von Anonymer Thomas » 06.08.2009, 10:31
bin soeben zurück. ein kleiner fangbericht.
es waren fischereitechnisch sehr emotionale wochen. hab viel geld investiert und konnte in den ersten 10 tagen 1 seelachs mit etwa 1 kilo erbeuten. für norwegen eine extreeeeem schlecthe ausbeute. aber die fischer haben alle geflucht - nie sei es so schlecht gegangen wie heuer.
dann mehr aus mut aus der verzweiflung ins süßwasser gegangen, alle einheimischen haben gesagt die chancen stehen bei etwa 0,1 % also waren wir auchd a ned optimitsch. nach 20 minuten spinnfischen schreit mein freund sven plötzlich "ich hab einen" und ich hab dacht er irrt sich. aber tatsächlich, ein lachs mit 2,5 kilo und etwa 70 cm macht alle anstalten nicht ins boot zu kommen. ein genialer drill, die kraft eines karpfen, die wendigkeit einer forelle und das sprungvermögen eines Marlins. aber wir konnten ihn sicher landen beim 2 kescherversuch. die freude war so groß, es flossen beinahe tränen. nach zermürbenden tagen und großen verlusten hatten wir beinahe das unmögliche geschafft. und das nach nur 20 minuten. ich leider nicht, also machten wir uns am nächsten tag um 5 uhr raus zum schleppfischen und sven borgte mir seinen erfolgsköder. mein süßwassergerät war übrigends sehr sporadisch da ich nicht wollte dass es etwas durch flug oder salzwasser kaputt geht. es war die geschenkte rute vom zanderl und die geschenkte rolle vom oldboy! euer stuff hat mir eine riesen freude gemacht. denn plötzlich um etwa halb 9 macht es ein 1-2 ticker in meiner rute - ein beherzter anschlag .... naja vielleicht ein forellilein. moment nein, der fisch schwimmt mir entgegen. "DER IST DOCH NED SO KLEIN" schreih ich über den Fluss. der Lachs sieht das Boot und springt in hohem Bogen Meterweit aus dem Wasser. Mein Herz rast. Diese Fische sind so Pfeilschnell, eben war er noch 4 meter vorm boot plötzlich drunter. als er endlich im kescher liegt fliegt ihm der blinker aus dem Maul. Unglaublich scheisse gehakt, und mir mehr Masel als alels andere gelandet. Herrlich. 2 Kilo - kein Riese aber ein guter Speisefisch. Ein herrlicher Speisefisch sogar.
All die Mühe war doch noch belohnt worden und ich hatte wieder Frieden geschlossen mit der Angelwelt.
In den kommenden Tagen tat sich wie immer im Fjord auf Seelachs, Plattfische, Dorsche Makrele usw wie gewohnt gar nichts. Voriges Jahr konnten wir noch 16 Fische pro Tag landen, heuer nicht einen in ein paar Tagen.
Dann plötzlich ein rucker in meiner Rute, endlich ein 2 Kilo Dorsch. Wahrlich kein Erfolg für Norwegen aber wenigstens auch das habe ich erreicht in einer wirklich ungewöhnlich schwachen Fischzeit für Norwegische Verhältnisse. 1 Tag vor Abreise wird auch klar warum das Übel so groß ist. hubschrauber kreisen über den Fjords und Inseln und ehe sich unter den Anglern und kleinen Berufsfischern herumspricht wo die Makrelenschwärme grad herumziehen sind Capitain Iglo und Co dort und fangen Millionen Tonnen die sie systemtisch einkreisen. Ein trauriger Anblick. Schiffe so groß wie Öltanker plündern die Meere als wäre es eine Selbstverständlichkeit.
Doch ich bin eine Frohnatur also versuch ich mit meinem Kumpel Sven noch einmal Makrelen zu fangen. Eine einzige geht uns an die Harpe. In Zeiten wie diesen sogar ein Grund zur Freude.
Doch war dass das Ende? nicht ganz. Das Beste kommt wie gewohnt zum Schluss.
Ohne große Motivation blödeln Sven und ich in seinem viel zu kleinem Boot raus aufs offene Meer um über Wellen zu springen. Vollkommen durchnässt und leicht am frösteln kommen wir auf einer willkürrlichen Stelle am offenen Meer an. und ich sage "lass es uns hier probieren hier ists zumindestens tief" gesagt getan.
ausgerechnet heute am offenen Meer haben wir nichts mit ausser unseren Ruten. Keinen Angelkoffer nur die Köder/Pilker die oben sind, ein Messer und einen Kübel. Sven bewundert meine neue Rute und wir tauschen kurz nachdem wir die meiste Zeit nicht mehr ernsthaft gefischt hatten sondern rumsaßen und wie Arnold Schwarzenegger zu sprechen versuchten. Ich liess also im Blödeln seinen Fluoriszierenden Pilker auf etwa 100-120 Meter Tiefe. Kurbelte wie gewohtn ein paar mal hoch um ned am Grund hängen zu bleiben da machts mitten in einer Arnie Rede "RUUUUMMMMSSS" und Svens Rute die ich gerade führe macht eine Verbeugung der anderen Art. Ich denke in der 1 Sekunde ich hänge, aber plötzlich... Hänger zappeln nicht. "DAS IST EIN FISCH" sag ich auf einmal auf Hochdeutsch (Nicht Arnie Steirisch-Amerikanisch) und nach etwa 10 Minuten war es dann geschafft. ein fast 1 Meter langer, sehr dünner und rund 6 Kilo schwerer Fisch wurde sicher gelandet. Die Freude war unmenschlich. Das hatte sich keiner mehr erhofft, nicht nach solch düsteren Tagen.
Der Fische wurde zusammen mit den Nachbaren gegessen wie das so üblich ist in Norwegen bei einem super Fang und ich habe nun auch nicht nur mit dem Süßwasser sondern auch mit den Dorschen einen positiven Abschluss gefunden.
Am schönsten sind und bleiben Angelerfolge nunmal wenn derbe Entäuschungen vorangehen. Ich denke dass kann jeder Angler bestätigen.
Norwegen ich komme wieder. Auch Niederlagen in Kauf nehmend.
Er hat sich gestreubt und gewehrt, aber schliesslich hatte ich ihn doch am Haken. Das war vielleicht ein Teufelswurm! Ich hätte schwören können dass ich damit was fange --- Hal aus Malcolm mittendrin ---