von Lupus » 13.07.2011, 08:43
Hallo ubik!
Danke für das Kompliment.
Nun zu Dir: Du wirst lachen, ich hatte nie einen Kurs besucht. Wahrscheinlich werfe ich auch ziemlich versaut, aber den Fischen scheint das relativ wurscht zu sein. Auch bei den Fliegen weiß ich oft nicht die ganzen englischen Bezeichnungen und vertraue lieber auf meinen Instinkt, der mich selten täuscht.
Ich hatte ja schon in den 70er Jahren so ein bissl halbherzig fliegengefischt, und dann mit Mitte 40 nach langen Zeiten des nur Fried- und Raubfisch merkte ich durch DIESES FORUM (Berichte und Geschichten von Leuten, die meine Idole wurden, allen voran unser leider hier nicht mehr aktiver @Royal Coachman), dass mir etwas immens fehlt.
Die Sehnsucht nach klassischen Revieren wie Traun, Salza, Pielach, Schwarza, Fischa und wie sie alle heißen erwachte, das alte Standardwerk „Erlebtes Fliegenfischen“ wurde hervorgekramt, ich redete von nichts anderen mehr, bis meine Frau sagte „so und jetzt kaufst Dir a Grundausrüstung und machst es einfach“, was ich tat. Auf der Wiese im Garten die ersten Würfe nach 25 Jahren, und ja! zumindest wußte ich noch, wie man es anstellt, dass die Gerte ladet und nicht die Schnur hinter Dir kraftlos zusammenfällt. Den Rollwurf hob ich mir für später auf.
Das erste Mal Fischen: Eine Kapazität des Fliegenfischens (zunächst nicht @Royal Coachman, sondern ein anderer Herr, der leider schon viel zu früh in den ewigen Fischgründen weilt) lud mich ein. Ich total aufgeregt, vor allem Lampenfieber , wie ich vor dem Spezialisten dastehen würde.
Ich zu meiner Frau „jessas maa, heut wird´s mich schön derbröseln, sicher komm ich heim so klein mit Hut“.
Sie: „Du machst das schon, Petri Heil“.
Ich: „Petri Heil? Ha Ha Ha, ich glaub heut geht’s nicht um´s Fische fangen, sondern der hat gesagt er will amal schaun, ob ich überhaupt a bissl werfen kann“.
Am Wasser angekommen. Der Spezialist etwas brummig „naja des Zeugl wird zur Not schon passen, gemma obi zum Wossa“. Ich obwohl einen Kopf größer als er, mit kleinen unsicheren schüchternen Schritten hinter ihm her. Er: „Probiers jetzt“. Ich mach a paar Würfe, er sagte tatsächlich „naja, a bissl geht´s ja eh“. Das war wie die Verleihung eines Ehrendoktors.
Ich fing dann tatsächlich zwei Forellen, bei der zweiten sagte er „nimm´s mit haam, bist eh so a dürrer Hund“.
Ich glaube, ich habe daheim die mittlere Regenbogenforelle im Gras, neben der neuen Fliegenrute liegend dutzendmal fotografiert und eine Woche lang nur davon geredet.
Das war anno 2005