von Lupus » 02.11.2010, 16:45
Hallo!
Was die üblichen Köderfische wie Rotaugen, Rotfedern, Güster etc. betrifft, so verstehe ich nicht ganz die von (ausschließlichen?) Raubfischanglern verbreitete These, dass Köderfische "um diese Jahreszeit kaum mehr zu fangen sind".
Vorausschicken möchte ich, dass auch ich den Kunstködern den Vorzug gebe, weil ich beim Raubfischangeln (Hecht, Zander, Barsch) eher der Jäger auf der Pirsch als der Ansitzangler bin und die berühmten Attacken auf den hoffentlich richtig gewählten Kunstköder nicht missen möchte.
Aber auch ich angle gar nicht so selten mit totem Köderfisch, wenn ich einfach einmal ein paar Stunden ruhig sitzen möchte.
Der einzige Nachteil bei der Köderfischbeschaffung zu eigenen Handen besteht darin, dass sie sich nicht mehr einfach so "nebenbei und als schnell zu erledigendes notwendiges Übel" mit der Nullachtfuffzehnstippe vor der Schilfkante etc. fangen lassen sondern man schon die tieferen Standplätze, also die hotspots der Kleinfische jetzt genau kennen muss. Das geht dann natürlich nicht mehr mit der 7 Euro - 4Meter Stippe, sondern mit solchem feinen Friedfischgerät, mit dem man auch über weitere Entfernung bzw. in größeren Tiefen das Auslangen findet. Dazu das richtige Futter und vor allem sparsam. Wenn alles richtig gemacht wurde, kann man sich damit auch in relativ kurzer Zeit einen ansehnlichen Vorrat an Köderfischen fangen. Man muß nur mehr Zeit investieren und vielleicht erst einmal separat einen Nachmittag zum Köderfischangeln einlegen, was sicher Spass macht und auch Überraschungen wie größere Brassen oder sogar den "Weihnachtskarpfen" bringt.
Ich bringe das alles schon leidlich zu Wege, aber wenn Du es genau wissen willst, frage die Leute hier, die sich wirklich gut mit dem Sektor feiner Friedfischangelei auskennen, @techtrancer fällt mir auf Anhieb ein, oder auch (moderate) Moderatoren mit Spezialgebiet auf diesem Sektor.
Auch Gerätehändler mit Profilausrichtung feine Friedfischangelei beraten Dich gerne bezüglich Futter in der kalten Jahreszeit.
Und auch wenn sich das alles sicher weniger einfach anhört als käufliche Beschaffung der Köderfische (seit dem Verbot des Lebendköders gibt es kaum mehr Gerätehändler, die frische lebendige Köderfische - auch wenn sie natürlich vor dem Anködern getötet werden - ein frisch getöteter Fisch ist immer noch der beste Köder) , hat der Raubfischangler in spe gleich "zwei Fliegen auf einen Schlag" erledigt, denn: NUR WER WEISS, WO JETZT KLEINFISCHE SIND, WIRD AUCH WISSEN, WO ER DIE RÄUBER ZU SUCHEN HAT, egal ob er mit Natur- oder Kunstköder angelt.....
Gruß. Lupus