Um meine Fliegenrute einmal wieder gegen die Karpfenrute auszutauschen musste wirklich etwas passieren. Ich konnte einfach nicht wiederstehen im Bach zu fischen. Es ist einfach etwas Neues für mich und somit etwas Spannendes.
"Heast wann foah ma amoi wieda a poar Tog ans Wossa und gengan auf Göbe" löste bereits die Begrüßungsfloskeln meines besten Freundes Markus an mich ab, sobald wir uns trafen.
Und es ist etwas passiert. Ich stehe im Bach und schwinge fleißig meine Fliegenrute, als ich es plötzlich nass in meiner Loop Wathose wurde. Beide Füßlinge ließen von einer Sekunde auf die andere Wasser durch. Das Fischen auf Salmonide wurde somit gestrichen. Ich packte die Gelegenheit beim Schopf und ging wieder einmal auf "Göbe". Immerhin war es schon längst überfällig.
Wir suchten uns ein Gewässer aus von dem wir wussten, dass so gut wie kein Befischungsdruck herrscht und wir uns 3 Tage von dem hektischen Alltag ausspannen können.
Nach der strapazenreichen Tacklebeladung ins Auto (das Fliegenfischen hat auch seine Vorteile) ging es los.
Am Wasser angekommen ging es an das Aufbauen. Als ich gerade die Ruten fertig montierte fing es an zu schütten. Wir stellten uns kurz unter einen schützenden Baum, beschlossen aber im Regen unsere Spods zu suchen und weiter aufzubauen, da es nicht danach aussah schöner zu werden.
Nach einer ziemlich nassen und mühsamen Aufbau- und Ausloterei konnte ich es mir endlich unter meinem Bivvy gemütlich machen. Ich verbrachte die Zeit damit Rigs zu binden bis dieser kleine Frosch meinem Rigboard einen kurzen Besuch abstattete.
Nach diversen Anregungen hier im Forum versuchte ich an einer meiner Ruten ein KD Rig mit weißem Flup Pop Up. Die zweite wurde ähnlich simpel mit einer No Knot Montage und einem Sinker hinausbefördert.
Nach ca. 2 Stunden ging mein Swinger der Sinkermontage merkwürdig nach unten und wieder nach oben. Ich befürchtete bereits Krebse oder Zwerwelse am Platz zu haben. Nach einer halben Stunde wurde mir dieses Schauspiel zu blöd. Es stellte sich heraus, dass sich da jemand gewaltig überschätzt hat.
Nach unserem ersten Fang machten wir uns ein kleines Feuer um zu grillen. An dieser Stelle möchte ich sagen, dass es zwar meist sinnvoll ist offenes Feuer zu verbieten, jedoch schmeckt ein Würstel oder Spieß vom Feuer wirklich besser als am Gaskocher zubereitet. Ich war wirklich froh an diesem Gewässer keine sinnlosen Regeln zu haben. Das ist aber denke ich nur möglich, da hier fast niemand fischt.
Während des Essens konnte ich dieser wirklich "flotten" Schneck beim Spaziergang zusehen.
Schon sehr zufrieden dem Stadtlärm und den klingelnden Telefonen entkommen zu sein glitt ich auf meinem Bedchair ins Land der Träume. Es dauerte gerade einmal solange bis ich meine Tiefschlafphase erreichte, als mich der Dauerton meines Bissanzeigers wieder aufschnellen ließ. Dieses Geräusch hatte ich wirklich lange nicht gehört. Wie in Trance pumpte ich den ersten Karpfen richtung Ufer.
Nach einem kurzen Phototermin durfte der Fisch wieder schwimmen. Apropos er biss auf das KD-Rig.
Am nächsten Morgen wurden wir von einem seh schönen Vogelkonzert geweckt. Nach ein paar Minuten entdeckte ich, dass ein Vogel direkt über dem Baum über mir sein Nest hatte und brütete.
Am Nachmittag konnte Markus noch einen gut genährten Spiegler landen.
Das sollte unsere Ausbeute für diesen Tag bleiben. Doch es war auch ohne Bisse wie am Fleißband wunderbar der Natur so nahe zu sein.
Am letzten Tag kescherte ich für Markus diesen wunderschönen Fisch.




schöne Fotos

