von Lupus » 09.05.2011, 05:47
Hallo Hesi!
Wer gezielt auf Saibling fischte, hatte eine Schlepprolle (wenige nur eine gekaufte, das meiste waren recht abenteuerliche selbstgebaute, oft aus dem Rad eines Kinderrollers, mit einer aufgeschweissten Zwinge am Bootrand festgemacht.
Dann noch ein ebenfalls an einer Zwinge befestigtes Aufhängegestell, wo die starke Schleppschnur (starkes Monofil) durch einen Ring, der an einem Gummiringl befestigt war, durchlief. Am Ende der Schnur ein schweres Schleppblei, und alle 5 Meter einfach eine Schlinge in die Hauptschnur hineingemacht, in die dann die Karabiner mit den Seitenschnüren eingehängt wurden, an denen die Blinker liefen.
Es waren nur 2 Blinker parallel gestattet, mehr hätte auch keinen Sinn gemacht. Die Saiblinge stehen dort nicht so tief, im Grundlsee 10-15 m meistens, im Toplitzsee 5 – 10 m, also reichte es runterzulassen, an die erste Schlinge die erste Seitenschnur mit Blinker einzuhängen, ein paar Kurbeln runterdrehen bis zur 2. Schlinge, 2. Seitenschnur mit Blinker einhängen , das ganze durch das Ringl am Gummiringl laufen lassen und dann langsam, also wirklich langsam rudern.
Nahm ein Saibling einen Blinker, fing das Ringerl am Gummi zu zucken an, man machte einen festeren Ruderschlag als „Anhieb, kurbelte die Rolle hoch, zuckte es schon an der ersten Seitenschnur, drillte man den Saibling von Hand zum Kescher, sonst müsste man das erste Vorfach aushängen, und bis zum 2. Vorfach raufkurbeln. Aber da es ja nur 2 Seitenzweige waren, ging es recht einfach mit etwas Übung, am besten natürlich wenn man zu zweit war.
Die Blinker waren aus Dosenblech mit der Blechschere gemacht. Sie sahen von der Form etwa so aus wie der Toby von Abu, aber sie drehten sich um die eigene Achse. Im Gegensatz zu einem Spinner allerdings der nur an einer Seite des Blattes an der Achse hängt und sonst frei rotiert, war dieser Blinker an beiden Enden befestigt, und damit er rotiert, waren die spitz zulaufenden Enden hinten jeweils in die gegengesetzte Richtung verdreht, sodass es wie ein Propeller rotierte.
Wenn ich solche Blinker nicht hatte, fing ich aber auf kleine Tobys von Abu auch recht gut, auf die silbernen und goldenen.
Später fingen sie an, mit normaler Rute und Rolle zu fischen, einen großen Blinker ohne Drillinge zu nehmen, dort ein kurzes Vorfach und Einfachhaken mit Maden dranzugeben. Damit wurde auch gefangen, aber mich hat das nicht mehr interessiert, Saibling und Made interessiert mich nicht so sehr. (abgesehen davon wäre es eh verboten gewesen, weil auf der Lizenz stand vom Boot nur Blinker oder toter Köderfisch ab 5 cm, nur Schleppen erlaubt, kein Zupfen oder Tunken).
Und heute kann ich es nicht mehr probieren, weil nur mehr „Hechtfischen vom Ufer“ für 5 Euro pro Tag erlaubt ist. Da verbringe ich meine Fischtage lieber an der Traun logischerweise.
Interessieren würde mich eventuell ein Fliegenfischen auf Seesaiblinge in Hochgebirgsseen. In sehr hochgelegenen Seen wo der Seesaibling praktisch der einzige Fisch ist, und die Seen sehr klein und karg sind, soll das angeblich möglich sein, so mit Nympherln oder wenn sie tatsächlich einmal steigen mit der trockenen.
Aber ich bin nicht für echte Bergkraxelei gerüstet und das Risiko, raufzukommen und dann dreht das Wetter und Du hängst in einem Unwetter fest auf 2000 m, danke. Abenteurer bin ich keiner.