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Lebendköder Debatte

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Re: Lebendköder Debatte

Beitragvon Eastpark » 04.05.2011, 22:25

SUR-fishing hat geschrieben:Sehr interessantes Thema!
Sehr viel kann ich dazu nicht sagen da vor 10 Jahren, als ich meine erste Jahreskarte nahm, die Verwendung von Lebendköderl in NÖ schon verboten war. In Kroatien zb fische ich fast immer lebend auf Waller bzw Zander. Dort ist es erlaubt, und ich persönlich habe kein Problem damit.

Ich finde, als Angler, ob man nun C&R betreibt oder ab und zu mal einen "einsacklt", man bewegt sich so oder so irgenwie in einer moralisch fragwürdigen Situation. Es ist nun mal Leben mit dem wir uns befassen bzw auch manchmal darüber entscheiden (obs die Made, der kleine Köfi oder ein guter Hecht ist, ist dann egal). Solang man verantwortungsvoll mit der Materie umgeht, sich an die Regeln hält und sich am Ende noch selber im Spiegel anschaun kann, ist alles gut! :up2:

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Beitragvon Anonymer Thomas » 04.05.2011, 23:56

ja der Schnur Fisching schreibt manchmal ganz kluge Sachen

In Punkto Ethik und Moral ist Fischen sowieso ein schwieriges Thema.
Wieso darf man einen Wurm und eine Made lebend anködern und einen Fisch nicht? Wenn mir jetzt jemand mit Nervensystem kommt, das haben Würmer auch.
Und was ist ethisch eher vertrettbar? Einen Fisch zu entnehmen oder ihn zu releasen? Ich sehe ehrlich gesagt keine eindeutige Antwort, auch wenn die C&R Fraktion das oft radikal anders sieht.
Ich will mein posting nicht als der Weisheit letzter Schluss geltend machen, nur darauf hinweisen dass dieses Thema heikel ist. Und wie der Schnur Fishing sagt, wenn du dich noch in den Spiegel schauen kannst ist alles gut.
Er hat sich gestreubt und gewehrt, aber schliesslich hatte ich ihn doch am Haken. Das war vielleicht ein Teufelswurm! Ich hätte schwören können dass ich damit was fange --- Hal aus Malcolm mittendrin ---
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Re: Lebendköder Debatte

Beitragvon Polsi » 05.05.2011, 07:50

Anonymer Thomas hat geschrieben:ja der Schnur Fisching schreibt manchmal ganz kluge Sachen

In Punkto Ethik und Moral ist Fischen sowieso ein schwieriges Thema.
Wieso darf man einen Wurm und eine Made lebend anködern und einen Fisch nicht? Wenn mir jetzt jemand mit Nervensystem kommt, das haben Würmer auch.
Und was ist ethisch eher vertrettbar?


Was ist eher vertretbar? Das absichtliche Klatschen einer Gelse oder das Zufußgehen auf einer Wiese (man könnte ja eine Ameise zertreten, ganz abgesehen von Pflanzen, die ja auch Lebewesen sind)?
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Re: Lebendköder Debatte

Beitragvon hesi » 05.05.2011, 09:19

Tatsache ist, dass wir schon durch unsere pure Existenz permanent Leben nehmen - siehe Polsi's Wiesenvergleich.

Ich musste einmal recht herzhaft lachen, als ein Musiker ganz stolz sagte: "Seit 10 Jahren bin ich nun Veganer und habe keine Fliege mehr etwas zu leide getan. Selbst wenn sich eine in mein Zimmer verirrt fange ich sie ein und lasse sie frei".
Punkt 1: Wer sagt, dass das Freilassen das beste für die Fliege ist, vielleicht wird sie draußen in der nächsten Minute von einem Vogel geschnappt. (Gedankensprung: Was wiederum gut für den Vogel ist, der überlegt da nämlich nicht so genau. :wink: )
Punkt 2: Der werte Herr bedachte wohl nicht die Abertausenden Insekten die Kühlergrill und Frontscheibe seines Tourbusses zieren. :mrgreen:

Der moralische Kodex den wir uns auferlegen ist eben höchst unterschiedlich. Der Buddhist hat eben ein anderes Weltbild als der Börsenmakler, und der australische Ureinwohner wieder ein anderes... insofern ist das mit "in den Spiegel schauen" gar kein schlechtes Argument. Denn jedes Tier, und auch der Mensch (naja Ausnahmen gibts sicher), strebt nach einem zufriedenen Dasein. Und wenn ich mich selbst nicht ertragen kann weil mir mein Handeln zuwieder ist wird sich die Zufriedenheit wohl nicht einstellen. Übrigens: Was ein zufriedenes Dasein für eine Fliege oder für einen Vogel ist können wir nicht so genau sagen. Dass aber kein Tier sich an unseren Haken erfreut, ist mal sicher.

Nebenbei bemerkt, das heißt aber nicht dass man im Grunde alles machen kann was man will, solange man sich dabei wohl fühlt. Zum Beispiel Mord, Diebstahl oder dergleichen. Wir leben ja in einer Gesellschaft und müssen uns daher aufeinander abstimmen. :wink:
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Re: Lebendköder Debatte

Beitragvon Jan Age » 05.05.2011, 16:39

Also jetzt entfernt sich die Diskussion doch ein wenig vom ursprünglichen Thema. Zwischen "auf der Wiese gehen" bzw. "eine Fliege ins Freie lassen" und einen Fisch als Lebendköder verwenden bis er krepiert lässt sich wenn man genau hinschaut, doch ein kleiner Unterschied ausmachen.

Auch das eigene Spiegelbild als letzte moralische Instanz ist meiner Meinung nach in vielen Fällen nicht ausreichend. Es gibt genug Menschen die gegen vieles was Gott und die Welt verboten hat verstoßen und ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel grinsen...

Und um zum Thema der Debatte zurückzuführen: für mich hat hgb mit seinem Posting die Sache gut auf den Punkt gebracht.
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Re: Lebendköder Debatte

Beitragvon Anonymer Thomas » 05.05.2011, 18:30

Jan Age hat geschrieben:Also jetzt entfernt sich die Diskussion doch ein wenig vom ursprünglichen Thema. Zwischen "auf der Wiese gehen" bzw. "eine Fliege ins Freie lassen" und einen Fisch als Lebendköder verwenden bis er krepiert lässt sich wenn man genau hinschaut, doch ein kleiner Unterschied ausmachen.

das is halt der polsi ^^
Er hat sich gestreubt und gewehrt, aber schliesslich hatte ich ihn doch am Haken. Das war vielleicht ein Teufelswurm! Ich hätte schwören können dass ich damit was fange --- Hal aus Malcolm mittendrin ---
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