruder, Fender und einfach allem und wir fuhren wieder hinaus, ohne Schwimmweseten oder irgend welchen anderen Sicherheitsmittel. Eine Woche vorher hatte ich leider einen Angelunfall, wo mein Boot mit einer großn Welle zum Steg geschwemmt wurde und mein Finger dazwischen war. Es wurde mir die Fingeerkuppe abgetrennt und im Krankenhaus wieder angenäht. Ich war praktisch mit Gips und Schiene nur eingeschränkt bewegungsfähig.
Wir schafften es trotzdem zu den beiden Ertrinkenden zu kommen und ich konnte als erstes einen 14 jährigen Jungen der schon total unterkühlt war aus dem Wasser ziehen. Danach reichte ich seinem Vater die Hand, der in seiner Not leider die kaputte Hand nahm und nicht merh los ließ. Ich dachte zuerst er reißt mir den abgetrennten Finger wieder aus und beim hereinziehn schöpfte das Boot fast Wasser, weil es mit 4 Personen eigentlich schon überladen war.
Wir schafften es aber dann doch alle heil bis zum Ufer und ich war froh dass wir alle überlebt hatten.
Leider sieht man auf den Bildern nicht wie hoch und gefährlich die Wellen wirklich waren.
Wie waren Eure Erlebnise schreibt darüber .




, und auf was fällt dein 20 Cent Stück ?

