von Lupus » 04.03.2011, 06:58
Verzeiht mir den leichten Zynismus, aber kann ein „karpfen profi“ (was immer das ist) denn überhaupt von einem Köder behaupten, es sei sein Lieblingsköder?
An wievielen Gewässern der verschiedenen Art, und zu welchen Jahreszeiten soll dieser „Wunderköder“, der zum „Lieblingsköder“ auserkoren wird, denn getestet worden sein?
Ich glaube, dass diejenigen, die w i r k l i c h zu jeder Jahreszeit, zu jedem Wind und Wetter zum Teil an schwierigsten Gewässern die Karpfenfischerei ausüben, über diese etwas simple Frage …..die sicher schon X-Mal im Forum gestellt wurde….sicher schmunzeln werden. Da müssen doch zu viele Jahre an individuellen Erfahrungen mit Bevorzugung von Geschmacksrichtung nach Jahreszeit und Gewässer, Frage ob Pop-Up gerade eher „Bringer“ ist oder gar eher Scheuchwirkung erzeugt, erst einmal analysiert werden.
Ich sage einmal ganz kryptisch: Mein „Lieblingsköder“ auf Karpfen WAR einmal gekochte Kartoffel mit Ködernadel auf Haken aufgezogen, ohne jede zusätzliche Beschwerung angebracht (nach Vorbild der englischen Altmeister wie Richard Walker, Fred Taylor und dem jüngeren ebenfalls auf diesen Pfaden sich bewegenden Chris Yates) und das auf die mächtigen Torpedos, die alte Karpfenbestände in verwachsenen alten Donauarmen, uralten beschaulich-verwunschenen Klosterweihern etc. einmal darstellten. Solche „runs“, wo beim Biss die Schnur nur so von der Rolle flitzte und einem das Herz bis in den Hals schlug, sind meine aufregendsten Erinnerungen.
Heute, wo ich mich auf viele Angelmethoden konzentriere und nicht mehr so viel Zeit für das Karpfenfischen investieren kann oder will (und ganz sicher kein Karpfenprofi bin), ist mir als Universalköder für häufigere, aber kurze „Kurzsessions“ so auf die Schnelle im Morgengrauen am liebsten ein Köder, der keine Vorbereitungen braucht und ziemlich sicher seinen Karpfen fängt. Und das ist Mais in den verschiedenen Formen. Und dazu haben wir eh schon ein ausgiebiges Thema.